Unser Projekt im Porträt

Artikel drucken Artikel drucken 16. März 2010 | Von | Kategorie: Kategorielos

Ingrid Meister und Marieluise Schumann  sind beide im Projekt sechs + sechzig aktiv. Hier arbeiten sie am Stand auf der Seniorenmesse inviva in Nürnberg. Foto: Roland Fengler

Ingrid Meister und Marieluise Schumann sind beide im Projekt sechs + sechzig aktiv. Hier arbeiten sie am Stand auf der Seniorenmesse inviva in Nürnberg. Foto: Roland Fengler

„Sechs+sechzig“: Der ist Name ist Programm. Bei der Gründung des Magazins fragten die Herausgeber extra bei Udo Jürgens an. Seine Botschaft gefiel. „Mit sechs + sechzig Jahren, da fängt das Leben an“, hatte er bekanntlich getextet – und genauso empfand es der Gründungskreis. Menschen aus verschiedenen Altersgruppen und Berufen, überwiegend Journalisten, setzten sich in Nürnberg zusammen, um anlässlich des Deutschen Seniorentages ein eigenes Medium für die ältere Generation ins Leben zu rufen. Und der bekannte Künstler erlaubte die Nutzung seines Titels.

In den zurückliegenden zehn Jahren ist es den Mitgliedern des gemeinnützigen Vereins zur Förderung des Dialogs der Generationen gelungen, einen hohen Bekanntheitsgrad in der Metropolregion Franken zu erlangen. Nun soll ein neuer Internet-Auftritt die Aktivitäten mindestens bundesweit, wenn nicht sogar im gesamten deutschsprachigen Raum verbreiten.

Bedarf besteht nach wie vor an einem engagierten Eintreten für die Belange der älteren Menschen. Als die Initiative 2000 an den Start ging, nahm man die Alten vor allem als bemitleidenswert und betüttelnswürdig wahr. Das entsprach schon damals nicht der Realität. Deswegen fand der Vorschlag der ehemaligen Rundfunkredakteurin Magda Schleip schnell Zustimmung. Sie erfand die Unterzeile „Magazin für die selbstbewusste ältere Generation“. Das hat den Gründern viel Respekt eingebracht.

Leider ist das Gründungsmitglied Magda Schleip im Herbst 2008 gestorben, aber ihre Idee lebt weiter. Die Älteren treten immer häufiger selber für ihre Ziele ein, doch der demografische Wandel macht vielen Bürgern immer noch Angst. Dabei ist er auch eine Chance. Denn die ältere Generation, die jetzt in den Ruhestand wechselt, ist fitter als jede andere zuvor. Sie hat das Selbstbewusstsein, ihr Können und Wissen aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Das Ehrenamt ist eine Möglichkeit dafür. Deswegen veröffentlicht das Magazin sechs + sechzig seit dem ersten Heft regelmäßig Porträts von den unterschiedlichsten Persönlichkeiten, die eines eint: Ihr Einsatz für andere.

Im Internet soll eine eigene Seite dafür entstehen – und wenn es der Etat hergibt, auch die Möglichkeit, dort Ehrenämter zu suchen und Interessierte zu finden. Das Angebot soll nach verschiedenen Regionen gegliedert werden. Durch die moderne Technik ist es möglich, dass die Nutzer die benötigten Informationen selbst liefern. Die Aufgabe der Redaktion liegt darin, den Auftritt zu moderieren und zu strukturieren. Natürlich wird darüber hinaus auf andere Ehrenamtsbörsen verwiesen. Denn das ist ja das Schöne am Internet: Mit einem Mausklick ist der Nutzer womöglich schon am Ziel. Die Vernetzung im richtigen Leben klappt beim Magazin sechs + sechzig schon sehr gut. Die Stadt Nürnberg richtet sich seit Jahren vorbildlich auf die immer älter werdende Bevölkerung ein. Daher existieren regelmäßige Kontakte zum Seniorenamt, zum Computerclub 50 plus, zum Stadtseniorenrat und zu anderen in der Altenhilfe tätigen Organisationen. Doch das Magazin ist kein Fachblatt, auch wenn es einen hohen fachlichen Anspruch an alles stellt, was es veröffentlicht. Egal, ob es sich um Meldungen für die gedruckte Ausgabe handelt oder Meldungen im Internet. Damit trägt die Redaktion der Tatsache Rechnung, dass für viele ihrer Leser noch heute das Diktum gilt: Was schwarz auf weiß geschrieben steht, das stimmt.

