Warum bringt ein Hase die Ostereier?

Artikel drucken Artikel drucken 25. März 2018 | Von | Kategorie: Enkelblog

Haben Sie auch Enkelkinder, die in dem Alter sind, in dem sie aufmerksam ihre Umwelt betrachten und alles wissen wollen? Beim Einkaufen im Supermarkt, in dem die Fülle von Osterhasen und Ostereiern für Kinderaugen unübersehbar ist, fragt mich meine Enkeltochter mit Neugierde, warum der Osterhase die Ostereier bringt, wo der doch gar keine Eier legen kann. Und die Hühner, die ja Eier legen, machen auch keine bunten und schon gar keine Schokoladeneier. Und warum muß man die Ostereier denn suchen, wenn man sie doch einfach so kaufen kann?

Oma in Erklärungsnöten! Erst das Internet hat da weiter geholfen. Eindeutig ist das aber alles nicht. Offenbar gibt es den Hasen als „Maskottchen“ einer Fruchtbarkeitsgöttin schon in der Mythologie ganz früher Zeiten. Da diese Göttin im Frühjahr immer ein großes Fest feierte (das dann mit dem christlichen Osterfest „zusammengelegt“ wurde), ist zwar die Göttin in Vergessenheit geraten, geblieben ist jedoch der Hase. Auch das Ei hat als Fruchtbarkeitssymbol einen heidnischen Ursprung und war  schon bei den alten Ägyptern bekannt. Im Christentum stand dann das Ei auch für Auferstehung. Viele Jahrhunderte später wurden Hase und Eier zum eierbringenden Osterhasen, der neben Fruchtbarkeit und Auferstehung Freude über den beginnenden Frühling ausdrücken soll.

Das Bemalen von Eiern zu Ostern ist christlichen Ursprungs. Die Versteckerei von Ostereiern durch den Osterhasen hat viel mit regional unterschiedlichem Brauchtum zu tun. Die Verbindung der Eier mit dem Osterfest ist jedenfalls erst seit dem Mittelalter bekannt, als ein Arzt vor unmäßigem Verzehr warnte. Richtig „vermarktet“ wurden Osterhase und Ostereier erst im 19., vielleicht aber auch erst Mitte des 20. Jahrhunderts. Und so wird der Osterhase bei hoffentlich schönem Wetter auch dieses Jahr wieder für unsere Enkeltochter viele Ostereier verstecken.

Mit diesem schon älteren Beitrag, der ja nur zu Ostern passt, wünsche ich Ihnen fröhliche Ostern. Die Kommentare zu dieser Geschichte thematisieren hauptsächlich das frühlingshafte Outfit, ich habe  sie stehen lassen, sie scheinen unsere Generation sehr beschäftigt zu haben. Die häuslichen Auseinandersetzungen um die Kniestrümpfe bei den ersten Sonnenstrahlen kenne ich auch. Für mich ging das jedoch immer schlecht aus, denn Kniestrümpfe waren für mich erst bei anhaltender Wärme erlaubt. Diese anhaltende Wärme wünsche ich uns allen zu Ostern.

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12 Kommentare
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  1. es ist schade, dass sobald die ostersachen in den läden sind, man kommt wirklich in erklärungsnöte.
    ostern als kind, man hatte nicht den überfluss an süssigkeiten, dies waren zu ostern das erstemal anziehen von kniestrümpfen, für den kirchgang, suchen der gekochten eier, vater lief z.b.gackend mit hut (darunter die eier) durch das zimmer. es war die freude am suchen.

  2. Oster war bei uns zuhause immer auch Frühlingsanfang. Und so stand der Kleiderwechsel ins Haus. Für meinen Bruder und mich bedeutete das: ab Ostern werden kurze Hosen getragen. Leider war es nicht immer schon warm, ich kann mich sogar noch gut an weiße Ostern erinnern. Trotzdem hatte meine Mutter die kurze Hose rausgelegt. Morgens in der Kirche stellten mein Bruder und ich fest, dass außer uns kein Junge eine kurze Hose anhatte. Als wir auf dem Rückweg beschwerten wir uns, weil es wirklich grausig kalt war und wir wollten auch nicht die einzigen Jungen in kurzen Hosen sein. Zwar hatte Mama auch registriert, dass alle anderen Jungen noch lange Hosen anhatten, aber ihr war eben auch aufgefallen, dass es mehrere Mädels gab, die schon Kniestrümpfe zum Rock trugen. So nach dem Motto: wenn Mädchen nicht frieren, dann ist es für Jungen auch nicht zu kalt. Ich vermute allederdings, dass auch die Mädchen gefroren haben.
    Als Vorbild wurde uns immer eine kleine Göre aus der näheren Nachbarschaft hingestellt. Jeder im Ort wusste, dass sie schon Anfang März keine Strumpfhosen mehr anzog.

