Besser wohnen
im Alter

Artikel drucken Artikel drucken 23. April 2010 | Von | Kategorie: Wohnen & Heime

Wie möchte man im Alter wohnen? Eine WG mit Gleichaltrigen kann eine Alternative sein. Foto: epd

Wie möchte man im Alter wohnen? Eine WG mit Gleichaltrigen kann eine Alternative sein. Foto: epd

Vom Leben im Alter hat jeder seine eigenen Vorstellungen. Doch wer sich darüber Gedanken macht, geht davon aus, dass er fit und aktiv bleibt. Doch wie möchte man untergebracht sein, wenn man krank und womöglich dement ist? Daran möchte niemand gerne denken. Ein neues Forschungsprojekt hat sich dieser Frage gewidmet und Ansätze zur Qualitätsverbesserung erarbeitet. “Benchmarking” soll die Wohnqualität verbessern.
Benchmarking ist vornehmlich aus der betriebswirtschaftlichen Praxis bekannt. An sich bezeichnet es den systematischen und kontinuierlichen Prozess des Vergleichens von Dienstleistungen und Produkten. Dabei werden Erfahrungen, Kenntnisse und Problemlösungsansätze in Gruppendiskussionen ausgetauscht. Dass sich dieses Instrument zur Qualitätsverbesserung auch hervorragend eignet, um Pflege und Begleitung in Wohn- und Hausgemeinschaften zu optimieren, zeigt ein zweijähriges Projekt des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) und der Konkret Consult Ruhr GmbH (KCR) zur Betreuung von Menschen mit Demenz.
Die “Demenz-WG” als Versorgungsmodell der Zukunft – KDA fordert stärkere Berücksichtigung

Im Mittelpunkt des vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Leuchtturmprojekts “Evaluation der Potenziale in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz in Haus und Wohngemeinschaften durch die Anwendung von Benchmarkingprozessen” stand dabei die Frage, wie die Qualität der Pflege und Betreuung für Menschen mit Demenz, die in Haus- und Wohngemeinschaften leben, weiterentwickelt werden kann. Hierfür haben KDA und KCR 18 Wohn- und Hausgemeinschaften ausgewählt und evaluiert, in denen überwiegend oder ausschließlich demenzielle Menschen zusammenleben. “Das Forschungsprojekt hat deutlich gezeigt, dass Wohn- und Hausgemeinschaften Menschen mit Demenz optimal begleiten und ihnen ermöglichen, in dieser Lebensphase ein Höchstmaß an Selbstbestimmung und Lebensqualität zu erlangen. Deshalb müssten diese Wohnformen als Alternative zum klassischen Altenheim viel stärker gefördert werden”, betont der Geschäftsführer des KDA, Dr. Peter Michell-Auli.

Hochmotivierte Mitarbeitende und sehr zufriedene Bewohner und Mieter

Auf der Abschlusstagung in Gelsenkirchen wurden die Evaluationsergebnisse vorgelegt. “Die Methode des Benchmarking eignet sich auch für die Haus- und Wohngemeinschaften”, resümieren die Projektleiter Klaus Besselmann (KDA), Thomas Risse (KCR) sowie die Vertreter der Einrichtungen. Das Überraschende: Auch bei Einsatz unterschiedlicher Forschungsmethoden wie Befragungen, Beobachtungen und Gruppendiskussionen etc., wurde die Qualität in den Haus- und Wohngemeinschaften überwiegend positiv bewertet. “Wir waren überrascht, wie durch gute Schulung und Anleitung auch angelernte Mitarbeitende, die als Präsenzkräfte oder Alltagshelfer eingesetzt werden, Menschen mit Demenz kompetent begleiten”, so Gerlinde Strunk-Richter, Leiterin des KDA-Fachbereichs Demenz. “In unserer 30-jährigen Berufspraxis haben wir schon lange nicht mehr so gute Pflege- und Lebensqualität beobachtet”, freut sich auch Strunk-Richters Kollegin, Christine Sowinski, Leiterin des KDA-Fachbereichs Beratung.

Interessierte können die Vortragsunterlagen zum Abschlusskongress unter www.kda.de > Projekte einsehen und herunterladen, ebenso unter www.kcr.de. Weitere Informationen zum Leuchtturmprojekt Demenz finden sich auch unter www.bmg.bund.de / Suchbegriff Leuchtturmprojekt Demenz.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA):
Das KDA mit Sitz in Köln arbeitet unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler und bietet zahlreiche Fachinformationen und Fortbildungen zu Demenzerkrankungen an. Darüber hinaus erstellt das KDA Studien, Expertisen und Arbeitshilfen zu allen Fragen des Alterns u.a. für Bundes- und Landesministerien, Kommunen und Sozialverbände, entwickelt Managementkonzepte für Heimträger und ambulante Pflegedienstleister und konzipiert Weiterbildungsmaßnahmen für Führungs- und Fachkräfte.

Die Konkret Consult Ruhr GmbH (KCR), ansässig im Wissenschaftspark Gelsenkirchen, ist seit 1993 tätig. KCR verbindet Analyse, Beratung, Qualifizierung und Training für Dienstleistungsunternehmen, insbesondere aus dem Bereich der Sozialwirtschaft (stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, Beschäftigungsgesellschaften, Wohlfahrtsverbände, Krankenhäuser).

Ein Kommentar
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  1. Diskutieren Sie im Blog “alter ego” http://www.magazin66.de/2010/04/mit-60-in-die-alten-wg/ über die Frage, in welche Alter sollte man in eine Alten-WG ziehen? Benötigt man professionelle Hilfe, wenn der eine Partner altersverwirrt ist und der andere nicht? Wer bezahlt das?