Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?

Artikel drucken Artikel drucken 8. August 2018 | Von | Kategorie: Gesundheit & Ernährung

Suche leicht gemacht: Das psychoonkologische Online-Verzeichnis des Krebsinformationsdienstes hilft bei der Suche nach psychoonkologisch spezialisierten Psychotherapeuten. Foto: Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum


„Sie haben Krebs“ – kaum ein Betroffener wird diesen Satz je vergessen. Von jetzt auf gleich gerät das Leben aus den Fugen. Fragen, Ängste, Traurigkeit, Wut – alles wirbelt durcheinander. Auch die Zeit der Behandlung bis hin zur Nachsorge bringt Belastungen mit sich, die Betroffene an ihre Grenzen bringen können. Nimmt die psychische Belastung überhand oder dauert sie lange an, kann psychotherapeutische Hilfe sinnvoll sein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet nun eine bundesweite Online-Suche an – mit dieser können Betroffene nach psychoonkologisch spezialisierten Psychotherapeuten suchen.

Experten gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte aller Krebspatienten eine allgemein hohe psychische Belastung hat. Bei rund einem Drittel aller Betroffenen liegt sogar eine seelische Belastung mit Krankheitswert vor, beispielsweise eine Depression. Viele, die nach Ansprechpartnern suchen, wissen jedoch nicht, wie sie Fachleute mit speziellen Kenntnissen in der Begleitung von Krebspatienten finden können. „Unser Online-Verzeichnis erspart vielen Betroffenen und Angehörigen die mühselige Suche nach kompetenter psychoonkologischer Hilfe“, so Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Online-Suche leicht gemacht
Im Online-Verzeichnis finden Betroffene rund 600 Adressen von psychoonkologisch weitergebildeten Fachleuten, die ambulant psychotherapeutisch arbeiten. Nach Eingabe der Postleitzahl und Auswahl des gewünschten Suchradius auf der Seite https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/psychoonkologen.php werden die Treffer aus dem Adressen-Pool gefiltert. „Wir achten bei unseren Adressen darauf, dass bestimmte Qualitätsstandards erfüllt sind“, erläutert Doris Lintz, Psychoonkologin beim Krebsinformationsdienst und verantwortlich für das Verzeichnis. „Alle bei uns gelisteten Adressinhaber haben eine von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannte psychoonkologische Weiterbildung absolviert und verfügen über eine psychotherapeutische Qualifikation. Die meisten von ihnen sind als Psychologische oder Ärztliche Psychotherapeuten in einer Praxis tätig.“

Informationen zur Kostenübernahme
Neben den Kontaktdaten erhalten die Nutzer weitere Informationen zum jeweiligen Anbieter, beispielsweise zur Ausbildung und zu therapeutischen Schwerpunkten. Wichtig für Patienten ist auch die Angabe zur Kostenregelung, da diese unterschiedlich sein kann. Bei gut zwei Dritteln der Anbieter können die Psychotherapie-Kosten regulär von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Bei anderen ist eine Kostenerstattung in begründeten Einzelfällen möglich, oder aber das Angebot ist auf Privatversicherte oder Selbstzahler beschränkt.

Das Verzeichnis wird regelmäßig aktualisiert und darüber hinaus kontinuierlich erweitert. Dazu arbeitet der Krebsinformationsdienst mit der Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (WPO) und anderen von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannten Anbietern psychoonkologischer Weiterbildungen zusammen.

Häufig genutzt
Das Online-Verzeichnis wurde im Juni 2018 rund 8.600 mal aufgerufen. Weg-Remers dazu: „Die Zahl zeigt, wie groß der Bedarf an transparenten Informationen und verlässlichen Ansprechpartnern ist.“ Die Versorgung ist allerdings nicht flächendeckend gewährleistet. Nicht jeder Betroffene findet einen psychoonkologisch spezialisierten Psychotherapeuten mit freien Kapazitäten in Wohnortnähe. Ist das der Fall, können auch Psychotherapeuten ohne Spezialisierung auf Krebs Betroffene oder auch Angehörige behandeln.

Psychoonkologische Hilfe in Kliniken und Krebsberatungsstellen
Kurzfristig verfügbare Unterstützungsangebote machen inzwischen auch viele Kliniken, die Krebspatienten behandeln. Eine gute erste Anlaufstelle können darüber hinaus ambulante Krebsberatungsstellen sein. Diese beraten in der Regel kostenfrei und richten ihr Angebot explizit auch an Angehörige. Der Krebsinformationsdienst bietet ein bundesweites, trägerübergreifendes Adressverzeichnis mit über 300 Anlaufstellen unter https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/krebsberatungsstellen.php

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