Mit wenig Aufwand besser sehen
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26. November 2009 | Von sechs+sechzig | Kategorie: Gesundheit & Ernährung

Mit Lupen und Vergrößerungsgläsern lassen sich auch Details problemlos erkennen. Foto: Roland Fengler
Optiker verkaufen heute längst nicht mehr nur Brillen und Kontaktlinsen. Das Angebot an Produkten, die gerade älteren und zunehmend schlechter sehenden Menschen den Alltag um einiges erleichtern können, ist ausgesprochen vielfältig. Die Nachfrage nach Sehhilfen wird in einer älter werdenden Gesellschaft immer größer. Die Optiker haben darauf reagiert: Jedes Fachgeschäft hat inzwischen unterschiedlichste Lupen und Sehhilfen im Sortiment.
»Ein paar neue Augen habe ich leider nicht im Angebot«, sagt Gabriele Rummel, Inhaberin des gleichnamigen Nürnberger Optiker-Fachgeschäftes an der Äußeren Bayreuther Straße. In ihrem Laden nehmen Taschenlupen, Handlesegläser, Bildschirmlesegeräte, Lupen mit Licht, Vergrößerungsgläser, elektronische Lesegeräte, Brillen mit speziellen Filtern und Videolupen eine ganze Ecke ein. Es gibt praktisch nichts, was es nicht gibt: etwa beleuchtete Leselampen, deren Linse genau eine Zeitungsspalte erfasst. »Da können Senioren, die an einer altersbedingten Sehschwäche leiden, wieder besser Kreuzworträtsel lösen oder ihre Zeitung lesen«, erläutert die staatlich geprüfte Augenoptikerin. Auch kleine, handliche Lupen sind der Renner: »Wenn ältere Menschen in der Bank ihre Kontoauszüge wieder lesen können oder beim Einkaufen die Preisetiketten, bedeutet das für sie viel Eigenständigkeit«. »Lupenbrillen«, also Lupen, die in die normale Brille eingebaut sind, können die Schärfe ebenfalls verbessern.
Zudem haben die meisten Optiker federleichte Lupen im Sortiment, ebenso Vergrößerungsgläser, die sich für Bastel- und Strickarbeiten um den Hals hängen lassen, oder spezielle Linsen, mit denen sich bequem eine ganze Buchseite auf einmal lesen lässt. Sprechende Wecker, Telefone mit extra großen Tasten, besonders helle Tischlampen und winzige Fernrohre können Älteren ebenfalls weiterhelfen, etwa wenn sie ein Straßenschild oder eine Busnummer aus der Ferne nicht mehr erkennen können.
Das Angebot an Hilfsmitteln ist zwar enorm, aber noch immer wüssten viel zu wenige darüber Bescheid, meint Gabriele Rummel. Dabei lohnt sich der Gang ins Fachgeschäft.
Beratung und Anpassung seien das A und O, sagt Gerhard Mende, Mitarbeiter des Erlanger Fachgeschäfts Optik Amberg. Denn hochmoderne elektronische Sehhilfen brächten gar nichts, wenn die älteren Menschen sie entweder nicht bedienen können oder nicht bereit sind, sie zu benutzen. Fast 100 Artikel hat das in der Hauptstraße gelegene Traditionshaus im Angebot. »Es gibt inzwischen so viele Varianten und Systeme«, berichtet der Fachmann, der ein erstes Weiterbildungsseminar zum Thema Lupenbrillen bereits vor 20 Jahren besucht hat. Immer wieder fragten Kunden nach Vergrößerungsgläsern, erzählt Mende. Manchen habe bereits der Augenarzt eine Extra-Sehhilfe angepasst. »Bei den anderen machen wir das selbst«, sagt er. Denn gerade bei altersbedingten Augenerkrankungen können diese Hilfsmittel viel bewirken, weiß der Optiker.
Der Chefarzt der Augenklinik im Nürnberger Klinikum, Josef Schmidbauer, meint: »Bei altersbedingten Formen der sogenannten Makuladegeneration können diese Mittel durchaus Abhilfe schaffen«. Neben der augenärztlichen Versorgung seien Lupenbrillen und Leuchtlupen sehr sinnvoll, meint Schmidbauer. Auf seiner Station könnten sich Patienten solche Hilfsmittel gleich anpassen lassen.
Sharon Chaffin
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Information
Mit zunehmendem Alter der Patienten hat es der Augenarzt vorwiegend mit vier Krankheiten zu tun.
An der Spitze der Krankheiten des Auges steht die Katarakt-Erkrankung, auch als Grauer Star bezeichnet. Es ist eine Form der Linsentrübung. Sie ist in der Regel gut zu behandeln, weil die Augenlinse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt werden kann.
Häufig sind auch Glaukom-Erkrankungen. Im Durchschnitt findet sich bei etwa einem von 100 Erwachsenen eine Glaukom-Erkrankung. Das Risiko steigt mit dem Alter an, sodass bei Menschen über 70 Jahren mehr als fünf von 100 betroffen sein können. Als Hinweise für eine erhöhte Gefährdung gelten generell eine höhere Kurzsichtigkeit (ab -5,0 Dioptrien) sowie das Vorliegen eines Glaukoms in der direkten Verwandtschaft. Es wird geschätzt, dass pro Jahr in Deutschland insgesamt 10.000 Menschen erblinden, davon rund 2.000 wegen eines Glaukoms.
Bei der altersbedingten Makula-Degeneration (kurz AMD) kann es zu irreparablen Schäden kommen. Sie ist eine schleichende Erkrankung, die meist Menschen ab 60 Jahren betrifft. In Deutschland leiden rund vier Millionen Menschen unter ihr. Sie beginnt zunächst harmlos: Betroffene haben ein höheres Lichtbedürfnis, sie können Kontraste weniger wahrnehmen und fühlen sich leichter geblendet. Im fortgeschrittenen Stadium der AMD kann es zu verzerrtem Sehen kommen, bis sich schließlich ein immer größer werdender schwarzer Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes bildet. Häufig suchen Betroffene erst dann einen Augenarzt auf, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist. Weit schwerer behandelbar sind Augenerkankungen mit Beteiligung der Netzhaut, z.B. der diabetischen Retinopathie. Die Netzhaut ist nicht wiederherstellbar oder zu ersetzen, wenn sie einmal beschädigt ist.
Tina Staehr














