Wohin als Rentner: England oder Griechenland?

Artikel drucken Artikel drucken 23. März 2015 | Von | Kategorie: Alter Ego

vignette_nosseck_bockFrüher war es ganz klar: Deutsche Rentner/in wollen im Ruhestand an die Sonne. Ob in Mallorca, einem anderen Teil von Spanien oder in den letzten zehn Jahren auch gerne mal nach Thailand. Doch inzwischen gibt es auch näher gelegene Rentnerparadiese. England wird ab 1. April dazu gehören. Zugegeben, das Wetter ist nicht so verführerisch, aber dafür das System der Altersabsicherung. Was deshalb so interessant ist, weil in Deutschland häufig so getan wird, als gäbe es für den von der rot/grünen Regierung ab 2004 eingeschlagenen Weg der Rentenabsenkung keine Alternative. Hier ein Gegenentwurf.

Fast neidisch klingt, was die Neue Züricher Zeitung zur Reform in Großbritannien schreibt: „Die ab April gültige Reform der privaten Altersvorsorge wird aber gern als revolutionär bezeichnet. Ab diesem Zeitpunkt werden britische Rentner mehr Wahl bei der Anlage ihres Altersguthabens erhalten. Seit 1921 sind Personen, die das Rentenalter erreichen, praktisch dazu verpflichtet, ihre betrieblichen Vorsorgegelder in eine Jahresrente zu stecken. Bei solchen Annuitäten zahlen Versicherer eine lebenslange Rente aus. Mit der neuen Regelung können sich Briten, sobald sie 55 Jahre alt sind, das gesamte Geld ausbezahlen lassen. 25% davon sind steuerfrei, der Rest wird mit dem üblichen Einkommenssteuersatz belegt – der Höchststeuersatz beträgt 45%. Früher wurde eine gesamte Auszahlung pauschal mit 55% besteuert“.
Die Folge: britische Rentner erfüllen sich ihre Lebensträume und der Staat profitiert über höhere Einkommenssteuer-Einnahmen.

Rentner werden ohnehin im britischen Königreich umworben. Vor kurzem konnten Bürger, die älter als 65 sind, Staatsanleihen zeichnen, die mit 5Pozent verzinst werden – weit mehr als «normale» Obligationen. Freie Busfahrten, keine Fernsehgebühren sowie verbilligte Heizkosten gehören ebenso zum Repertoire der Entlastung wie die jährliche Erhöhung der staatlichen Rente um mindestens 2,5%. Hier der gesamte zum Nachlesen.
Wem es dort zu kalt ist, könnte Grieche werden. Dort geht man im Durchschnitt sechs Jahre früher in Rente und bekommt noch deutlich mehr ausgezahlt als in Deutschland, meldet die Welt, siehe den ganzen Beitrag. Auch der Focus schreibt darüber.
Zeit also für einen Politikwechsel in Deutschland, damit sich künftige nur noch der Frage stellen müssen: fahre ich nach England oder Griechenland in den Urlaub?

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Ein Kommentar
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  1. eine ideale wohnform wäre, bezahlbare seniorengerechte wohnungen, in einer u-form, in der mitte ein kleiner park mit bänken. ich verwalte mich selber zahle nur die mietkosten, und habe eine diakonie, welche ich rufen kann, bestelle mir essen auf rädern. und kann in der wohnung bis zum tod bleiben ( es sei denn, ich bin so verwirrt, daß eine gefahr von mir ausgeht) habe ein begegnungszentrum als treff. kann aber auch für mich bleiben. werde durch eine gemeinschaft nicht zu div. arbeiten gezwung. das wichtigste an senioren-wohnformen ist doch, ich habe geistig fitte menschen meines alters um mich herum und kann wenn ich will, gegen eine vereinsamung etwas tun. und hier, mit finanzieller hilfe für senioren, würde auch
    großer wohnraum frei für familien, und wir könnten in franken bleiben. denn england ist sehr teuer und regnerisch und griechenland mit seinen finanzen?

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