Das Sternchen-Gender-Geschlechter-Etikett

Artikel drucken Artikel drucken 4. Mai 2017 | Von | Kategorie: Alter Ego

Liebe User*in, wenn es mir nicht neulich eine Freundin erzählt hätte, wäre mir die aktuelle Sprachregelung komplett durchgerutscht. Obwohl erste Vorreiter wie die Grünen schon 2015 das Sternchen in den allgemeinen Sprachgebrauch einführen wollten, habe ich es bis jetzt gar nicht gemerkt. Aber im Moment erhält die Sternchen-Sprache neuen Auftrieb. Mit dieser Form möchte man die Diskriminierung all jener Menschen verhindern, die sich weder als Männer noch als Frauen fühlen. Das ist ein nobles Anliegen.

Wie viele in Deutschland wohnende Bürger*innen in diese Kategorie fallen, ist mir nicht bekannt. Ich habe auch im ganzen Freundes-und Bekanntenkreis, der ziemlich groß ist, keinen einzigen, der in diese Gruppe fallen würde. Entweder sind es Männer oder Frauen, manchmal auch schwule Männer oder lesbische Frauen. l

Das heißt aber noch lange nicht, dass es in Franken keine Betroffenen gibt. Jedenfalls hat das Erlanger Theater in seiner letzten Programm-Werbung die Besucher*innen angesprochen. Ob das die Leute verstanden haben? Gerade die Älteren, die in der Szene vielleicht nicht so präsent sind? Das Sternchen schaut allemal schöner aus und lässt sich leichter lesen, als wenn man alle Geschlechterformen aufzählen würde. Laut Süddeutscher Zeitung sind das neben Männer und Frauen noch Transsexuelle, transgender und intersexuelle Personen, die sonst unsichtbar bleiben.

Das geht natürlich gar nicht. Deswegen hat auch die Arbeiterwohlfahrt in ihrer Broschüre zur „inklusiven Geschlechtergerechtigkeit“, erschienen im Januar 2017, eine ausführlich Anleitung für die korrekte Ansprache gegeben.
Es handelt sich vor allem um das gedruckte Wort. Denn als ich in einer angesagten Kneipe in der Berliner West City in der Uhlandstraße vor ein paar Tagen von einem solchen Menschen zu meinem Tisch geführt wurde, hätte ich mich nicht getraut, das Sternchen mitzusprechen.
In der Praxis angewandt fühlt es sich nämlich sehr künstlich an, diese Menschen mit einer extra für sie geschaffenen Wortkonstruktion zu beglücken.

Ich glaube, die sexuelle Orientierung rückt hier, bei allem Bemühen um Geschlechtergerechtigkeit, zu sehr in den Vordergrund. Wahrscheinlich bin ich schon zu alt für solche Feinheiten. Ich bleibe also bei der alten Schreibweise liebe Userin, lieber User und hoffe, damit alle zu erreichen.

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