Entspanntes Kennenlernen auf der Messe inviva

Artikel drucken Artikel drucken 3. März 2018 | Von | Kategorie: Sport & Freizeit

Seniorentanzleiterin Ingrid Ullmann (l.) und Marieluise Schumann vom Magazin 66 am Stand auf der inviva. Hier konnte man sich für das Speed Dating anmelden. Foto: pnb

So viel steht fest. Das Experiment ist geglückt. Das erste Speed Dating auf der Seniorenmesse inviva 2018 in Nürnberg war ein Erfolg. Das Magazin 66 hatte in vier Runden gut 50 Menschen ins Gespräch gebracht, die sich vorher nie begegnet sind. Unter dem Motto „Finde einen Freizeitpartner“ tauschten sich die Teilnehmer aus.

Moderatorin Karin Jungkunz, im Landratsamt Erlangen-Höchstadt für Kultur und auch Senioren zuständig, ist davon überzeugt, dass man auch im höheren Lebensalter neue Bekanntschaften schließen kann. Es ist zwar nicht mehr so einfach wie in der Jugend, doch wenn sich die Interessen gleichen, ist es durchaus ein Gewinn. Das Startglöckchen läutete 66 Autorin Brigitte Lemberger und schon ging es los.

An Tischen mit maximal sechs Plätzen setzten sich die Teilnehmer zusammen und tauschten sich aus. „Ich bin die Inge“, legte eine gepflegte Dame los. Ihr Gesprächspartner hörte aufmerksam zu. Im ersten Durchgang waren erstaunlicher Weise die Männer in der Überzahl. Schnell fanden sich drei Sportler an einem Tisch zusammen und plauderten über ihre Lieblingsaktivitäten. Denn auch Sport macht in der Gemeinschaft mehr Spaß als alleine.

Auch bei einem Ehrenamt kann man Menschen kennenlernen. Die Freiwilligenbörse auf der inviva ist dafür ein guter Platz. Foto: pnb

Inzwischen hat Hundewitwe ihren Gesprächspartner schon etwas kennengelernt. Sie war nie verheiratet, lebte aber mehrmals in festen eheähnlichen Beziehungen. Jetzt möchte sie der Einsamkeit entfliehen. Denn vor fünf Monaten ist auch noch ihr Hund gestorben. Weil sie nicht allein beliben möchte, sucht die 70-Jährige einen Menschen für gemeinsame Freizeitgestaltung. Tierlieb sollte er sein und Hunde mögen. Da winkte der gepflegte Herr ihr gegenüber ab. Hunde sind nicht sein Fall. Schon läutet das Glöckchen. Platzwechsel ist angesagt.

Manchmal trennen sich die Gruppen ungern, denn das sponatne Gespräch ist schon mächtig in Gang gekommen. Zwei Frauen verlassen das Speed Dating in Richtung Kaffee, um die Bekanntschaft zu vertiefen. Nicht immer klappt es mit der Kontaktaufnahme. Da bleiben die Kärtchen auf den Tischen, die für den Eintrag von Namen und Konatktdaten gedacht waren samt Kugelschreibern unbenutzt auf dem Tisch liegen. So ergeht es auch dem 89-jährigen Witwer, der erst von einiger Zeit von der Fränkischen Schweiz wieder nach Mögeldorf gezogen ist. nach dem Tod seiner Frau war ihm das Haus zu groß geworden. Obwohl er in dem Nürnberger Stadtteil aufgewachsen ist und noch im Sportverein aktiv, fehlt ihm der Austausch mit anderen. Auch wenn es an diesem Tag nichts mit den neuen Bekanntschaften geworden ist, will der rüstige Mann nicht aufgeben. Als nächstes wird er über das Seniorenetzwerk im Stadtteil versuchen, Gleichgesinnte zu finden.

Das Speed Dating wurde übrigens in Nürnberg zuerst im Seniorenzentrum am Tiergärtnertorplatz durchgeführt. Drei Studentinnen kamen auf die Idee, diese Form der Partnersuche auf die Bedürfnisse der Senioren zuzuschneiden. Die Aufwärmrunde, die dort durchgeführt wurde, war auf der Messe gar nicht nötig. Offenbar ist es doch leichter, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen, als manche denken. Ein Versuch ist es wert. Weitere Speed Datings von verschiedenen Veranstaltern wird es nach dem gelungenen Auftakt wohl auch in der Region geben.

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