Neues Siegel für Läden,
die den Einkauf erleichtern
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24. Mai 2010 | Von sechs+sechzig | Kategorie: Recht & Verbraucher
Das deutliche Zeichen ist eine orangefarbene Einkaufstüte auf Rädern mit der Unterzeile „Ausgezeichnet generationenfreundlich“, die sich alle Einzelhandelsgeschäfte in Form eines Aufklebers sichtbar an ihre Geschäftstüre kleben dürfen, die das Zertifizierungsverfahren erfolgreich bestanden haben.
Einzelhändler, die an dem Qualitätszeichen interessiert sind, müssen dies bei ihrem Einzelhandelsverband vor Ort beantragen. Zur Prüfung der insgesamt 58 Kriterien, zu denen vor allem Leistungsangebote, Zugangsmöglichkeiten, Ausstattung der Geschäftsräume sowie das Serviceverhalten gehören, kommt dann ein Testerteam in das Geschäft. Die Testerinnen und Tester sind Menschen, die sich mit den möglichen kleinen Tücken des Einkaufens bestens auskennen – Seniorinnen und Senioren, Eltern mit Kinderwagen, Großeltern mit Enkeln, Menschen im Rollstuhl oder mit Gehhilfen. Sie unterstützen die Einzelhandelsverbände bei diesem Verfahren gerne und freiwillig und unterziehen sich hierfür sogar extra einer Schulung. Denn, das Qualitätszeichen ist kein Gefälligkeitszertifikat, bei dem sich der Bewerber selbst einstufen kann. Quer durch die Republik, von Flensburg bis Friedrichshafen, gelten die gleichen Kriterien und wird nach den gleichen Vorgaben verfahren. Das Zeichen bürgt für Qualität und signalisiert den Kunden Verlässlichkeit.
Familienministerin Dr. Kristina Schröder lobte den Projektansatz für den Einzelhandel ausdrücklich. „Mit dem Handel ist jeder von uns fast täglich konfrontiert. Daher schätzen wir – ganz gleich, ob jung oder alt – Kundenfreundlichkeit und Serviceangebote, die den Einkauf erleichtern. Deshalb ist das Qualitätszeichen ein wichtiges Instrument für Einzelhändler, um auf besondere Generationen und somit Kundenfreundlichkeit hinzuweisen und sich damit von den Mitbewerbern abzuheben“, so Dr. Kristina Schröder.
Für HDE-Präsident Josef Sanktjohanser ist das Qualitätszeichen ein gutes Aushängeschild für den gesamten Handel. Etwas, mit dem die Branche echte Sympathiepunkte gewinnen kann. „Geschäfte können sich damit einen deutlichen Wettbewerbsvorsprung verschaffen und zugleich eine interessante und vor allem kaufkräftige Kundschaft enger an sich binden. Die Kunden erhalten ihrerseits eine gute Orientierung, wo sie vorteilhafte Einkaufsbedingungen vorfinden. Das schafft Loyalität, Zufriedenheit und erhöht die Verweildauer im Laden. Denn, wo es schön ist, lässt man sich gerne nieder. Die Kunden sind heute bereiter denn je, dies auch zu honorieren“, so der HDE-Präsident.
Trägt ein Geschäft das Qualitätszeichen, dann können die Kunden sich zum Beispiel darauf verlassen, dass
- sie dort sicher und bequem einkaufen können,
- der Zugang zum Geschäft barrierearm ist,
- das Geschäft gut ausgeleuchtet ist,
- sie rutschfeste Böden vorfinden,
- mögliche Gefahrenstellen ausreichend markiert sind,
- die Gänge breit und nicht verstellt sind,
- es Sitzgelegenheiten zum Ausruhen gibt,
- Beratung und Ausschilderung von hinreichender Qualität sind,
- die Preise gut lesbar sind.
„Die Auswahl und Schulung der Tester, die Information an die Einzelhändler und der Aufbau möglichst breiter unterstützender Netzwerke in den Regionalverbänden – also das gesamte Verfahren in der Fläche läuft gerade erst richtig an. Der HDE stellt seinen Mitgliedsverbänden ein umfangreiches Servicepaket zur Verfügung und gibt Hilfestellung für die verschiedenen Projektschritte“, erklärt Monika Dürrer, die beim HDE für das Projekt verantwortlich ist. „Der Pressetermin mit der Bundesfamilienministerin war ein echter Meilenstein für unsere Projektarbeit, jetzt folgt die Umsetzung in der Fläche. Unsere Verbände stehen bereit, aber die Unternehmen müssen sich noch ein bisschen gedulden, bis es mit dem Zertifizieren richtig losgehen kann“ erläutert Dürrer den aktuellen Sachstand.
Der Handelsverband Deutschland ist Träger des Qualitätszeichens. Gemeinsam mit verschiedenen Unternehmen des Einzelhandels, mit Verbänden und Institutionen hat der HDE gemeinsam mit „Wirtschaftsfaktor Alter“ – einer gemeinsamen Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie – das Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ entwickelt. Ein umfangreiches Paket. Hierzu gehören neben dem Logo und dem einheitlichen Corporate Design vor allem der Kriterienkatalog, die Definition eines einheitlichen Verfahrens sowie einheitliche Schulungsunterlagen und eine Internetseite www.generationenfreudliches-einkaufen.de, auf der sich alle Interessierten über das Projekt informieren können. Für Unternehmen gibt es hier auch einen 10 Fragen umfassenden Schnelltest, mit dem sie ausprobieren können, ob sie bereits generationenfreundlich sind. Zudem werden zukünftig auf der Internetseite auch alle Unternehmen aufgeführt, die das Qualitätszeichen erhalten haben.
Getestet werden natürlich nur die Kriterien, die in einem Geschäft tatsächlich vorhanden sind. Hier wird den unterschiedlichen Geschäftstypen und Branchen des Handels Rechnung getragen. Daraus erklärt sich die vergleichsweise hohe Zahl von 58 Kriterien. Es wird unterschieden in A-, B- und C-Kriterien, wobei die A-Kriterien bestanden werden müssen, die B-Kriterien zur Erreichung einer gewissen Mindestpunktzahl erforderlich sind und mit einigen C-Kriterien das Gesamtergebnis verbessert werden kann. Besteht ein Unternehmen im ersten Anlauf nicht, so gibt es eine Frist für die Nachbesserung. Das Zertifikat wird für die Dauer von drei Jahren verliehen.
Im Land Niedersachsen ist im November 2009 die Pilotphase des Projektes erfolgreich gestartet. Jetzt steht der Start in das gesamte Bundesgebiet an. „Generationenfreundlichkeit ist nicht nur für den Handel ein spannendes und aktuelles Thema. Wir hoffen, dass wir mit dem Qualitätszeichen eine Sogwirkung auslösen“, so HDE-Präsident Sanktjohanser.















