Mehr Mut im Umgang mit dem demografischen Wandel

Artikel drucken Artikel drucken 16. April 2018 | Von | Kategorie: Aktionen & Projekte

Franz Müntefering glaubt an einen gemeinsamen europäischen Arbeitsmarkt. Foto: epd / Stefan Arend

Rund 200 nationale und internationale Experten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft beschäftigten sich beim 7. Berliner Demografie Forum mit der wachsenden Binnenwanderung innerhalb Deutschlands und Europas sowie der zunehmenden Migration. Wesentliche Erkenntnisse: lebenslanges Lernen wird zur absoluten Notwendigung, Kooperationen helfen bei der Bewältigung der Herausforderungen, und Zuwanderung bremst die Alterung Deutschlands.

„Europa braucht ein identitätsstiftendendes Projekt, ein Projekt, an das die Menschen ihr Herz hängen können“, sagt Franz Müntefering, der auch Vorsitzender des BDF-Beirats ist. „Dies könnte zum Beispiel ein gemeinsamer europäischer Arbeitsmarkt sein, der Menschen über die Grenzen der Nationalstaaten hinaus aufnimmt. Da empfehle ich mehr Mut“, betont Müntefering. „Mit den Erfahrungen der Vergangenheit werden wir die Probleme der Zukunft nicht lösen können“, erläutert Prof. Bert Rürup. „Digitalisierung wird die Art der Arbeit verändern. Die lokale Bindung von Arbeit und abhängige Beschäftigung wird zurückgehen. Dies muss aber nicht zwingend zu abnehmender Erwerbsarbeit führen.“

In seiner Begrüßung sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie, dass die zunehmenden Migrationsbewegungen weltweit weitreichende Auswirkungen hätten. Beispielsweise werde Deutschland nicht so schnell älter wie seit Längerem angenommen. „Nur durch starke, verlässliche Kooperationen werden wir diese Herausforderungen erfolgreich meistern und demografisch relevante Aspekte der Daseinsvorsorge und der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse sichern können“, betont der Diakonie-Chef.

Prof. Jörg Rocholl, Präsident der ESMT Berlin, erinnerte daran, dass Trends wie die Digitalisierung, Nano- und Biotechnologie und der demografische Wandel eine Neujustierung der Bildungspolitik erfordern. „Berufsbilder und Aufgaben wandeln sich mit zunehmender Geschwindigkeit, sodass lebenslanges Lernen kein Luxus, sondern pure Notwendigkeit ist“, erklärt er. „Lebensbegleitende Bildungsangebote müssen kreative und soziale Fertigkeiten, digitales Verständnis und abstraktes Denken fördern.“

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