„Rabengroßmütter“

Artikel drucken Artikel drucken 16. April 2018 | Von | Kategorie: Enkelblog

In einer ganzseitigen Berichterstattung der Nürnberger Nachrichten am 23.3.2018 ging es nicht um Großeltern, sondern ausschließlich um Großmütter in der Rubrik „Frauen Leben in Nürnberg“.  Großmütter sind heute jünger, gesünder und überwiegend noch berufstätig. Sie verstehen sich als Frauen „im besten Alter“ mit vielfältigen eigenen Interessen. Manche Großmütter sind gerade mal über 50 Jahre alt. Festgestellt wird, dass wenn die Mutter sehr früh eine Tochter bekommen hat, auch die Tochter in jungen Jahren Kinder bekommen.

Für die Enkelkinder bedeutet das, Großeltern eine lange Zeit zu haben und umgekehrt für die Großeltern, ihre Enkelkinder bis weit in das Erwachsenenalter zu begleiten und vielleicht sogar Urgroßeltern zu werden. Aber es geht hier ja vorwiegend um Großmütter. Denn diese sind nicht mehr alle unbedingt bereit, ihr eigenes Leben zurückzustellen und sich vollends für die Betreuung der Enkelkinder einspannen zu lassen.  Da scheint sich ein neues Rollenverständnis der Großmütter anzubahnen?

So hat sich z.B. in der Schweiz eine Initiative gegründet, die sich „Großmütterrevolution“ nennt. Hauptanliegen dieser „Revolution“ ist, dass Großmütter ihr eigenes Leben in den Mittelpunkt stellen (berufstätig, emanzipiert) und sich eben nicht fürs Enkelkinderhüten einspannen lassen wollen. Ein bisschen Sorge schwingt im Internetauftritt der Schweizer Initiative allerdings doch mit, sie fürchten, als Rabengroßmütter zu gelten, obwohl auch sie gerne einspringen, wenn ein Enkelkind krank ist oder die Betreuung in der Kita nicht möglich ist.

Dennoch zeigen die anderen beiden Geschichten von Großmüttern, dass die traditionelle Großmutterrolle noch intensiv gelebt wird. Da wird schon mal der Dienst in der Altenpflege so „geschoben“, dass an drei Vormittagen in der Woche das Enkelkind betreut werden konnte. Und da gibt es die Großmutter, die einfach mit größtem Vergnügen alles für ihre sechs Enkeltöchter tut.

Fazit zu dieser „Großmütterseite“: Das traditionelle Rollenverständnis der Großmütter überwiegt offenbar noch immer … und die Großmütter, die sich nicht ganz und gar einspannen lassen, fürchten als „Rabengroßmütter“ zu gelten. Eine „Revolution“ ist das wohl eher nicht.

 

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