Erinnern Sie sich noch
an den Rechenschieber?

Artikel drucken Artikel drucken 5. Januar 2010 | Von sechs+sechzig | Kategorie: Sport & Freizeit

rechenschieber
Sie waren in den 50er, 60er und 70er Jahren der letzte Schrei, heute verstauben sie in Schränken, Schüben, Kellern oder auf Dachböden: Dinge, die einmal richtig »schick« waren. In unserer Serie »Das war schick« porträtieren wir dieses Mal: den Rechenschieber.

Kein Hahn kräht heute mehr danach. In Zeiten von Handy, Computer, i-Phone und Navigationssystemen fragt niemand nach einem Rechenschieber. »Drei mal drei macht ungefähr neun«, auf solche Rechenergebnisse, wie sie Pädagogen in den 60er Jahren süffisant ihren Schülern am schwer lesbaren Schieber kundtaten, will sich kein Mensch mehr verlassen. Und doch gab es auch so etwas wie die »Ferraris« unter den Gerätschaften, mit denen Schülern nicht nur das Addieren, Subtrahieren oder Multiplizieren beigebracht wurde. Wie viel Zentner Kartoffeln eine vierköpfige Familie über den Winter verbraucht, ließ sich damit ebenso präzise ausrechnen wie die Menge an Fliesen, die nötig sind, um ein soundso großes Badezimmer auszustatten. Horst Wennemer, sechs+sechzig-Leser aus Stein im Landkreis Fürth, hat einen Rechenschieber vom Markenhersteller Faber-Castell auf dem Dachboden entdeckt, der vor rund 45 Jahren richtig schick war. Der lineal-ähnliche Metallstab wurde in einer Schatulle aufbewahrt, die auch eine Anleitung für das »Präzisionsstück« enthielt. Die meisten Schüler hantierten im Unterricht mit einem Schieber aus Kunststoff. Wer es sich leisten konnte, wählte natürlich die gehobene Ausstattung.

Elke Grasser-Reitzner

Alle Folgen unserer Serie »Das war schick« finden Sie unter http://www.magazin66.de/tag/schick/

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