Lagebericht Internetkriminalität

Artikel drucken Artikel drucken 15. September 2015 | Von | Kategorie: Blogs, Starthilfe

vignette_andreas_kristoffer1In einer Zusammenarbeit zwischen diesem Magazin und Levato verfassen Andreas Dautermann und Kristoffer Braun regelmäßig Beiträge für diesen Blog. Ihre Themen: Computer, Internet und Smartphone. Auf levato.de helfen sie älteren Menschen beim Umgang mit neuen Medien und Technologien und wurden dafür bereits mehrfach ausgezeichnet.

Wir alle haben Angst.
Und wenn sich die Angst auf etwas Unbekanntes bezieht, ist sie umso größer.

Im Internet sind viele Sachen neu, die Wege unbekannt, Erfahrungswerte sind nicht vorhanden. Die Angst davor, was passieren kann, was die Kriminellen alles anrichten „könnten“, ist groß … weil sie undefiniert ist. Und was so alles passieren kann, darüber hat das Bundeskriminalamt eine Statistik veröffentlicht.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, kennt die Gefahren, die im Straßenverkehr lauern. Man kennt die Statistiken und weiß, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass man durch einen Unfall verletzt oder getötet werde. Aber weil man selbst weiß, wie der Straßenverkehr funktioniert, einen Führerschein besitzt, viele Jahre Erfahrung auf der Straße gesammelt hat und sein eigenes Auto kennt, weil man all diese Dinge weiß, erscheint der Straßenverkehr sicherer, als er ist. Man kennt die Gefahr, die Angst ist nicht undefiniert. Beim Computer ist das oft anders.

Bei Betrachtung wird vor allem eines deutlich: Die Mehrzahl der Verbrechen in Internet sind gar nicht durch Viren und Trojaner verursacht. Es sind keine Programme, keine Attacken auf dem Computer, die „irgendwie unbekannt und undefiniert den Computer angreifen“. Diese für den Nutzer unverständlichen Attacken auf Programmierebene, dort wo wir als Normalsterbliche keine Ahnung mehr von dem Computer haben, sind also nur eine kleine Minderheit der in der Statistik erfassten tatsächlichen Verbrechen. In der Statistik sind es die beiden rechten sehr flachen Balken im Balkendiagram: „Datenveränderung, Computersabotage“ und „Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten“. Hier ist die Angst undefiniert, hiervor haben wir große Angst, weil wir nicht genau wissen, was das ist und wie das funktioniert. Es ist aber statistisch nur ein sehr geringer Anteil der Verbrechen.

Die Zahlen des BKA zum Thema Cyberkriminalität. (Zum Vergrößern anklicken. Es öffnet sich ein neues Fenster.)

Die Zahlen des BKA zum Thema Cyber-kriminalität. (Zum Vergrößern anklicken. Es öffnet sich ein neuer Tab.)

Die Mehrzahl der Verbrechen sind die Balken links davon. Und was diesen drei Balken gemein ist: Ihnen liegen Mechanismen und Konzepte zugrunde, die erst einmal gar nichts speziell digitales an sich haben. Es sind Konzepte, die auf diese Weise in der echten realen Welt seit Jahrhunderten bekannt sind. Und die auf den Menschen abzielen, nicht auf den Computer. Es handelt sich um Betrug im klassischen Sinne. Die meisten digitalen Verbrechen versuchen nicht, den Computer anzugreifen. Sondern der menschliche Verstand wird angegriffen!

 

Was bedeutet das für uns? Was ist das Fazit? 

  1. Sicherheitsprogramme haben durchaus eine Berechtigung und einen Sinn. Virenscanner und co sind ein Muss, sind die Grundlage für ein sicheres Surfen im Internet. ABER: Sie sind kein Nonplusultra. Sie können nicht vor den Angriffen schützen, die den Menschen vor dem Computer als Ziel haben.
  2. Erfahrungen sind der Schlüssel zur Sicherheit. Wie beim Autofahren auch, ist die Erfahrung, die Zeit, die man auf der Straße verbringt, die gefahrenen Autostunden der maßgebliche Faktor dafür, Gefahrenlagen einzuschätzen und möglicherweise Unfälle gänzlich zu vermeiden oder mindestens den Schweregrad eines Unfalls zu minimieren. Im Internet ist das nicht anders. Erst, wenn das Gefühl, das Gespür, die Erfahrung mit Spam, Phishing und Cyberbetrug wachsen, erst dann ist die Angst nicht mehr undefiniert und ein gewisser Grad von Kontrolle über die Unfallgefahr gegeben.
  3. Im Klartext heißt das: Kein Sicherheitsprogramm der Welt wird Sie 100% schützen können, ein klarer Verstand und das nötige Hintergrundwissen hingegen bringen Sie sehr nah an die 100% heran.
  4. Lesen Sie Levato, schauen Sie unsere Filme, hören Sie unsere Ratschläge. Levato hilft, diese Erfahrungen schneller zu sammeln.

 

Smartphone

Dasselbe gilt für die neue Generation der Handys. Früher war ein Handy ein Telefon, heute ist ein Handy ein Computer. Beginnen Sie früh, sich mit den Smartphones auseinander zu setzen. Machen Sie Erfahrungen, lernen Sie „fahren“, steuern Sie auf den Straßen der neuen Technologie der Smartphones. Mit diesen frühen Erfahrungen werden Sie auf lange Sicht sicherer mit den Geräten umgehen können und die in der Zukunft ebenfalls auf den Smartphones stattfindende Betrugsversuche besser erkennen.

Und bitte sagen sie nicht: das brauche ich nicht. Wir sagen Ihnen: Sie werden es brauchen, eines Tages. Und an diesem Tage ist es besser, wenn Sie die Erfahrungswerte besitzen, die Sicherheit geben. Für das Smartphone gilt letzten Endes dasselbe wie für den Computer im Jahr 2000. Damals hätten einige unter uns vermutlich auch noch gesagt: das Internet und den Computer, das brauche ich alles nicht! Der Rest ist Geschichte.

 

Dieser Beitrag stammt von:

WWW.LEVATO.DE    (EHEMALS STARTHILFE50)

 

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