Einschulung – wann ist sie richtig?
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29. August 2010 | Von Ingrid Mielenz | Kategorie: Enkelblog
In unserer Familie ist gerade in der letzten Zeit viel über die Einschulung unserer Enkeltochter diskuiert worden, mit dem Ergebnis, dass sie erst im nächsten Jahr in die Schule gehen wird. Dann allerdings ist sie fast sieben Jahre alt und wir fürchten, dass sie sich in der Schule langweilen wird. Fast ein Jahr älter als alle die anderen Kinder, das kann schon ein großer Unterschied sein. Jetzt bleibt sie im Kindergarten (mit zum Teil sehr viel kleineren) Kindern und wir denken, sie wird trotz “Vorschule” erheblich unterfordert sein. Hinzu kommt, dass ihre Kindergartenfreundinnen und-freunde fast gemeinsam schon dieses Jahr in die Grundschule kommen und sie, obwohl sie sich auch auf die Schule gefreut hat, zurückbleibt. Unsere Kinder allerdings möchten, dass unsere Enkeltocher noch ein Jahr “unbeschwert Kind sein darf. Der Ernst des Lebens beginne doch noch früh genug” – zumal sie wegen ihres Geburtstages nur mit Schwierigkeiten hätte eingeschult werden können.
Wir finden, unsere Kinder hätten das versuchen sollen?














Großeltern werden ist nicht schwer, Großeltern sein dagegen sehr. Dabei soll doch alles so harmonisch laufen, wenn die Enkel zu Besuch sind. Leider sieht die Wirklichkeit doch häufig anders aus. Unsere Bloggerin Ingrid Mielenz beleuchtet Konfliktlinien in der Familie und gibt Tipps, wie man sie entschärft. 
Auch wir sind Großeltern und ständig um das Wohl unseres Enkelchens besorgt. Obwohl besorgt hier sicher der falsche Ausdruck ist.
Im August feierte unserer Enkelin ihren 6. Geburtstag. Wie immer zu solchen Anlässen war sie Mittelpunkt dieses Tages und alle Gäste waren erstaunt, was solch ein kleiner Mensch schon alles kann. Ja, unsere Lisa ist ein pfiffiges kleines Mädchen und hätte laut Empfehlung schon in diesem Jahr eingeschult werden können. Zum Glück ist es jedoch bei dem „Können“ geblieben. Die Entscheidung hierfür lag natürlich bei den Eltern, aber als Großeltern macht man sich eben auch so seine Gedanken.
Die Umstände bei unserer Enkelin sind etwas anders, aber der Grundgedanke für die Entscheidung sie noch ein Jahr in der Kita zu belassen war sicher der gleiche – dem Kind wird ein Jahr länger Kind sein dürfen geschenkt.
Unsere Enkelin ist ein kleines und zierliches Kind. Einen Ranzen auf diesem Rücken möchten wir uns noch gar nicht vorstellen. Ihre Kindergaten-Freundinnen hätten in diesem Jahr noch nicht eingeschult werden können, da diese später erst 6 Jahre alt werden (zwischen Oktober und Januar). Aber ausschlaggebend war, dass unseren Kindern und Enkeln noch ein langes (Berufs)Leben bevorsteht. Entweder eine Berufsausbildung oder nach dem Abitur ein Studium und dann viele Jahre im Beruf tätig sein.
Was also liegt da näher als den Kindern – ganz legal – die schöne Zeit des Kindseins mit Spielen, Singen, Basten… und somit dem spielerischen Erlernen von Fähigkeiten, welche noch dazu den Schulalltag erleichtern können, zu verlängern, bevor sie sich Stück für Stück von ihrem Kinderdasein lösen.
Wir glauben nicht, dass Ihre Kinder eine falsche Entscheidung getroffen haben. Dem kleinen Mädchen bleibt damit noch ein spannendes und glückliches Jahr im Kindergarten. Die meisten Kinder der Kita kennt sie und wird schnell neue Kontakte knüpfen. Die jetzt noch „kleineren Kinder“ werden auch noch wachsen und die spielerisch erlernten Fähigkeiten im Kindergarten wird Ihre Enkelin dann um so besser in der Schule umsetzen können.
Wir kennen die Situation an der Schule Ihrer Enkelin nicht. Unsere Enkelin wird in eine Klassen mit 27 Kindern(!) eingeschult. Ich glaube in diesem Fall sind diejenigen Kinder im Vorteil, welche schon auf einen gewissen „Grundstock“ an Wissen zurückgreifen können, denn auch der beste Pädagoge wird kaum in der Lage sein, sich allen 27 Kindern intensiv widmen zu können. Gut, wer dann auf gewisse Grundkenntnisse und ein Maß an Eigenständigkeit zurückgreifen kann. Auch darum ist das eine Jahr (zumindest für unsere Enkelin) sehr wichtig und die Entscheidung dafür richtig.
Wir wünschen Ihrer Enkelin ein schönes und interessantes weiteres Kindergartenjahr und im nächsten Jahr einen guten Start im den Schulalltag.
Frau Mielenz, ich stimme Ihnen voll und ganz zu, Ihre Enkelin hätte sicher davon profitiert schon jetzt eingeschult zu werden. Aus meiner Familie sind sowohl meine Schwester als auch meine Tochter in der gleichen Situation eingeschult worden. Beide bestätigen, dass sie nicht darunter gelitten haben “ein Jahr zu früh” zur Schule gegangen zu sein – im Gegenteil sie sehen es jetzt als Erwachsene sogar als Vorteil.
wir haben eine unserer Töchter auch später eingeschult und genau jene Erfahrung gemacht, die du befürchtest. Es war ihr langweilig in der Schule. Im übrigen: Grundschulen haben sioch heute sehr verändert und bemühen sich um einen “soften” Übergang von der Kita in die Schule.
Prima Einstellung der Kinder. Ältere Kinder sind souveräner im Umgang mit Schule. Der Stress (z. B. Abi nach 12 Jahren) kommt früh genug.