Training in Heimen:
20 Prozent weniger Stürze
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11. August 2010 | Von sechs+sechzig | Kategorie: Wohnen & Heime

Ein gezieltes Training hilft gegen Stürze im Pflegeheim. Das hat ein breit angelegtes Vorbeugungsprogramm in bayerischen Heimen gezeigt. Foto: epd
Vor drei Jahren wurden Daten vom Projekt zur Sturz- und Frakturprävention in bayerischen Pflegeheimen erstmals erhoben. Die Ergebnisse aus dem 2007 wurden ausgewertet und jetzt veröffentlicht. Sie zeigen eindeutig: Prävention im Pflegeheim ist effektiv. So konnten die Hüftfrakturen um rund ein Fünftel gesenkt werden. Bezogen auf Bayern sind dies 3.000 vermiedene Hüftfrakturen in innerhalb von vier Jahren. Es ist also möglich, auch unter den Bedingungen des Pflegealltags erfolgreich Prävention zu betreiben.
Bestimmte Medikamente, wie beispielsweise Schlafmittel, erhöhen die Sturzgefahr und werden deshalb besonders hinterfragt. Darüber hinaus wird die Heimumgebung angepasst, z.B. durch eine Optimierung der Lichtverhältnisse oder das Anbringen von Haltegriffen. Alle am Projekt beteiligten Heime sind außerdem dazu verpflichtet, jeden Sturz zu dokumentieren. Dadurch wird das Personal angehalten, jeden Sturzhergang zu reflektieren, um daraus Konsequenzen zur Vermeidung weiterer Unfälle ziehen zu können.
Hüftfrakturen sind die häufigsten und zugleich folgenschwersten Frakturen bei alten Menschen. Sie treten fast ausschließlich als Folge eines Sturzes auf. Davon betroffen sind in ganz besonderem Maße Bewohner von Pflegeheimen. Obwohl deren Anteil weniger als vier Prozent der über 65-jährigen beträgt, treten in dieser Gruppe rund ein Viertel aller Hüftfrakturen auf.
Das Vorbeugungsprogramm sieht folgendermaßen aus: Heimbewohner erhalten ein Kraft- und Balancetraining, welches zwei Mal pro Woche stattfindet. Dadurch wird nicht nur das Sturzrisiko vermindert, sondern auch das Aufstehen und Gehen und damit die Mobilität der ältere Bewohner verbessert. Besonders sturzgefährdeten Personen wird das Tragen eines Hüftprotektors empfohlen, bei dem Schutzschalen oder Polster im Falle eines Sturzes den Oberschenkelhals schützen.
Das Projekt “Sturzprävention in vollstationären Pflegeeinrichtungen” wurde von der AOK Bayern ins Leben gerufen. Seit 2007 wurden in Bayern jedes Jahr rund 250 neue Pflegeheime in das Projekt aufgenommen. So sind mittlerweile etwa Zweidrittel aller bayerischen Heime am Projekt beteiligt.
Das Projekt wird durch Wissenschaftler des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart (PD Dr. C. Becker) und der Universitäten Ulm (PD Dr. K. Rapp) und Leipzig (Prof. Dr. HH. König) evaluiert. Die Auswertung wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.
Weitere Informationen bei PD Dr. C. Becker, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, Tel: 0711 8101-5694 oder im Internet unter folgender Adresse: clemens.becker@rbk.de
Außerdem für Träger von senioreneinrichtungen: Regina Merk-Bäuml, AOK Bayern, Tel: 08331 973-203 und im Internet unter: regina.merk-bäuml@by.aok.de














