Tipps für den Mietwagen im Urlaub

Artikel drucken Artikel drucken 19. April 2017 | Von | Kategorie: Recht & Verbraucher

Augen auf bei Verträgen im Ausland: Wer Autos Wagen oder Motorräder mietet, muss einiges beachten. Foto: ERGO

Wer im Urlaub mobil und flexibel sein möchte, bucht oft einen Mietwagen. Viele warten damit bis zur Ankunft am Ferienort. Ob es besser ist, bereits von zu Hause aus zu buchen. Worauf Reisende bei der Buchung achten sollten und welche Versicherungen notwendig sind, dazu haben Rechtsexperten hier einige Tipps. Damit der Mietwagen nicht zur Kostenfalle wird, ist auf jeden Fall gute Vorbereitung sinnvoll. „Viele Urlauber gehen davon aus, dass die Buchung vor Ort billiger ist”, unterstreicht Michaela Rassat, Juristin bei der Firma D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH, „aber oft kann eine Buchung von Deutschland aus preisgünstiger sein. Dies hängt vom jeweiligen Urlaubsland und der Reiseplanung ab.“

Preisvergleiche ermöglichen verschiedene Internetportale, über die Reisende zum Teil auch gleich buchen können. Was viele aber nicht wissen: Derartige Portale sind rechtlich nicht mit einem Reiseveranstalter zu vergleichen, der für Mängel vor Ort haftet. Sie wickeln lediglich die Buchung ab. Wer von Deutschland aus über ein solches Preisvergleichsportal bucht, schließt zunächst einen Vertrag mit einem Mietwagen-Vermittler ab. Dieser regelt, welche Leistungen inbegriffen sind – etwa eine Vollkaskoversicherung. Es gibt eine Reihe solcher Vermittlungsunternehmen, nicht alle haben jedoch ihren Sitz in Deutschland. Das Unternehmen vermittelt den Kunden dann an einen Vermieter vor Ort, mit dem der Kunde ebenfalls einen eigenen Vertrag schließt. Das deutsche Portal hat demnach nichts mit der eigentlichen Vermietungsleistung zu tun und haftet nicht für Probleme wie beispielsweise zweifelhafte Kreditkarten-Abbuchungen wegen Schäden am Fahrzeug. Teilweise bieten sie jedoch eine Vermittlung bei Reklamationen an.

Vorsicht vor Lock-Angeboten

Um Fallstricken im Kleingedruckten zu entgehen, lohnt sich ein genauer Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der jeweiligen Anbieter: „Der Urlauber sollte unbedingt darauf achten, dass die AGB vollständig und transparent zur Verfügung stehen”, empfiehlt Rassat. „Viele größere, internationale Autovermietungen oder Vermittler stellen Vertragsunterlagen in deutscher Sprache zur Verfügung. Auch an beliebten europäischen Urlaubszielen mit viel deutschem Publikum bürgert sich dies bei den örtlichen Vermietern zunehmend ein.”

Nächster Fallstrick: Manche Anbieter werben mit Lock-Angeboten und zeigen nur eine günstige Grundmiete an. Bei der Übernahme vor Ort können dann noch teure Zuschläge anfallen, warnt die D.A.S. Juristin: „Wichtig ist daher, das Angebot genau unter die Lupe zu nehmen: Wie sehen die Tankregeln aus? Kommen Servicepauschalen oder Steuern dazu? Kann noch ein Zweitfahrer eingetragen werden und was kostet das?“ Wer weit im Voraus bucht, sollte auch die Stornierungsmöglichkeiten prüfen.

Augen auf beim Versicherungsschutz

Auch auf den Versicherungsschutz sollten Urlauber achten. Einige Mietwagenfirmen bieten Versicherungen bereits im Mietvertrag mit an. „Auf Nummer sicher gehen Urlauber mit einer Vollkaskoversicherung. Da der Versicherungsschutz von dem in Deutschland üblichen abweichen kann, ist es ratsam, auf etwaige Ausschlüsse zu achten“, meint Frank Mauelshagen, Kfz-Experte der ERGO Versicherungen, und ergänzt: „In der Kfz-Haftpflichtversicherung muss der Mieter genau auf die Höhe der vereinbarten Deckungssumme achten. Die Mindestdeckungssummen sind vielfach geringer als in Deutschland üblich.“

