Fehler in der Pflege
besser vermeiden
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16. April 2010 | Von sechs+sechzig | Kategorie: Pflege & Betreuung
Zu einem besseren Umgang mit Fehlern in der Pflege möchte das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) beitragen und hat deswegen ein Modellprojekt auf den Weg gebracht. Das Maximilianstift in Maxdorf hat sich als erste Einrichtung dazu entschlossen, mehr Transparenz in den Pflegealltag zu bringen und damit auch einen Schritt zur Optimierung der Betreuung der Bewohner zu machen.
“Es handelt sich noch um einen sehr tabuisiertes Thema”, erklärt Heiko Fillibeck, Leiter des Fachbereichs Pflege im KAD die Notwendigkeit eines solchen Programms zur Verbesserung der Pflegequalität. Man räume zwar inzwischen ein, dass es zu Fehlern in den Heimen komme, meine aber diese im Griff zu haben, ergänzt er. Das bezweifele das KDA und habe deswegen jetzt das Projekt angestoßen.
Der 42-Jährige ist selbst Pflegewirt und seit 20 Jahre in der Praxis tätig. Spontan fallen ihm zwei Situationen ein, die künftig zu guten Lösungsansätzen führen könnten. So sei es ihm passiert, dass er mit einem Wagen voller Pflegeuntensilien in großer Eile auf der Station unterwegs war und mit einem Bewohner zusammengeprallt ist. Der alte Mensch konnte zwar einen Sturz vermeiden, trotzdem war es Fillibeck peinlich, den Vorfall in der Teambesprechung zu schildern. Künftig hat er die Möglichkeit, auf der hauseigenen Online-Plattform diese Erfahrung zu dokumentieren. Andere Mitarbeiter dürfen dann Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit machen.
Wesentlich brisanter ist der zweite Vorfall, den er als Beispiel heranzieht. Er hatte eine Kollegin beobachtet, die einen altersverwirrten Mann, der immer wieder auf dem Gang hin- und herlief und nach der Schwester rief, grob in sein Zimmer zurückgeführt. Fillibeck wollte nun die Kollegin nicht denunzieren, trotzdem hat ihn der rüde Umgang mit dem Bewohner sehr geärgert. Diese Vorkommnisse könnte er ebenfalls künftig anonym im Intranet für die Leitung des Wohnstifts öffentlich machen.
Denn nur berechtigte Personen haben Zugang zu den Informationen. Es liegt an der Leitung der Einrichtung, ob auch Bewohnerbeirat und Angehörige Zugang erhalten. Das gleiche gilt für Ärzte und Therapeuten. Die Mitteilungen überprüft zunächst, ob es sich um einen Vorgang handelt, der sachlich fundiert ist. “Es gehört Mut dazu”, ist sich Fillibeck sicher. Manfred Hoffmann von der Betriebsgesellschaft des Wohnstifts hat diesen bewiesen. Er möchte damit die “Servicequalität und Bewohnerzufriedenheit verbessern”. Der Leiter des Projektes Heiko Fillibeck informiert gerne über die Details. Er ist per E-Mail erreichbar: heiko.fillibeck@kda.de














