Koffer-Roboter

Artikel drucken Artikel drucken 27. September 2016 | Von | Kategorie: Global Oldie

aaa-vignette Hello All, seit einem halben Jahrhundert bin ich unterwegs. Das Reisen ist seitdem in vielerlei Weise leichter geworden; nur meine Koffer nicht. Vor dreißig Jahren legte ich mir Koffer mit zunächst 2, später mit 4 Rollen zu. Statt zu schleppen, ziehe und schubse ich heute die gewichtigen Dinger. Allerdings sind im selben Zeitraum die Wege an Bahnhöfen, Flughäfen und Hotelfluren deutlich länger und unübersichtlicher geworden. Ganz zu schweigen von schmerzlichen Protesten einiger Gelenke und Rückenkomponenten, wenn ein Spurt zwischen kilometerweit entfernten Terminals oder 400 m zäh abzurollende Hotelteppichläufer zu meistern sind. Travelmate Robotics aus China sei demnächst mein inniger Dank sicher: 2017 wollen sie einen selbstfahrenden Koffer-Roboter auf den Markt bringen. Vier Stunden lang soll dann eine Reisetasche (400 US$) oder ein Koffer (600 US$) dem Reisenden aus eigenem Antrieb auf 4 Rädern überall hin getreulich folgen. Was heißt folgen: die Koffer-Roboter können, mit GPS ausgestattet, dem Kofferhalter den kürzesten und richtigen Weg durch Megaflughäfen wie Atlanta oder Shanghai Pudong weisen. Im mäßigen Schritttempo des Kofferhalters oder im Airport-Sturmschritt von 8 Km/h. Kleiner Bonus am Rande für mich als chronischen Gepäcklimitüberschreiter: Der Travelmate wiegt automatisch das Gewicht, was Nachzahlungen ersparen kann.
Einen weiteren Schritt zum noch seniorenfreundlicheren Reise-Roboter wird Modobag, diesmal aus den USA, sein: Der Modobagkoffer wird ein Koffer-Roboter zum Aufsitzen. Der Modobag kommt mit Sitzmulde und Lenkung, ist dank seines GPS eigentlich autonom unterwegs, mit einer Beijing- Airport -tauglichen Reichweite von 13 Km und mit 13km/h ein echter Sprinter. Soviel Bordelektrik und Akkus fordern allerdings ein Eigengewicht von 8 Kg und schlappe 1300 US$ plus 70 US$ für die entsprechende Steuerapp. Doch für diesen Preis winken besondere Belohnungen: Geschonte Gelenke, nie wieder Verirren und unbezahlbare soziale Aufwertung: Enkel und Familien mit Kindern werden Senioren, die rittlings über die Bahnhöfe und Flughäfen kutschieren, zu den coolsten Mitreisenden überhaupt erkoren.
An dieser Stelle haben wir schon öfters diskutiert, ob Roboter den Alternden eher Hilfe oder seelenlose Zuwendungssurrugate sein werden. In Sachen Koffer- Roboter lautet mein Urteil vorläufig auf „Freund des alternden Reisenden“. Ich werde gegf. an selber Stelle berichten, so mir einer mal zu läuft.
Ihr Global Oldie

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