Diabetes auf dem Vormarsch
Artikel drucken
18. Mai 2010 | Von sechs+sechzig | Kategorie: Gesundheit & Ernährung

Eine nicht erkannte so genannte Zuckerkrankheit kann zu Gefäßkrankheiten führen.
Auf dem 6. Weltkongress Anfang April 2010 in Dresden schätzten Experten, dass in Deutschland 13 Millionen an Diabetes erkrankt sind. Hauptursachen für diese Entwicklung seien Übergewicht und bewegungsarmer Alltag. Wobei die am weitesten verbreitete Form, der Typ 2-Diabetes, oft unbemerkt bleibt, weil er einen schleichenden Verlauf hat Viele Betroffene wissen daher gar nichts von ihrer Erkrankung. Nicht selten tauchen erst dann Symptome auf, wenn schon gefährliche Folgeschäden entstanden sind.
Dr. med. Kirsten Peter Böhmer, Facharzt für Innere Medizin, Nephrologie, Hypertensiologie und Diabetologie in der Internistischen Fachklinik Dr. Steger in Nürnberg erklärt, dass es sich bei Diabetes um eine chronische Stoffwechselstörung handelt. Sie führe zu einer dauerhaften Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Die Krankheit entsteht, weil die Menge des von der Bauchspeicheldrüse produzierten, verwertbaren Hormons Insulin zu gering sei.
Die im Volksmund so genannte Zucker-Krankheit, Diabetes mellitus, kennt verschiedene Typen. Der Typ 1 ist vorwiegend bei unter 25-Jährigen festzustellen, der Typ 2-Diabetes hingegen tritt eher im Alter auf. Er ist of die Folge von Übergewicht und Bewegungsmangel und/oder erbliche Veranlagung. Es gibt auch noch den Typ 3, der bei Stoffwechselstörungen, zum Beispiel bei der Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, bei hormonellen Störungen und bei Infektionen auftreten kann. Die Symptome der Krankheit reichen von starkem Durstempfinden bis zu Gewichtsabnahme und Anfälligkeit für Infektionskrankheiten.
Eine nicht behandelte Diabetes kann vielfältige Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Geschädigt können werden dabei zum Beispiel die Blutgefäße durch Verkalkung. Haut, Niere, Hirn und Herz können dann durch Durchblutungsstörungen geschädigt werden. Schlimmere Schäden, wie etwa ein Schlaganfall sind möglich.
Umso wichtiger ist deshalb die Früherkennung, denn die Krankheit kann ganz einfach durch eine am Morgen in nüchternem Zustand durchgeführte Blutzuckermessung festgestellt werden. Aber jeder einzelne kann auch dazu beitragen, die Krankheit zu vermeiden.
Dr. Böhmer rät zu einer »ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und wenig tierischen Fetten. Die perfekte Ergänzung ist regelmäßige körperliche Aktivität, wobei die Sportart keine Rolle spielt. Die Hauptsache ist die Freude an der Bewegung.«














