Risiko oder Unsicherheit?

Artikel drucken Artikel drucken 26. Juli 2016 | Von | Kategorie: Global Oldie

aaa-vignette Hello All, im Zusammenhang mit den Irrsinnstaten in jüngster Zeit stehen Begriffe wie „Risiko“ und „Unsicherheit“ hoch im Kurs. Zeit für eine Unterscheidung? Rheuma stellt ein wachsendes Risiko für Ältere dar; mörderische Spinner jedoch produzieren Unsicherheit für jedermann und überall. Die ortsüblichen Risiken kennt man aus Erfahrung, wie Schlaglöcher auf der Ortsstraße oder Mundgeruch beim Seniorentanz. Gerichte sprechen vom „allgemeinen Lebensrisiko“, das man als vernünftiger Mensch akzeptieren muss. Sei es das Risiko im Straßenverkehr (z.B. 3465 Verkehrstote p.a.2015) oder beim Streicheln fremder Hunde. Gewusst wie, kann man sich gegen Risiken wappnen; z.B. Streicheln meiden oder bei 60% Regenwahrscheinlichkeit einen Schirm mitnehmen. Die vertrauten Risiken lassen sich statistisch berechnen, wie z.B. das Sterberisiko als Raucherin mit 65. Risiken sind oft finanziell versicherbar wie Kofferverlust oder Berufsunfähigkeit. Risiken wie Ehescheidung oder Beschiss bei Seniorenbusreisen nimmt man trotz mangelnder Versicherung billigend in Kauf. Oder man sucht sogar bewusst den riskanten Nervenkitzel im Glücksspiel oder beim Abenteuerurlaub. Obwohl viele Risiken überall sichtbar sind und tragische Folgen nach sich ziehen können, fürchten wir uns vor ihnen weniger, weil sie uns bekannt vorkommen.
Unsicherheit ist anders. Weil sie das Unvorhersehbare in sich birgt. Unbekanntes, Unsichtbares. Z.B. so bisher Unvorstellbares wie einen Amoklauf im Bummelzug oder das Chaos eines Bürgerkrieges in der Westschweiz. Unsicherheit droht mit dem vorübergehenden Zusammenbruch der bekannten Spielregeln und Ordnung. Daher schafft Unsicherheit diffuse Angst, archaische Furcht vor dem Unbekannten. Angst, besonders in der kollektiven Ausprägung, macht Menschen dumm. Unsicherheit hebt unsere zivilisatorische Errungenschaft auf, beraubt uns der erlernten Verhaltensroutinen.
Mit zunehmendem Alter können wir dank Lebenserfahrung besser als Jüngere mit Risiken umgehen. Unsicherheit hingegen macht uns alle gleich hilflos. Umso wichtiger, dass wir Senioren jetzt kühlen Kopf bewahren und beispielhaft für die Jüngeren die Beherrschung behalten: Keine Panik. Wir Alten haben weniger zu verlieren. Die allermeisten akzeptierten Risiken sind wahrscheinlicher als das Grauen des Unbekannten, was immer es sei. „Stiff lipp“ – oder „nicht einmal ignorieren“ halte ich für die beste Antwort der Bürger auf die Gefahr wachsender Unsicherheit. Gönnen wir den verbrecherischen Spinnern nicht noch den posthumen Erfolg.
Ihr Global Oldie

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