  3. Ostern durften wir Kniestrümpfe anziehen, nicht früher. Deshalb sehnte ich immer das Osterfest herbei. Wenn es schon vorher warm war, erlaubte meine Mutter trozdem keine Kniestrümpfe. War es Ostern kalt, was häufig der Fall war, musste ich lange betteln, bis ich die Kniestrümpfe anziehen durfte. Es hieß immer:“ Es ist doch noch viel zu kalt, du holst dir noch etwas!“ Das habe ich nie verstanden und eingesehen, denn driekt vor unswerer Haustür erlebte ich das Gegenteil.
    Ich bin in Münster groß geworden und in der Nachbarschaft wohnten viele britische Militärangehörige mit ihren Familien. Die meisten Mädchen hatten das ganze Jahr über – auch bei Schnee und Frost – keine Strumpfhosen zum Rock an. Ich hatte nie den Eindruck, dass die Kinder frieren oder krank werden. Man konnte auf dem Spielplatz Mütter sehen mit ganz kleinen Kindern, die ihre Kinder mit bloßen Beinen im Schnee spielen ließen. Meine Mutter schüttelte immer den Kopf darüber, während ich auch gerne mal ohne Strumphose durch den Schnee gegangen wäre.
    Weiß jemand, warum die britischen Mütter ihren Kleinen im Winter keine Strumpfhosen anzogen, denn heute denke ich, dass den Mädels manchmal schon kalt gewesen sein musste.

  4. In unserer Stadt waren früher viele englische Soldaten mit ihren Familien stationiert. Im Winter trugen die englischen Jungen lange Hosen, aber die Mädchen trugen zum Rock kurze Söckchen oder Kniestrümpfe. Sie waren wohl wetterfester als die Jungen.
    Deshalb durfte ich im Winter auch keine Strumpfhose mehr zum Rock anziehen. Meine Mutter meinte, dass kalte Luft an den Beinen nicht schaden würde, und dass ich mich sicher daran gewöhnen würde. Sie hat Recht gehabt. Später hat es mir nichts mehr ausgemacht, im Winter kurze Söckchen oder Kniestrümpfe zum Rock anzuziehen.
    In der Schule war ich in meiner Klasse das einzige Mädchen, das im Winter kurze Söckchen oder Kniestrümpfe zum Rock anziehen durfte. Dafür wurde ich von meinen Mitschülerinnen oft beneidet, was mir sehr gefallen hat.

  5. Jetzt Anfang März denke ich daran zurück, dass ich früher um diese Jahreszeit schon Kniestrümpfe getragen habe. Ich hasste immer die kratzigen Strumofhosen, die ich immer im Winter zum Rock tragen musste. Miene Mutter ärgerte sich über die kaputten Strumpfhosen, denn als kleiner Wildfang hatte ich imme große Löcher an den Knien, die dann gestopft werden mussten. Kniestrümpfe dagegen waren pflegeleichter. Wenn ich Anfang März fragte ob ich Kniestrümpfe anziehen darf, wiegelte meine Mutter zwar eregelmäßig ab: „Kind, es ist noch zu kalt“, aber dann gab sie schnell nach. Stolz marschierte ich mogens mit nackten Beinen zur Schule. Damals hätte nicht zugegeben, dass mir mannchmal noch sehr kalt war.

  6. Ich habe früher auch beobachtet, dass die Mädels der Engländer, die in unserer Stadt wohnten, auch im Winter zum Rock nur Kniestrümpfe und oft genug sogar nur Söckchen anzogen. Ich frage mich heute noch, warum die Mütter ihren Mädchen keine langen Hosen oder wenigsten Strumpfhosen anzogen, wenn draußen Minusgrade herrschen und Schnee lag.
    Merkwürdig fand ich auch, dass die Schuluniform der Mädchen (die Engländer hatten eigene Schulen) offenbar keine Strumpfhosen für Mädchen vorsahen. In den letzten Jahren, bevor die Britten abzogen, änderte das sich ein bischen, aber immer noch liefen viele Mädchen mit nackten Beinen durch den Winter. Zur gleichen Zeit hatten Jungen fast nur noch lange Hosen an, während sie früher ganzjährig kurze Hosen trugen.
    Warum durften Jungen sich warm anziehen, während Mädchen frieren musten.
    Also mich würde interessieren ob jemand weiß, was sich die Mütter dieser Kinder dabei gedacht haben. Vielleicht hat jemand hier im Forum eine Antwort.

