Bitte lesen: Virenscanner sind kein Allheilmittel!

Artikel drucken Artikel drucken 2. August 2018 | Von | Kategorie: Blogs, Starthilfe

Viele Menschen installieren auf dem Computer und/oder dem Smartphone einen Virenscanner für einen jährlichen (nicht gerade günstigen) Geldbetrag, nicht zuletzt weil wortgewaltige Werbeversprechen dem Käufer suggerieren, dass die Investition in einen Virenscanner ein absolutes Muss ist. Nach dem Kauf und der Installation der Schutzprogramme und Virenscanner fühlen sich viele Menschen dann sehr sicher, um nicht zu sagen sorglos: „Warum soll ich selbst denn noch aufpassen, der Super-Virenscanner wird das schon regeln. Und mindestens schaden kann die Installation und Investition in einen teuren Virenscanner ja wohl nicht, oder? Sicher ist sicher.“ Diese Gedanken spielen sich so oder so ähnlich in vielen Köpfen ab.

Immerhin ist man mit dem teuren Virenscanner doch optimal ausgestattet. Was könnte man denn besseres kaufen und installieren, um sich zu schützen? Man hat doch alles gemacht und den besten und teuersten Virenscanner installiert. Oder? (Der Trugschluss, teure Programme seien gut und wichtig, passiert häufig: Lesen Sie hier unsere Liste unnützer Programme, für die Sie kein Geld ausgeben müssen.)

Zuerst Updates, dann Virenscanner

Jedoch: Wenn ein Betriebssystem (egal ob Computer oder Smartphone oder Tablet) nicht auf dem aktuellen Stand ist, also die Updates nicht installiert sind, dann ist auch ein Virenscanner oft machtlos. Bei früheren Windows-Versionen (alles vor Windows 10) konnte man die Updates sehr leicht stoppen oder wenigstens so beeinflussen, dass man den Zeitpunkt der Installation hinauszögern konnte, um Wochen, Monate oder gar Jahre. Auch bei den Smartphones und bei Apple-Computern kann man das Installieren von Updates hinauszögern oder gar stoppen. Wer sich hier nicht richtig um „sein Gerät“ kümmert, der verpasst ein Update um das andere. Das Betriebssystem wird immer unsicherer, mit jedem verpassten Update. Vergleichen wir das Betriebssystem einmal mit einem Haus. Die fehlenden Updates sind vergleichbar mit Türen und Fenstern, die immer offen stehen oder derart klemmen, dass sie gar nicht mehr geschlossen werden können. Dadurch stehen die Türen und Fenster sperrangelweit offen und den Kriminellen wird der Einbruch leicht gemacht. Hier hilft dann auch kein Virenscanner mehr.

Keine Angst vor Updates

Schutzschild_3dUpdates sorgen für kleine Reparaturarbeiten, sodass (bildhaft gesprochen) Fenster und Türen im Betriebssystem verschlossen sind. Einige Menschen haben eine gewisse Skepsis, was Updates anbetrifft. Denn nicht immer stopfen diese nur Sicherheitslücken, manchmal bringen sie auch neue Funktionen mit sich oder ein geändertes Aussehen des kompletten Betriebssystems. Es existiert die Befürchtung, alles wäre nach dem Update derart „anders“, dass man nicht mehr gut zurecht kommt. Diese Befürchtung ist verständlich. Allerdings muss dieses Bedenken an zweiter Stelle stehen, ausschlaggebend muss der Sicherheitsgedanke sein. Verfügbare Updates sollten niemals aufgrund persönlicher Vorlieben oder Befürchtungen gestoppt werden.

Unter dem neuen Windows 10 ist ein Hinauszögern oder Versäumen der Updates nicht mehr so leicht wie früher möglich. Sobald ein Update verfügbar ist, wird dieses normalerweise automatisch auf dem Computer installiert. Der Nutzer bekommt davon meist gar nichts mit. Verhindern kann er es nur über komplexe Umwege. Updates sind unter Windows 10 also gewissermaßen ein Zwang. Allerdings hat dieser Zwang etwas sehr Gutes zur Folge: erhöhte Sicherheit. So war von den letzten weltweiten Cyber-Angriffen (z. Bsp. „WannaCry“, wir haben berichtet: hier nachlesen) kein einziger Windows 10 Computer befallen. Der Grund: Windows 10 installiert automatisch alle verfügbaren Updates und zum Zeitpunkt des Cyberangriffs klafften keine Sicherheitslücken auf den Windows 10 Computern. Ganz im Gegensatz zu alten Windows-Versionen, die auf die aktive Achtsamkeit des Nutzers angewiesen waren. Die alten Windows-Computer waren bei weitem nicht allesamt auf dem „aktuellen Stand“ und dadurch verwundbar.

