Vergessene Verträge
fressen viel Geld

Artikel drucken Artikel drucken 31. Juli 2010 | Von | Kategorie: Finanzen & Vorsorge

Foto: epd

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Günter Broili ist sauer: »Das ist nicht nur null Service, das ist Abzockerei«, schimpft der 65-Jährige aus Schwarzenbruck über das Gebaren einer Versicherung. Seine Schwiegermutter Christel Gerber war auf der Jahresrechnung für ihre vor 20 Jahren abgeschlossene Hausratversicherung lediglich aufgefordert worden, zu prüfen, »ob Ihre Versicherungssumme noch dem gesamten Wert Ihres Hausrats entspricht«. Nachdem die 83-Jährige ihren Schwiegersohn gebeten hatte, sich der Sache anzunehmen, ließ Broili den Anbieter versuchsweise ein neues Angebot für die unveränderte Versicherungssumme von 39.000 Euro errechnen. Resultat: Der Jahresbeitrag war nun mit 57 Euro um fast die Hälfte niedriger als bisher mit 103 Euro. »Die hatten das zu dem alten Tarif einfach weiter laufen lassen«, ärgert sich der Schwarzenbrucker.

Seriöse Versicherungen fordern ihre Kunden einmal jährlich auf, die Versicherungsbedingungen zu überprüfen. Hausratversicherungen etwa werden heute nach der Quadratmeterzahl berechnet, und die kann sich bei einem Umzug genauso ändern wie die Tarifzone, etwa, wenn die Wohnung dann stärker von Hochwasser bedroht ist. Bei Kfz-Versicherungen gibt es darüber hinaus Sondertarife, und zwar für Wenigfahrer und für Garagennutzer.

Auch die Verbraucherzentrale Bayern rät, Sachversicherungen immer wieder einmal zu überprüfen, da sich die Berechnung der Tarife häufig ändere: »Deshalb empfehlen wir hier – wo das im Unterschied etwa zur Rentenversicherung sinnvoll ist – auch nur einjährige Laufzeiten.« Dann könne man drei Monate vor Ablauf der Jahresfrist wieder kündigen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Manche Direktversicherer erlauben sogar, jederzeit aus einem solchen Vertrag auszusteigen.

Bei älteren Menschen erweisen sich einige Versicherungen als überflüssig, etwa Berufsunfähigkeitsversicherungen, die häufig in Kombination mit einer Kapital-Lebensversicherung angeboten werden. Wer in Rente geht, sollte sie kündigen, rät die Verbraucherzentrale. Auch Unfallversicherungen hätten dann häufig keinen Sinn mehr: »In der Regel schließen sie junge Leute ab, ebenfalls für den Fall, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können.« Generell seien alle die Versicherungen nicht mehr notwendig, die man abgeschlossen hat, um sein Einkommen abzusichern. Auch bei Krankenzusatzversicherungen könnten Ältere häufig abspecken: »Eine Kranken-Tagegeldversicherung, die den Verdienstausfall Selbständiger ausgleichen soll, ist im Rentenalter nicht mehr notwendig«, betont eine Beraterin der Verbraucherzentrale. Wichtig in fortgeschrittenem Alter blieben hingegen private Haftpflichtversicherungen, Auslandsversicherungen für Reisefreudige und Reiserücktrittsversicherungen.

Von Sterbegeldversicherungen, die die Erben von Beerdigungskosten befreien sollen, rät die Verbraucherzentrale prinzipiell ab. »Die Beiträge sind zu hoch, gemessen an dem, was ausbezahlt wird». Sinnvoller sei es, den nötigen Betrag aufs Sparbuch zurückzulegen.

Gerd Fürstenberger

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Ein Kommentar
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  1. Für die September-Ausgabe unserer Seniorenzeitung würden wir gerne den obigen Artikel von Herrn Fürstenberger übernehmen und auf Ihr Magazin als Referenz verweisen.

    Über eine Abdruckgenehmigung würden wir uns sehr freuen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ralf Krause
    Redaktion Mein Kiez
    Sozialverein Friedrichshain e.V.
    Bersarinplatz 4
    10249 Berlin