18 Fragen und Antworten rund um die Nachtruhe

Artikel drucken Artikel drucken 27. November 2009 | Von | Kategorie: Gesundheit & Ernährung
Wenn Männer schnarchen, schlafen ihre Frauen oft schlecht. Foto: Roland Fengler

Wenn Männer schnarchen, schlafen ihre Frauen oft schlecht. Foto: Roland Fengler

1 – Wie hängen Schlafen und Fitness zusammen?
Wenn man nicht schläft, ist man weniger leistungsfähig. Egal, wann man ins Bett geht – wenn man aus einer Tiefschlaf-Phase herausgerissen wird, ist man nicht gleich fit. Der Tiefschlaf ist für die Erholung zuständig. Anders ist es mit der Leichtschlaf-Phase, auch REM-Phase genannt, in der aktiv geträumt wird und in der Lerninhalte verarbeitet werden. REM steht für Rapid Eye Movement – das heißt, die Augen bewegen sich dabei schnell.

2 – Ist der Schlaf vor Mitternacht wirklich der beste?
Wenn man vor Mitternacht ins Bett geht, hat man seine Tiefschlaf-Phase früher, wenn es nach Mitternacht ist, dann eben später. Wichtig ist nur, dass es nicht allzu spät wird und dass man auf die Anzahl an Stunden von Schlaf kommt, die man braucht, um fit zu sein.

3 – Ist es normal, dass man im Alter weniger schläft?
Der Tiefschlaf wird kürzer – wie auch die Schlafdauer insgesamt. Das liegt daran, dass das Gehirn tagsüber meist weniger beansprucht ist. Wenn man beim Aufwachen trotzdem fit ist, ist das aber kein Problem.

4 – Sind die inneren Uhren der Menschen verschieden?
Nein, alle haben nachts das Schlafbedürfnis. Das kann bei den einzelnen Menschen um ein bis drei Stunden variieren. Es ist also genauso normal, von Mitternacht bis morgens um acht Uhr zu schlafen, wie von 22 Uhr bis um sechs Uhr. Frühaufsteher haben es im Berufsleben allerdings oft etwas leichter, wenn sie einen Beruf haben, der ihnen zeitiges Anffangen abverlangt.

5 – Sind acht Stunden Schlaf das Idealmaß?
Sieben bis acht Stunden Schlaf brauchen die meisten Menschen. Aber wenn man sich damit gut fühlt, reichen auch fünf Stunden. Genauso normal ist es, wenn jemand erst nach zehn Stunden Schlaf wirklich erholt ist.

6 – Stimmt es, dass Frauen besser ohne Mann an ihrer Seite schlafen?
Frauen schlafen dann schlechter, wenn der Mann sie durch Geräusche stört. Das kann umgekehrt genauso sein, Männer schnarchen aber auf Grund ihres Körperbaus und ihrer Hormone öfter. Bei Frauen nimmt das mit der Menopause zu. Etwa 40 Prozent der Deutschen schnarchen. Das ist nicht schlimm, gefährlich wird es nur bei Leuten mit Atemaussetzern. Das merken diese Personen daran, dass sie sich tagsüber oft kaum auf den Beinen halten können.

7 – Stimmt es, dass Schlafen gut für das Immunsystem ist?
Ja, schlafen verbessert das Immunsystem. Statistiken zeigen, dass Menschen, die dauerhaft zu wenig schlafen, eher krank werden und auch eher sterben. Was die Statistik dabei allerdings nicht berücksichtigt, ist, dass Leute, die schlecht schlafen, oft depressiv sind oder an anderen Krankheiten leiden.

8 – Stimmt es, dass Sorgen der häufigste Grund für Schlafstörungen sind?
Wer Sorgen hat, schläft schlechter. Doch es passiert nicht selten, dass die aktuellen Sorgen schon gar nicht mehr vorhanden sind, die Leute aber trotzdem weiter schlecht schlafen. Mitunter haben sie dann Angst, nicht schlafen zu können – und dann können sie natürlich auch nicht schlafen. Etwa jeder fünfte Deutsche hat relevante Ein- und Durchschlafstörungen. Dies können auch Anzeichen einer Depression sein – oft ist es das erste und einzige Sympthom der Krankheit.

9 – Was hilft beim Einschlafen wirklich – das Schäfchenzählen?
Wenn man nicht schlafen kann, sollte man nach 20 Minuten wieder aufstehen und zum Beispiel bügeln, lesen oder fernsehen – aber keinen Horrorfilm. Wenn man wach im Bett liegt, erscheint einem diese Zeit ewig lang. Es kommt einem so vor, als sei man von den zehn Stunden, die man im Bett verbracht hat, mindestens sechs wach gewesen. Dabei waren es vielleicht höchstens vier. Deshalb ist es auch nicht gut, eine Uhr am Bett zu haben. Sonst schaut man immer darauf und rechnet, wie viel oder wenig Schlaf man denn nun bekommt.
Als echte Einschlafhilfe hat sich übrigens die progressive Muskelentspannung nach Jacobson bewährt.

