Spielsucht unter Senioren

Artikel drucken Artikel drucken 9. August 2017 | Von | Kategorie: Global Oldie

 Hello All, in den USA grassiert eine Seuche unter den Senioren: Spielsucht. Umfragen besagen, dass ca. 70 % aller US-Senioren im letzten Jahr an einem Glücksspiel teilgenommen haben. Vom harmlosen Bingo bis hin zu den  „Einarmigen Banditen“, jenen Slot- Maschinen, die unersättlich Münzen schlucken, Walzen drehen lassen, klingeln, rasseln und meist enttäuschen. 2012 setzte die Spielindustrie in den USA offiziell 37 Milliarden USD um; Tendenz ungebrochen steigend. Besonders unter Senioren. 58% aller Spielkasinobesucher in Amerika sind bereits über 50; der Anteil der älteren Frauen steigt besonders schnell unter den Teilnehmern. Weniger in mondänen Kasinos mit Befrackten in Abendroben, sondern überwiegend in Spielhöllen, erfüllt vom Gedudel der Spielautomaten und Zigarettenqualm – ja dort darf oft explizit geraucht werden. Die Veranstalter zielen auf die Senioren mit gratis Busshuttle zu den Spielstätten, Gutscheinaktionen in Seniorenzentren und auf Senioren-Websites, verbilligten Buffets für Senioren, Rollstuhl gerecht gestalteten Spieltischen bis hin zu Sauerstoffanschlüssen; Atemluft gegen sauer ersparte Altersrücklagen. Am wachsenden Kuchen der spielfreudigen Senioren laben sich Indianerreservate, klamme US- Bundesstaaten, die sich ihre evangelikale Prüderie gegen Cash abkaufen ließen, Kreuzfahrtreedereien, Online- Gambling Unternehmen, Lotterien und Großinvestoren aus  Macau, Las Vegas und Atlantic City; darunter auch die Trump Entertainment Ressorts.  Der hoch geschätzten Freiheit im Alter, endlich zu tun und zu lassen, was man legaler Weise darf,  folgen böse Zahlen. 10 % aller über 65 Jährigen Amerikaner geben an, wegen Glücksspiel finanziell in die Klemme geraten zu sein – es sind zumeist Angehörige der Unterschicht, die ihr Weniges für das Alter verzockt haben; in falscher Hoffnung und eben – süchtig nach dem Kick und der Illusion. Noch eine Zahl: 14% aller über 70 Jährigen US- Bürger offenbaren Anzeichen von Demenz; ihnen lassen sich die Dollars noch leichter aus der Tasche ziehen.

Übrigens: in Japan halten Altersforscher Glücksspiele in Verbindung mit Strategie und Erinnerungsleistung für eine Maßnahme der Demenzprävention. In Yokohama experimentiert man deshalb u.a. mit Mahjong und Baccara. Allerdings mit uneinlösbarem Spielgeld. Damit würden sich in den USA Trump & Co. nicht zufrieden geben, wohl aber besorgte Seniorenberater und Sozialarbeiter. Da spiele ich lieber mit den Enkeln…

Ihr Global Oldie

Tags: , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Bitte führen Sie diese Berechnung durch * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.