Entrümpeln für die Enkel

Artikel drucken Artikel drucken 1. Mai 2016 | Von | Kategorie: Enkelblog

Wir Großeltern sind in unserem Alter schon etwas fortgeschritten. Jetzt machen wir uns Gedanken um unsere Kinder und Enkelkinder, die irgendwann einmal unseren Haushalt ausräumen und entrümpeln müssen. „Brauchen“ werden sie von den vielen Dingen, die sich bei uns im ganzen langen Leben angesammelt haben, wohl kaum etwas und „gefallen“ wird ihnen auch nichts.
Also habe ich mit meinem Mann verhandelt, von welchen Dingen wir uns jetzt schon trennen und das Aufräumen selbst besorgen könnten.
Immerhin habe ich eine gemeinsame Durchsicht unserer Wohnung erreicht (einen Keller haben wir auch noch!). Entsorgt worden ist nach der Durchsicht allerdings nichts. Alles noch da: die gesammelten Reiseandenken (die man heute nicht mehr kaufen würde), die vielen Fotos und Videos (z.B. von irgendwelchen Bergen, von denen man nicht mehr weiß, wo das eigentlich war), die Bierdeckel und Bierkrüge, die mit Leidenschaft gesammelt wurden, Unmengen von Schrauben und Nägeln, Bücher, die niemand mehr liest und viele, viele Schallplatten, die niemand mehr hört, überhaupt das ganze „Archiv“ gesammelter Zeitungsausschnitte und Zeitschriften. Sich davon zu trennen, sei einfach eine Zumutung, meint mein Mann. Ich hätte doch auch diese Porzellanfiguren, die vielen Kristallvasen und -schalen (das seien doch nur Staubfänger, die keiner braucht) – und überhaupt das von meiner Mutter geerbte Geschirr, Tischdecken und Häckeldeckchen. Alles dies benutzen wir nicht, also brauchen wir auch das nicht.
In Ratgebern wird immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig das „Loslassen“ und „Entrümpeln“ sei: „Platz schaffen für was Neues“. Naja, Neues brauchen wir nun wirklich nicht mehr, aber den ganzen alten Krempel eben auch nicht. Da aber die Dinge um uns herum mit Erinnerungen verbunden sind, werden wir das Entrümpeln wohl doch unseren Enkelkindern überlassen müssen, schließlich können wir doch nicht unser ganzes Leben wegwerfen?

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5 Kommentare
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  1. wie wahr! Aber was tun? So lange diese ganzen erinnerungsträchtigen Dinge in die Wohnung passen und neu Angeschafftes auch noch einen Platz findet, soll es doch bleiben, was schert es uns, dass das alles irgendwer (Kinder, Enkel oder Fremde) mal wegräumen muss. Vielleicht ist das große Aufräumen dann auch wie ein Erinnerungsschub für die, die das machen werden.
    Sie sollten sich keine unnützen Sorgen machen, leben Sie weiter mit den schönen Erinnerungen.

  2. ALLES WERTVOLLE VERSCHERBELN UND GELD AUF DEN KOPF HAUEN
    denn es landet alles unbesehen in containern oder bei diesen entrümpelungsfirmen (die gucken schon nach wertvollem): die figürchen der erinnerung behalten. diese sind wertvoller als alles gold.

  3. […] des Publikums getroffen. Besonders hübsch fand ich ihre Geschichte vom Aufräumen für die Enkel. Hier […]

  4. Hallo liebe 66er,
    durch Eueren Artikel „Der Aroma-Zauberer“ wurde ich neugierig auf die Messe „inviva“. War am Samstag von 10 bis 17 Uhr dort und begeistert von den interessanten Vorträgen und Aktivitäten, natürlich vor allem von Andree K öthes Einführungen in die Kunst des Fermentierens.
    Freue mich schon auf die nächste „inviva“!
    Liebe Grüße
    Anne Roßner

  5. Toller Beitrag, der einem gleich mehr Motivation verleiht, um auch mal den eigenen Keller gründlich zu entrümpeln.

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