  7. Als Kind war ich immer sehr stolz, wenn ich eine der ersten war, die Kniestrümpfe tragen durfte. Man würde heute sagen, das war cool. Doch als die Strumpfhosen erschwinglich wurden, habe ich die Kniestrümpfe über den Strumpfhosen getragen als es einmal an Ostern noch schneite. Vielleicht hatten die Mädels der Engländer schlicht kein Geld für Strumpfhosen oder sie verfügten über ein anderes Kälteempfinden. Ich war erst vor einigen Jahren im Oktober in Schottland. Dort waren die Mädchen abends fast sommerlich gekleidet, obwohl es für mein Empfinden nicht besonders warm war.

  8. Jeder Junge trug in den 60er Jahren eine Lederhose und war stolz darauf. Die Kniebundlederhose, die wir im Winter anzogen, war immer etwas steif und so waren wir froh, wenn wir endlich wieder die kurze Lederhose anziehen konnten. Ich war Pfadfinder und zur Kluft gehörte eben auch die Lederhose. In unserem Stamm bevorzugten wir natürlich die kurze Variante. Einige Leiter kamen auch im Winter mit der kurzen Lederhose zu unseren Treffen. Wir Jungen bewunderten sie und deshalb haben wir unsere Mütter bekniet, möglichst viel die kurze Lederhose tragen zu können. Meine Mutter war immer sehr besorgt, aber mein Vater unterstützte mich und so ergab sich eine ziemlich widersprüchliche Reglung: In der Schule und in der Freizeit wurde die kurze Hose von Ostern bis zum Ende der Herbstferien getragen, dann musste sie der Kniebundlederhose weichen. Zu den Pfadfindern durfte ich die kurze Lederhose immer anziehen, solange kein Schnee lag oder Frost herrschte. Mit ungefähr 12Jahren hörte ich auf kurze Hosen zu tragen. Zur Schule ging man in langen Jeans, auch wenn es im Sommer noch so heiß war. Bei den Pfadfindern hingegen blieben wir bei den Lederhosen und meine Mutter drückte mehr und mehr ein Auge zu und ließ mich auch bei Frost mit der kurze Lederhose ziehen. Also: im Sommer habe ich in der Jeans bei Hitze wie verrückt geschwitzt und im Winter in der kurzen Hose gefroren wie Sau. Das verstehen wohl nur Jugendliche. ich jedenfalls schüttel heute den Kopf darüber.

  9. Meine beiden Töchter, 4 und 6 Jahre alt, tragen beide gerne Röcke. Weil es in diesem Jahr schon seit einigen Wochen frühlingshaft warm ist, lasse ich sie schon seit Mitte März Kniestrümpfe zum Rock anziehen. Ich finde, bei diesen Temperaturen braucht man nicht bis Ostern damit zu warten. Außerdem sehe ich es auch gern, wenn meine beiden Mädchen in diesem Alter mit nackten Beinen draußen herumlaufen.

  10. für mich als kind, später auch als erwachsener, war das wichigste das suchen. dann auch beim sohn (mit gutscheinen) und später bei der kleinen enkelin. ob 1964 schon der überfluss solange vor ostern in den geschäften herrschte, weiß ich nicht mehr. dadurch gab es auch nicht lange vorher schon fragen, stichwort osterhase. und wenn ich an die damaligen kinderbücher denke, mit zwergen etc. die kinder glaubten, daß der hase weil er so schnell ist, die aufgabe des eierversteckens zu ostern übernommen hat.

  11. wunderbare Geschichte, ich freue mich schon auf Ostern 2016!
    Unser Enkel Kolja (fast fünf), wir waren zu Ostern in Berlin, hat mit großem Eifer im Garten und dann bei einem Spaziergang in Sanssouci (in Potsdam, wer von den Franken noch nicht da war, sollte unbedingt mal hinfahren) Ostereier gesammelt und überhaupt keine zweifelnden Fragen gestellt, ihm ging es allein um ‚die Beute‘! Sein Eifer war bewundernswert und mir ist das großväterliche Herz aufgegangen, ihm dabei zuschauen zu dürfen.

  12. […] ein buntes Ei. Wer seinen Enkel erklären möchte, warum der Osterhase die Eier bringt, sollte die Erklärung im Enkelblog bei unserer Bloggerin Ingrid Mielenz […]

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