Typisierung von Großeltern

Artikel drucken Artikel drucken 25. Oktober 2017 | Von | Kategorie: Enkelblog

vignette_mielenzProf. Dr. Ulrich Schmidt-Deuter von der Universität Köln hat es versucht, nämlich Großeltern zu typisieren. Er meint, dass sie nicht „in eine Schublade passen“, denn sie haben sehr unterschiedliche Auffassungen von ihrer Rolle als Großeltern. Großeltern-Sein sei eben „Typ-Sache“. Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelt er vier Großelterntypen:

Typ 1: Das sind die formellen Großeltern. Sie lassen sich nur zu wichtigen Familienfesten oder zu Pflichtterminen blicken. Im Prinzip fühlen sie sich in ihrer „Freiheit“ durch familiäre Pflichten und Enkelkinder „bedroht“. Ihre Enkelkinder haben ein nur ungenaues Bild von ihren Großeltern und die Beziehungen sind wenig emotional. Erst wenn, die Enkelkinderkinder größer werden, können Großeltern und Enkelkinder mehr miteinander anfangen, die Beziehungen werden dann enger.

Typ 2: Die distanzierten Großeltern machen die gewonnene Freiheit von Beruf und Arbeit zum Lebensinhalt. Enkelkinder spielen darin kaum eine Rolle. Dieser Typ Großeltern ist gerne abwesend und verbringt viele Winterwochen im Süden. Allerdings liegen dieser Distanz oft ungeklärte familiäre Konflikte zu Grunde. Da die Enkelkinder kaum eine Beziehung zu ihren Großeltern haben, können Leihomas oder -opas ein Ausweg sein, verschiedene Generationen zusammenzubringen.

Typ 3: Großeltern als Ersatzeltern sind immer für ihre Enkelkinder da, die zumeist berufstätigen Eltern sind auf die Hilfe der Großeltern angewiesen. Zwischen Großeltern und Enkelkindern entwickelt sich eine starke emotionale Beziehung. Erziehungs- und Alltagsregeln müssen allerdings zwischen Eltern und Großeltern ausgehandelt und geklärt werden.

Typ 4: Die „spaßmotivierten“ Großeltern empfinden ihre Rolle als Großeltern „beglückender“ als ihre Elternschaft. Sie unternehmen viel mit ihren Enkeln, spielen mit ihnen, haben Zeit und hören zu.. Auch sie entlasten die Eltern, mischen sich aber nicht in den familiären Alltag ein. Für die Enkelkinder bedeutet die Zeit mit den Großeltern „Urlaub von zu Hause“ (die Typisierung von Schmidt-Deuter findet sich unter www.baby-und-familie.de).

Haben Sie sich in den Typisierungen wiedergefunden? Nein? Dann geht es Ihnen wie mir. Wahrscheinlich ist doch, dass neben den eigenen Bedürfnissen (die zu leben ja auch nichts Schlimmes ist) auch immer Hilfsbereitschaft, „Ersatzelternschaft“ und Spaß mit den Enkelkindern wichtige Anliegen von Großeltern sind. Fehlt nur noch der Typ 5: Großeltern, die aus welchen Gründen auch immer von ihren Enkelkindern fern gehalten werden.

 

 

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