Passende Levato-Kurse

[wp-svg-icons icon=“play“ wrap=“i“]   Sicherheit im Internet: Hier klicken

[wp-svg-icons icon=“play“ wrap=“i“]   Updates auf dem Apple Mac

[wp-svg-icons icon=“play“ wrap=“i“]   Upgrades auf dem Apple Mac

[wp-svg-icons icon=“play“ wrap=“i“]   Updates bei Android

[wp-svg-icons icon=“play“ wrap=“i“]   Updates auf dem iPhone

 

Fazit im Klartext

Sowohl am Computer, als auch am Smartphone und am Tablet gilt: Sobald Updates für das sogenannte Betriebssystem verfügbar sind, müssen diese unbedingt installiert werden. Auch wenn ein Update für eine App oder ein Programm zur Verfügung steht, sollte das Update installiert werden. Aber die Wichtigkeit und Dringlichkeit bei den Updates für das Betriebssystem ist deutlich größer! Das Betriebssystem auf dem Computer heißt meistens „Windows“ und bei den Smartphones sehr häufig „Android„. Bei den Apple-Computern heißt das Betriebssystem „MacOS„. Und auf den mobilen Apple-Geräten (iPhone, iPad) heißt das Betriebssystem „iOS„. Wenn also Updates für einen dieser 4 Begriffe auf Ihren Geräten auftauchen, dann führen Sie das Update bitte alsbald durch. Ein kleiner Hinweis: Das Installieren eines Updates kann einige Minuten oder gar eine Stunde dauern, das lässt sich vorab selten genau sagen. Und weil das Gerät währenddessen nicht genutzt werden kann, installieren Sie die Updates zu einer Zeit, zu der Sie das Gerät nicht verwenden wollen/müssen.

Außerdem:
Auch bei vielen Betrugsversuchen per Mail hilft der Virenscanner nicht. Denn hier wird von den Kriminellen häufig nicht mehr mit Viren und Trojanern gearbeitet, sondern mit anderen Betrugsversuchen. Die Kriminellen versuchen mit erfundenen Behauptungen, uns die Anmeldedaten für verschiedene Internetdienste abzuluchsen. Der Betrug findet demnach nicht wirklich auf dem Computer statt, sondern im Kopf. Und hier kann auch der Virenscanner nichts verhindern, hier hilft nur Erfahrung. Diese Erfahrung vermitteln wir vor allem in unseren Büchern „Tricks der Spam-Mafia„, „Das Smartphone-Handbuch“ und „Ratgeber für Digitales„.


 

Hat Ihnen dieser Beitrag von Levato gefallen?

Die Levato-Mitgliedschaft bietet über 900 hilfreiche Erklärfilme zu Computer, Internet und Smartphone.

Hier erhalten Sie einen Gutschein, um die Mitgliedschaft einen Monat lang kostenfrei zu testen – ohne Abonnement, ohne Risiko.

https://levato.de/magazin66

In einer Zusammenarbeit zwischen diesem Magazin und Levato verfassen Andreas Dautermann und Kristoffer Braun regelmäßig Beiträge für diesen Blog. Ihre Themen: Computer, Internet und Smartphone. Auf www.levato.de helfen sie älteren Menschen beim Umgang mit neuen Medien und Technologien. Dafür wurden sie bereits mehrfach ausgezeichnet.

Weitere Hilfestellungen zu Computer, Internet und Smartphone gibt es auf www.levato.de.

Dieser Beitrag stammt von:

WWW.LEVATO.DE

facebook-icon-previewLevato bei Facebook

Schreibe einen Kommentar

Bitte führen Sie diese Berechnung durch * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.