Trifft die Inflation die Rentner härter?
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20. Juni 2010 | Von sechs+sechzig | Kategorie: Finanzen & Vorsorge
„Das sinkende Rentenniveau auf unter 40 Prozent, steigende Sozialabgaben für Rentner, die nachgelagert Besteuerung sowie Abschläge durch die Erhöhung des Renteneintrittsalters werden deutliche Einkommenslücken verursachen“, so Dr. Reiner Braun und Ulrich Pfeiffer (empirica), die Autoren der neuen DIA-Studie „Die Kaufkraft der Renten in der Zukunft“. Heute verfügt beispielsweise ein zweiköpfiger 60- bis 64-jähriger Rentnerhaushalt nach Abzug aller Steuern und Abgaben über etwa 1.700 Euro netto. Um 2030 den gleichen Lebensstandards zu halten, muss eine privat ersparte Rente in Höhe von brutto 245 bis 329 Euro hinzukommen.
Bei allen Berechnungen blieb bisher unberücksichtigt, dass es zusätzlich einen rentnerspezifischen Kaufkraftverlust geben wird. „Weil rentnerspezifische Güter und personalintensive Dienstleistungen in den Bereichen Freizeit, Gesundheit und Pflege im Preis schneller steigen als die durchschnittliche Inflationsrate, wird dieser Kaufkraftverlust eine bedeutende neue Einkommenslücke in den Geldbeutel der künftigen Rentner reißen“, erläutern die Autoren der DIA-Studie. Für ein typisches Rentnerpaar erhöht sich das Minus um bis zu 179 Euro/Monat von 329 Euro auf 508 Euro. Zur Schließung der kompletten Einkommenslücke müssen dann 4,9 Prozent bis 8,4 Prozent (statt bisher 4,1 bis 5,5 Prozent) des Bruttoeinkommens regelmäßig zurückgelegt werden. Mieter sind dabei stärker betroffen als schuldenfreie Wohnungseigentümer, die nur noch die Wohnnebenkosten zahlen müssen
Die Deutsche Rentenversicherung hält der DIA-Studie entgegen, dass die zu Grunde gelegten Annahmen über die künftige Inflationsentwicklung und speziell die Preisentwicklung von Gütern und Dienstleistungen weitgehend spekulativ seien. Mit jeder neuen Studie des DIA nehme der Prozentsatz des Bruttoeinkommens zu, der zum Ausgleich der vorgesehenen Senkung des Renteniveaus der gesetzlichen Rente für die private Vorsorge verwendet werden solle. War man bei Verabschiedung der Riester-Reform noch davon ausgegangen, dass die Minderung des gesetzlichen Rentenniveaus ausgeglichen werden könne, wenn man vier Prozent seines Bruttoeinkommens spart, benötige man nach Angaben des DIA dafür nun bereits bis zu dreimal so hohe Ausgaben für die Privatvorsorge. Offenbar sind die Illusionen über die vermeintlich höhere Leistungsfähigkeit der privaten Vorsorge inzwischen verflogen, so die Deutsche Rentenversicherung.
















Jede Bevölkerungsgruppe trägt ein Schärflein zum Deaster (bzw. zur angeblichen Behebung) bei.
Die Rentner sind überproportional wenig betroffen, da die “Verluste” im unteren einstelligen Bereich liegen.
Alle, die heute arbeiten und in die Rentenversicherung einzahlen müssen mit Verlusten im moderaten zweistelligen Bereich rechenen……
Die Inflation trifft eigentlich die junge Generation am härtesten. Denn ein heute 20jähriger, der eine private Altersvorsorge anspart, muss dort 50 Jahre Inflation mit einrechnen. Wenn man für jedes Jahr 4 % Inflation berechnet, ist das Geld was man in den ersten Jahre angespart hat, komplett von der Inflation aufgefressen worden.