Es kann damit ratsam sein, die Deckungssumme in der Kfz-Haftpflicht gegebenenfalls zu erhöhen. Verursacht nämlich der Mietwagenfahrer einen Unfall und der Schaden übersteigt die vertraglich vereinbarte Deckungssumme, muss er den Differenzbetrag selbst bezahlen. „In der Regel ist es am günstigsten, die Kfz-Police von Deutschland aus abzuschließen“, weiß der Experte. Gut abgesichert ist, wer in seinem heimischen Vertrag die sogenannte „Mallorca-Police“ mitversichert hat. Dies ist eine Erweiterung des heimischen Versicherungsschutzes für Mietfahrzeuge im Ausland. Sie erhöht die ausländische Deckungssumme, falls diese im Schadensfall nicht ausreicht – bis zur Höhe der in Deutschland vereinbarten Deckungssumme. Wichtig zu wissen: Nur der im Vertrag vermerkte Fahrer ist versichert. Wer sich gerade bei längeren Fahrten mit seinem Beifahrer abwechseln möchte, sollte ihn als Zweitfahrer eintragen. Das kostet allerdings oft extra.

Dellen und Kratzer im Übergabeprotokoll vermerken

Egal ob Geländewagen, Familienbus oder schicker Stadtflitzer: Bevor es losgeht, sollte der Urlauber den Mietwagen mit einem Mitarbeiter der Verleihstation von allen Seiten begutachten. Sind Reifen, Beleuchtung, Bremsen, Scheibenwischer und Lack in Ordnung? Funktionieren die Gurte? Gibt es Brandflecken auf den Sitzen? Je präziser der Urlauber prüft, umso besser. „Sofern Schäden oder Kratzer zu erkennen sind, sollte der Mieter sie im Übergabeprotokoll vermerken lassen. Später kann er kaum noch beweisen, dass er die Schäden nicht verursacht hat”, so Michaela Rassat. Bei gravierenden Mängeln oder technischen Defekten empfiehlt es sich, die Finger von dem Auto zu lassen und Ersatz zu fordern.

Auch wenn alles gut gelaufen ist, ist Vorsicht angebracht. „Bei der Rückgabe sollte sich der Mieter bestätigen lassen, dass er den Wagen ohne Schäden zurückgebracht hat”, rät die D.A.S. Juristin. Auch die letzte Tankquittung besser aufheben. Sonst kann es bei der Endabrechnung zu bösen Überraschungen kommen. Eine Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten sollten Urlauber daher nach Möglichkeit vermeiden.

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Ein Kommentar
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  1. Ich muss ehrlich gestehen: Ich habe bis vor dem Artikel immer gedacht, dass es billiger sei ein Mietwagen Vorort zu mieten. Aber nun bin ich dem Artikel sei Dank etwas schlauer und kann beim nächsten Urlaub eventuell etwas Geld sparen! Man gibt ja schon genug Geld im Urlaub aus, da ist es gar nicht so schlecht da Geld zu sparen, wo es wirklich Sinn macht. Beispielsweise spare ich im Urlaub ungern bei der Übernachtung oder Essen. Denn für mich bedeutet Urlaub: pure Entspannung und vollkommener Genuss. Ich will ja das essen und probieren, was die Einheimischen selber essen. Das verstehe ich unter Urlaub. Deutsches Essen bekomme ich in meiner Heimat genug, dass muss ich dann nicht mit in den Urlaub nehmen, um Geld zu sparen.
    Da wir oft noch unsere kleinen Kinder mitnehmen, bin ich zusätzlich darauf bedacht, dass es keine unnötigen Risiken gibt. Man kann sich ja vor Urlaubsantritt über mögliche Risiken informieren. Ganz wichtig in meinen Augen ist auch der richtige Kindersitz, wenn man längere Strecken zurück legt. Beispielsweise wenn man mit dem eigenen Auto fährt. Der Straßenverkehr ist leider gefährlich, sodass viel passieren kann. Mit dem richtigen Kindersitz kann man Sicherheitsvorkehrungen treffen. Kleine Kinder sind aufgrund der Größe bei Unfällen der größten Gefahr ausgesetzt. In diesem Zusammenhang haben wir uns dann auch für einen Römer Kindersitz entschieden, da wir sowohl aus dem Bekannten- als auch vom Verwandtenkreis gehört haben, dass alle zufrieden sind.
    An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön für den Artikel. Tolle Arbeit, liebe Redaktion. Ich konnte wahrlich viel lernen. MfG.

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