Diesem Qualitätsanspruch fühlen sich die Mitarbeiter auf allen Ebenen verpflichtet. Dies ist nicht leicht, kostet Zeit und Geld, macht Mühe, aber es lohnt sich. Die hohe Glaubwürdigkeit, die von der Marke sechs + sechzig ausgeht, schafft eine enge Verbundenheit mit der Zielgruppe. Die wird gebraucht, um Dinge zu verändern. Denn längst ist nicht alles im Lot, was die Versorgung Älterer und ihre Wertschätzung angeht. Viel Aufmerksamkeit erfährt das Thema „Neue Wohnformen“. Die Menschen möchten anders alt werden und sie wollen das am liebsten in ihren eigenen vier Wänden. Anregungen für Modelle, die funktionieren, finden sie im Magazin.

Künftig soll die Internet-Plattform von sechs + sechzig die zentrale Anlaufstelle sein, um sich über die Belange des Älterwerdens auszutauschen. Ein eigenes Prüfsiegel wird die Erfahrungen der Nutzer adeln. Sie reden mit, wenn es um die Bewertung von seniorenfreundlichen Produkten geht, eine Gesetzesneuregelung auf dem Prüfstand steht oder sich eine große Warenhauskette für die Zielgruppe öffnet. Warum das die Menschen bei sechs + sechzig tun? Weil dem Projekt Vertrauen geschenkt wird. Sechs + sechzig ist ein frei finanziertes Projekt. Das ist zwar mühsam, wird aber durch Unabhängigkeit belohnt. Außerdem arbeiten im Team Jüngere (ab Mitte 30) und Ältere (bis Ende 70) zusammen. Sie tauschen sich aus, lernen voneinander und geben dem Ganzen einen modernen Anstrich. Wer sich für sechs + sechzig engagiert, weiß, dass die Redaktion auch für die Alten von morgen arbeitet.

Nach getaner Arbeit gehen alle, die am Erfolg einer Ausgabe beteiligt sind, gemeinsam essen. Hierbei sind schon Freundschaften entstanden, werden neue Pläne ausgeheckt und vor allem kommt der Spaß nicht zu kurz. Die zehn Jahre haben den Zusammenhalt gefördert, aber es ist Neugierde auf neue Mitglieder, neue Mitarbeiter erhalten geblieben. Gerade im Moment ist wieder ein Wandel spürbar. Nicht nur im Projekt sechs + sechzig, sondern auch in der Gesellschaft. Die erste Lesergeneration wechselt in das Segment der Hochaltrigkeit und es wachsen jüngere Ältere nach. Sie werden das Altenbild verändern und auch das Medium sechs + sechzig. „Wer sich nicht mehr verbessern will, bleibt stehen und fällt irgendwann zurück“, heißt eine Spruchweisheit. Das Team von sechs + sechzig entwickelt sich weiter und wünscht sich zum zehnjährigen Geburtstag, dass es ähnlich nachhaltig wirkt wie der Hit von Udo Jürgens. ◆

Das Magazin sechs+sechzig ist im Februar 2000 zum ersten Mal erschienen und wird vier Mal im Jahr in Franken als Beilage der beiden großen Tageszeitungen Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung mit einer Auflage von 230.000 Exemplaren herausgebracht. Das Magazin liegt zusätzlich kostenlos in Rathäusern, Bürgerbüros und Senioreneinrichtungen aus. Herausgeber ist der Verein zur Förderung des Dialogs der Generationen. Die Chefredaktion hat Petra Nossek-Bock inne.

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