Neues Studienangebot
zur Alternswissenschaft

Artikel drucken Artikel drucken 27. Juni 2017 | Von | Kategorie: Jobs & Ehrenamt

Mehrere Hochschulen entwickeln gerade einen Studiengang zur Alternsforschung. Foto: epd/Hans-Jürgen Bauer

Drei Hochschulen wollen sich in Zukunft noch stärker der Alternswissenschaft (Gerontologie) widmen. Deshalb entwickeln sie gemeinsam den Verbundmaster „Zukunft Alter: Angewandte Gerontologie“. Dabei sollen Interessierten berufsbegleitend und praxisnah wissenschaftliche Weiterbildungen auf Master-Niveau angeboten werden. Hintergrund ist, dass die Gesellschaft zunehmend hochaltrig wird und der Wissensbedarf zu Fragen des Alterns stetig steigt.

So arbeiten immer mehr Menschen direkt und indirekt mit alten Menschen. Dabei muss qualifiziertes Fachpersonal heute planen, Konzepte entwickeln und Vernetzungen herstellen, die langfristig die Lebensqualität alter Menschen sichern. Interdisziplinäre Lösungsansätze für nachhaltiges Planen und Gestalten sind zum Beispiel in Medizin und Pflege, in der Stadtteilplanung und der ehrenamtlichen Betreuung erforderlich. Als interdisziplinäre Wissenschaft des Alterns bildet die Gerontologie somit ein zukunftsorientiertes Studienfach.

Die Katholische Hochschule Freiburg, die Hochschule Mannheim und die Katholische Stiftungsfachhochschule München bieten daher ein neues und einmaliges Verbundprojekt in der Gerontologie an. Sie entwickeln derzeit den Verbundmaster „Zukunft Alter: Angewandte Gerontologie“. An den drei beteiligten Hochschulen können jeweils losgelöst voneinander, berufsbegleitend und praxisnah Wissenschaftliche Weiterbildungen auf Master-Niveau absolviert werden. Die Teilnehmenden erwerben eigenständige CAS-Zertifikate (Certificate of Advanced Studies). Durch die Vergabe eines CAS-Zertifikats wird verdeutlicht, dass es sich um eine hoch qualifizierende, wissenschaftliche Weiterbildung handelt, die mit dem Wert von 30 Leistungspunkten (ECTS) hinterlegt sind. CAS-Zertifikate sowie die ECTS werden im Verbundmaster „Zukunft Alter: Angewandte Gerontologie“ anerkannt und befähigen (bei Vorliegen eines ersten Studienabschlusses) zum Abschluss Master of Arts (M. A.) Angewandte Gerontologie.

„Flexibler kann man berufliche und wissenschaftliche Weiterbildung nicht kombinieren“, so Prof. Dr. Ines Himmelsbach, Professorin für Soziale Gerontologie an der Katholischen Hochschule Freiburg. Die Teilnehmer können zwischen drei Standorten und drei Schwerpunkten wählen. Zudem ist es möglich, bis zu zehn Jahre Leistungspunkte zu sammeln. Die Idee ist der hohen Praxistauglichkeit zugeordnet. „Wer beruflich stark eingespannt ist oder eine Unterbrechung aufgrund privater Lebensplanung benötigt, kann auch nach einer Pause mit den gesammelten Punkten wieder einsteigen.“

Das Projekt wird im Rahmen der Förderlinie „Auf- und Ausbau von Strukturen der wissenschaftlichen Weiterbildung an Hochschulen in Baden-Württemberg“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert. Das Masterstudium ist gleichermaßen theoriebasiert wie anwendungsorientiert. Vermittelt werden Forschungsergebnisse relevanter Wissenschaftsbereiche, die sich mit Fragen des Alterns befassen. Gewonnenes Wissen kann unmittelbar im Berufsalltag angewandt werden. Darüber hinaus legt der Verbundmaster ein Fundament für die Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Sektors der Gerontologie in den Bereichen Soziale Arbeit, Pflege und Gesundheitsmanagement.

„Unser erklärtes Ziel ist es, die praktische Erfahrung noch stärker zu berücksichtigen“, weist Himmelsbach auf eine weitere Besonderheit des Verbundmasters hin. Zukunft Alter: Angewandte Gerontologie ist ein Modellprojekt des Europäischen Sozialfonds „Chancen fördern“. Das Landeshochschulgesetz in Baden-Württemberg lässt derzeit keinen Master-Abschluss ohne einen vorangegangenen akademischen Erstabschluss zu. „Ziel dieses Modelles ist es, den Erwerb dieses Master-Abschlusses langfristig auch ohne Erststudium zu ermöglichen, um auf diese Weise Durchlässigkeit zu fördern und damit berufliche und hochschulische Bildung gleichwertiger anzusehen. Auf diese Weise soll eine Weiterqualifizierung von Fachkräften und eines wissenschaftlichen Nachwuchses – aus der Praxis kommend – gefördert werden.“

Interessierte finden die Schwerpunkte der Wissenschaftlichen Weiterbildungen, die Zugangsvoraussetzungen und weitere Informationen unter: www.zukunft-gerontologie.de

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