Pflegeteilzeit: Viele halten den Vorschlag für Quatsch

Artikel drucken Artikel drucken 26. April 2010 | Von | Kategorie: aktuell

Die Pflegeteilzeit, ein Vorschlag der Bundesfamilienministerin, könnte sich schon bald wieder erübrigt haben. Foto: epd

Die Pflegeteilzeit, ein Vorschlag der Bundesfamilienministerin, könnte sich schon bald wieder erübrigt haben. Foto: epd

Derzeit sind in Deutschland mehr als zwei Millionen Menschen pflegebedürftig. Um die private Pflege von Angehörigen zu erleichtern, fordert Familienministerin Kristina Schröder (CDU) die Einführung der Pflegeteilzeit: Danach sollen Berufstätige, die sich zugleich um hilfsbedürftige Familienmitglieder kümmern, die Möglichkeit erhalten, zwei Jahre lang Halbzeit zu arbeiten und in dieser Zeit 75 Prozent ihres Gehaltes zu beziehen. Danach würden sie wieder Vollzeit arbeiten, aber so lange weiterhin nur 75 Prozent ihres Lohns bekommen, bis das Arbeits- und Gehaltskonto wieder ausgeglichen wäre. Dieser Vorschlag wird von etwa jedem zweiten Deutschen als Schritt in die richtige Richtung angesehen. Jeder Vierte äußert sich dagegen ablehnend gegenüber der Grundidee der Ministerin. Ein Fünftel der Bundesbürger zeigt sich unentschlossen.

Dies sind Ergebnisse der täglichen Befragung “YouGov 12nach12″ des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov. Insgesamt wurden über 1000 wahlberechtigte Deutsche im April 2010 repräsentativ befragt.

Mit Skepsis betrachten 42 Prozent die Praktikabilität der konkreten Regelung, wie die Familienministerin sie vorsieht. Dementsprechend würde aktuell nur jeder Vierte eine solche Pflegeteilzeit für sich in Betracht ziehen. Insgesamt wird der Vorstoß Schröders zur zukünftigen Handhabung der privaten Pflege bislang noch mit einem hohen Maß an Unschlüssigkeit betrachtet: So äußert sich beinahe jeder Dritte unentschieden, inwiefern die Maßnahme praktikabel sei, und mehr als jeder Vierte weiß nicht, ob die Pflegeteilzeit für sich in Erwägung zu ziehen sei.

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