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An der Universität Duisburg-Essen wird zurzeit die Wirkung von Methylenblau erforscht. Foto: epd/Jochen Tack

Den Farbstoff Methylenblau gibt es schon mehr als hundert Jahre – nun entdeckte die Doktorandin Amelie van der Ven an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen neue Seiten an ihm: Ihre Studie deutet darauf hin, dass er Stammzellen im Gehirn aktiviert und so bei der Behandlung von Alzheimer-Patienten helfen könnte.

Amelie van der Ven gab Mäusen Methylenblau. Die Folge: In dem Teil des Gehirns der Nagetiere, das für Gedächtnis und Lernen zuständig ist, wurden die adulten neuronalen Stammzellen mobiler. Die Forscherin nimmt an, dass der Farbstoff Stammzellen im Gehirn aktiviert. Dort, wo bereits Schäden entstanden sind, könnte das Zellwachstum angeregt oder abgestorbene Binde- und Stützstellen ersetzt werden. „Das würde den neuronalen Abbau reduzieren“, erklärt PD Dr. Jens Benninghoff, in dessen Arbeitsgruppe „Adulte Neurogenese“ an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (LVR-Klinikum Essen) van der Ven forschte.

Diese Vermutung liefert nun den Ausgangspunkt für weitere Versuche. Die Mediziner wollen herausfinden, ob Methylenblau zum Schutz und Wachstum des Gehirns beiträgt oder ob Bestandteile, die sich negativ auf die Funktion der Zellen auswirken, herunterreguliert werden. Bereits frühere Studien deuten darauf hin, dass sich Methylenblau Therapieerfolge bei Menschen im frühen oder leichten Stadium einer Alzheimer-Erkrankung erzielen lassen.

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