Welcher
Matratzentyp sind Sie?
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16. März 2010 | Von sechs+sechzig | Kategorie: Recht & Verbraucher

Süße Träume garantiert: Mit der richtigen Matratze findet man zu einem gesunden Schlaf.
Wie soll man sich denn nun betten? Das lasse sich nicht pauschal beantworten, sagen Rene Glaubert und Michael Fröhlich. Beide sind vom Fach: als Berater für Medizin-Hilfsprodukte legen sie in einem Nürnberger Sanitätshaus die Kundschaft auf die unterschiedlichsten Matratzen. Ihre wichtigste Erkenntnis: In ihrem Geschäft haben sie es mit Physik zu tun. Jeder Körper, ob klein oder groß, schwer oder leicht oder mit Problemen in der Bandscheibe, ist anders. Aber gesund schlafen soll schließlich jeder Mensch – nicht nur die mehr als 60 Prozent der Deutschen, die über Rückenschmerzen klagen und deshalb eine spezielle »Unterlage« benötigen. Anatomisch ungesundes Liegen kann eine Ursache für Schmerzen in der Wirbelsäule sein – auch für Schlafstörungen, Verspannungen, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit.
Wer etwa auf einer zu harten Matratze schläft, kann Probleme mit den Schultern, Hüften oder Fersen bekommen, jenen Körperpartien also, die vorstehen und mehr Druck auf die Matratze ausüben als der Rest des Körpers. Die Folge: Der Körper wehrt sich und wälzt sich im Schaf.

Die Verkäufer Michael Fröhlich und Rene Glaubert raten, auf das Innenleben der Matratze zu achten. Foto: Michael Matejka
Jeder braucht etwas anderes
Die Doppelbettmatratze, wissen die Fachleute, ist einer der häufigsten Denkfehler der Kundschaft. Nur weil man ein Paar ist, brauchen nicht beide dieselbe Unterlage. Schaum kann sich optimal dem Körper anpassen, für Menschen die stark schwitzen, sind jedoch manchmal Matratzen mit einem Federkern besser, da diese besser durchlüften. Große und sehr schwere Leute fühlen sich möglicherweise auf Latex besonders wohl, weil diese Matratzen sehr stabil sind und schnell in ihre Ursprungsform zurückkehren. Erstes Fazit: Zwei Einzelmatratzen ins Doppelbett. »Und die eigene Matratze ebenso sorgfältig aussuchen wie den Partner«, kommentiert Fröhlich.
Doch wer sich allein auf die schönen Worte von Verkäufern verlässt, riskiert, 08/15-Modelle aufgeschwatzt zu bekommen. Die »Stiftung Warentest« hatte nach Probekäufen unter anderem darauf hingewiesen, dass Kunden nur selten die Matratzenhärte bekamen, die sie verlangten. Mehrere Händler boten die gleiche Matratze in der Härte »soft« an, ganz gleich, ob der Kunde klein, groß, leicht oder schwer war.
Probeliegen empfohlen
Um das optimale Modell zu finden, sollte der Kunde zwei Dinge tun: Sich einen ordentlichen Fachberater suchen – und Probeliegen. Am besten geht man zum Matratzenkauf nicht nach einem langen, anstrengenden Tag, denn dann fühlt sich jede Unterlage gut an. Mit einem kurzen »Ins-Bett-Hopsen« speisen die Spezialisten Glaubert und Fröhlich ihre Kunden nicht ab. Sie bieten »Probeliegen« an, einen ganzen Monat lang. Die Erfahrungen sind gut: Seit eineinhalb Jahren gibt es den Service, der auf eine Idee des Matratzenherstellers Kubivent zurückgeht. Auch der Hersteller Medistretch will verhindern, dass Kunden die Katze im Sack kaufen. Dort gilt: Drei Wochen Probeliegen sind drin. Trotz des Langzeit-Tests müssen die Fachberater helfen und prüfen, ob die Liegeposition der Kundschaft stimmt. Im Liegen muss die Wirbelsäule gerade sein, Hüfte und Schulter sollten so weit einsinken, dass jeder Punkt des Körpers optimal gestützt wird.
Doch nicht allein das Innere der Schlafunterlage spielt eine Rolle. Auch dem Bezug sollte man Aufmerksamkeit schenken. Manche Modelle besitzen zum Beispiel einen eingenähten Silberfaden, der das Wachstum von Bakterien verhindern soll. Sinnvoll ist es in jedem Fall, darauf zu achten, dass der Bezug aus Baum- oder Schafwolle gefertigt ist, Schweiß soll schließlich abtransportiert werden.
Ob sich mancher lieber hart oder weich bettet, ist eine Frage des Wohlgefühls. Ansonsten geben die Experten eine Zahl zum Nachdenken mit: Wir verbringen 25 bis 30 Prozent unseres Lebens im Bett. Unsere Gesundheit sollte uns deshalb vergleichsweise mehr wert sein als das Statussymbol Auto.
Ulrike Löw
Foto: Michael Matejka














