Neue Studie zeigt:
Daddeln mit Videospielen
ist gut für Ältere

Artikel drucken Artikel drucken 16. März 2010 | Von | Kategorie: Pflege & Betreuung

Eine Ergotherapeutin erklärt das Videospiel Wii. Foto: epd

Eine Ergotherapeutin erklärt das Videospiel Wii. Foto: epd

Videospiele können die kognitiven und sensomotorischen Fähigkeiten von älteren Menschen maßgeblich verbessern. Dies ist ein Ergebnis einer viermonatigen Studie, die die Diakonie Bayern gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Erlangen in Einrichtungen der Diakonie Hochfranken durchgeführt hat. Die Bewohner hatten im Rahmen der ergotherapeutischen Angebote regelmäßig mit der Videokonsole „Wii“ des japanischen Unternehmens Nintendo gespielt.

Zwölf Wochen lang spielten die Bewohner dreier Senioreneinrichtungen der Diakonie Hochfranken (Hof) regelmäßig Darts, Tennis und Bowling – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen. Denn die Studie belegt nicht nur, dass Konsolenspiele auch für Menschen mit altersbedingten Einschränkungen attraktiv sein können und von ihnen bei entsprechender Unterstützung als Freizeitangebot angenommen werden. „Die Studie zeigt, dass auch die kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmenden im Untersuchungszeitraum günstig beeinflusst werden“, so der Präsident des Diakonischen Werks Bayern, Dr. Ludwig Markert. Das belegen verschiedene wissenschaftliche Tests, denen sich die Teilnehmer vor, während und nach der Spielphase unterzogen. Die Ergebnisse zeigen einen Anstieg der kognitiven Werte.

Nach Aussagen der begleitenden Wissenschaftler des Universitätsklinikums Erlangen liegt das unter anderem am Spielprinzip der Konsole. Diese wird nicht mit einem Gerät gesteuert, das allein mit den Fingern bedient wird. Vielmehr werden die im Spiel notwendigen Bewegungen vom Spieler imitiert. Wer Tennis oder Bowling spielt, bewegt dabei wie im echten Spiel den ganzen Oberkörper. Weil viele Spiele dennoch im Sitzen gespielt werden könnten, ist die Konsole auch für Spielerinnen und Spieler attraktiv, die in der Bewegung eingeschränkt sind. Auch wenn in der Regel eine Begleitung durch Ergotherapeuten oder Pflegepersonal notwendig sei, könne, so Markert, die Konsole also ein attraktives Freizeitangebot in Einrichtungen der Altenhilfe darstellen.

Der nächste Schritt wäre laut Professor Elmar Gräßel vom Universitätsklinikum Erlangen eine umfassende Wirksamkeitsstudie, mit deren Hilfe die Ergebnisse der Pilotstudie konkretisiert werden könnten.

Die Pilotstudie der Diakonie Bayern und des Universitätsklinikums Erlangen war die erste auf mehrere Monate angelegte und wissenschaftlich fundiert begleitete Untersuchung dieser Art. Gefördert wurde die Untersuchung auch vom Bayerischen Sozialministerium. Die Ergebnisse (Original hier) wurden in einer Broschüre zusammengefasst, die bei der Diakonie Bayern (meinhardt@diakonie-bayern.de) angefordert werden kann.

Generationenübergreifend: Videospiele sind nicht nur was für Kids. Foto: Nintendo

Generationenübergreifend: Videospiele sind nicht nur was für Kids. Foto: Nintendo

Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in ihrer neuesten Ausgabe berichtet, kann das Spielen mit einer Videokonsole auch gegen Schwermut helfen – so stehe es jedenfalls im American Journal of Geratric Psychiatry. Bei immerhin einem Drittel der Teilnehmer hatten sich in einer Studie nach dem Spielen mit Nintendos Wii sowohl die Stimmungslage als auch die kognitive Leistungsfähigkeit deutlich erhöht.

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