10 – Stimmt es, dass Schlafentzug die Stimmung aufhellt?
Kurzfristig: ja. Deshalb spielt es auch in der Therapie bei Menschen mit Depressionen oder depressiven Verstimmungen eine wichtige Rolle. Dabei werden die Betroffenen in der zweiten Hälfte der Nacht wach gehalten – und das jede zweite Nacht. In dieser Zeit sollen die Menschen etwas Sinnvolles tun. Hauptsache, sie grübeln nicht. Danach fühlen sie sich in der Regel erst einmal besser, weil während dieser Zeit sonst die Botenstoffe im Gehirn ausgeschüttet werden, die eine Depression fördern.

11 – Stimmt es, dass unter Schlafmangel leidet, wer zum Aufstehen einen Wecker braucht?
Das kann man so nicht sagen. Wenn man sieben bis acht Stunden geschlafen hat, ist die Differenz des Weckerklingelns zum natürlichen Erwachen oft nicht besonders groß. Allerdings fühlt man sich müde, wenn man aus einer Tiefschlafphase gerissen wurde. Dann braucht man Zeit, um richtig in den Tag zu kommen.

12 – Wie lang dauert ein idealer Mittagsschlaf?
Der Mensch braucht den Mittagsschlaf nicht unbedingt, aber er ist auch nicht schlecht. Allerdings sollte der Mittagsschlaf nicht zu lang sein, damit man nicht in eine Tiefschlaf-Phase gerät. Ideal sind 15 bis 20 Minuten – so lange dauert der leichte Schlaf. Das ist das so genannte »Power-Napping«.

13 – Stimmt es, dass sich Schlaf nicht nachholen lässt?
Nachholen im eigentlichen Sinne ist nicht möglich. Aber wenn man mal ein, zwei oder drei Tage zu wenig geschlafen hat und dann eine Nacht mal wieder richtig lange schläft, dann ist die Leistungsfähigkeit wieder hergestellt. Schwieriger ist es da bei Menschen, die über lange Zeit zu wenig oder schlecht schlafen, wie etwa bei Schichtarbeitern.

14 – Warum erinnert man sich manchmal an Träume, manchmal nicht?
Meistens träumt man in REM-Phasen, von denen man mehrere pro Nacht durchlebt. Folgt darauf allerdings noch eine Tiefschlaf-Phase vor dem Aufwachen, kann man sich meist nicht mehr an den Traum erinnern.

15 – Mindern Unterbrechungen die Schlafqualität?
Ein unterbrochener Schlaf ist überhaupt kein Problem – wenn es nicht zu häufig vorkommt. Es ist völlig normal, nachts fünf, sechs, sieben Mal aufzuwachen. Wenn man dabei aber weniger als zwei Minuten wach ist, wird es meist gar nicht wahrgenommen. Aber auch, wenn man mal zur Toilette muss oder etwas zu trinken braucht, ist es kein Problem – sofern man danach wieder einschlafen kann.

16 – Ist unausgeschlafen zu sein wirklich so wie betrunken zu sein?
Wer eine Nacht nicht geschlafen hat, dessen Leistungsfähigkeit und Reaktionszeit gleicht der einer Person, die ein Promill Alkohol im Blut hat. Der Rekord im Nichtschlafen liegt bei sieben Tagen. So etwas kann allerdings auch zu einer Psychose führen.

17 – Macht zu wenig trinken müde?
Ja, denn dann ist unser Elektrolyt-Haushalt nicht mehr ausgeglichen. Besonders bei älteren Menschen hat dies Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit.

18 – Schlank im Schlaf – das ist doch Quatsch, oder?
Nein, da ist durchaus etwas dran. Wer kurz vor dem Schlafengehen noch reichlich Kohlenhydrate – also Nudeln, Kartoffeln, Brot oder Süßes – zu sich nimmt, hat es schwerer, abzunehmen oder nimmt sogar zu. Kohlenhydrate sind Energiespender und nachts eigentlich nicht nötig – vor allem nicht, wenn man abnehmen will. Denn in der Tiefschlafphase schüttet der Körper einen Schlankmacher aus, das Wachstumshormon HGH, das für die Regeneration der Zellen Energie braucht. Findet er keine, dann holt er sich diese aus den Fettdepots.

Anja Kummerow

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2 Kommentare
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  1. Hallo sechs+sechzig. Danke für den Artikel.

  2. wir betreiben ein Restaurant und kommen relativ spät zum schlafen, gegenüber ist ein Lebensmittelladen und in der Ecke war bis vor kurzem eine Baustelle, so daß die Edeka nachts zwischen 3 und 4 Uhr direkt unter unserem Schlafzimmerfenster die Ware abgeladen hat. Nun ist die Baustelle fertig, so daß die Lieferanten: Edeka, Harry und Schäfer zwischen 3 und 5 Uhr ihre Ware anliefern und machen einen Höllenlärm mit abladen von Kisten und Rollwagen. An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Dazu muss ich noch bemerken wir befinden uns in einer Fußgängerzone die mit Pflastersteinen ausgelagt ist, so daß die Rollwagen wirklich so laut sind, daß es nicht auszuhalten ist.
    Welches Gesetz ist dafür maßgebend?