Gesundheitskontrolle mit Smartphone und Tablet

Artikel drucken Artikel drucken 12. Juli 2015 | Von | Kategorie: Computer & Technik

Bild: IZMF/akz-o

Smartphones und Tablets prägen nicht nur unseren Alltag, sondern halten auch Einzug in das Gesundheitswesen. In telemedizinischen Pilotprojekten wird getestet, welche Aufgaben sie in der Patientenversorgung übernehmen können, und in der Bevölkerung werden mobile Anwendungen wie Fitnessarmbänder und Gesundheits-Apps immer beliebter.

Schätzungen der Europäischen Kommission zufolge wird bis 2017 weltweit jeder zweite Smartphone-Besitzer mobile Gesundheitsdienste verwenden. Die verschiedenen Projekte und Programme zur Gesundheitskontrolle werden unter dem Stichwort „Mobile Health“ (mHealth) zusammengefasst.

Sicherlich können mobile Technologien keine ärztliche Untersuchung ersetzen. Mit mobilen Kontrollgeräten können Ärzte jedoch den Gesundheitszustand des Patienten aus der Ferne beobachten und die Therapie bei Bedarf entsprechend anpassen. Patienten mit chronischen Leiden wie Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck können mit telemedizinischen Anwendungen kleinere Routinechecks selbst vornehmen und die Ergebnisse direkt an den Arzt weiterleiten. Insbesondere für ländliche Regionen mit Ärztemangel erhoffen sich Fachleute davon Verbesserungen für die Patienten, da lange Anfahrtswege und Wartezeiten in überfüllten Praxen entfallen.

Herzinsuffizienz-Patienten in Brandenburg erfassen zum Beispiel EKG, Blutdruck und Gewicht zu Hause selbst und senden die Werte über ein mobilfunkgestütztes Gerät an telemedizinische Zentren. Verschlechtert sich ihr Zustand, kann der Arzt umgehend reagieren. Die telemedizinische Mitbetreuung erfolgt im Rahmen von IV-Verträgen mit der AOK Nordost; das Betreuungskonzept basiert auf einer von der Berliner Charité 2008-2010 durchgeführten klinischen Studie (TIM-HF). Seit 2013 wird dieses Konzept der telemedizinischen Mitbetreuung in einer klinischen Studie (TIM-HF II) im Rahmen des Fontane-Projektes durch die Charité wissenschaftlich untersucht. Die Studie wird vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Ein weiterer Modellversuch aus Rheinland-Pfalz soll zeigen, wie mHealth die Bereitstellung von Informationen für Patienten und Mediziner verbessern kann. Das Projekt „Vernetzte Arzneimitteltherapiesicherheit mit dem elektronischen Medikationsplan in Rheinland-Pfalz“ soll unerwünschte Wirkungen, Doppelverordnungen oder Wechselwirkungen von Arzneimitteln vermeiden. Dazu erhalten Patienten nach einem stationären Krankenhausaufenthalt einen Medikationsplan, der von Hausärzten und Apothekern elektronisch aktualisiert werden kann. Ziel ist es, die Sicherheit der Behandlung zu verbessern und Patienten beim Umgang mit Medikamenten zu unterstützen.

 

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