So schläft man wieder besser

Artikel drucken Artikel drucken 13. September 2018 | Von | Kategorie: Vermischtes

Christine Lenz präsentiert ein spezielles Kissen mit Kräuterfüllung zur Verbesserung des Schlafes. Foto: Mile Cindric


Das Alter kommt und der Schlaf geht, zumindest oft. Das böse Wort von der senilen Bettflucht beschreibt das Phänomen mangelnden Schlafes im Alter ebenso flapsig wie treffend. Mag mangelnder Schlaf oder das Nicht-mehr-durchschlafen-Können für viele ältere Menschen nur ein Ärgernis sein, so gibt es auch Formen der Schlaflosigkeit, die die Gesundheit dauerhaft gefährden können.

Christine Lenz, Schlafberaterin, befasst sich mit diesen Erscheinungsformen. Ihre ersten Erfahrungen hat sie als Krankenschwester im Schlaflabor im Nürnberger Nordklinikum gesammelt. Sie interessierte sich für die Thematik und begann, sich fortzubilden. Heute steht sie Menschen in ganz Deutschland und im Ausland in Sachen Schlafstörung mit Rat und Tat zur Seite. Auch Firmen, die sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter sorgen, haben bei angefragt.

Einstein war eine Eule
Als erstes, so die Schlaftherapeutin, ermittle sie die Chronotypen, die »Lerchen« und »Eulen«. Einstein, beispielsweise war eine Eule und brauchte an die zehn Stunden Schlaf pro Tag. Napoleon dagegen war eine Lerche und kam mit nur fünf Stunden Schlaf in der Nacht aus. Er konnte auch in jeder Situation ruhen, ob im Zelt oder in der Kutsche.

Ihr besonderes Augenmerk richtet Christine Lenk zudem auf Alzheimer-Patienten. Einige ihrer Grundregeln lauten: Genügend Licht zur richtigen Zeit, genügend Dunkelheit zur rechten Zeit und Mahlzeiten zur rechten Zeit. »Damit kann man schon viel erreichen«, so Lenz. Bei Alzheimerpatienten sei es wichtig, meint Christine Lenz, sie nur so lange im Bett zu belassen, wie sie schliefen. Dann sollten sie aufstehen und tagsüber möglichst aktiv werden. Abends sei es wichtig, das Intervall zwischen Abendessen und Schlafenszeit zu beachten. Am besten werde dem Erkrankten etwas Warmes, ein Suppe oder derlei serviert. »Das verdaut sich leichter«, meint Frau Lenz. Von Vorteil sei auch, wenn der Abstand zwischen Abendmahlzeit und Aufstehen nicht zu groß sei, sonst könnten nächtliche Hungergefühle den Schlaf unterbrechen. Ein bisschen Studentenfutter kurz vor dem Einschlafen kann hier helfen.

Ihre Beratung leistet Christine Lenz auch direkt vor Ort bei ihren Klienten zu Hause. Dort bekäme sie einen erheblich besseren Eindruck über die Schlafsituation, wie sie mit einer Geschichte belegen kann: In einem schönen Haus habe sie erlebt, dass im Schlafzimmer und im Ehebett nicht nur das Ehepaar, sondern auch dessen zwei Neufundländer schliefen, die zudem noch schnarchten. Kein Wunder, dass die Eheleute zu wenig Schlaf bekamen. Abhilfe schaffte ein zweites Bett, in dem, je nach Bedarf, ein Mensch oder ein Neufundländer schlafen durfte.

Manchmal ein Alarmsignal
Schlafprobleme können aber auch krankheitsbedingt sein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO führt 70 Krankheiten auf, die schlafbezogen sind.

Ein Schlafproblem, das schwere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann, ist beispielsweise die Schlafapnoe. Hierbei setzt während es Schlafes die Atmung ganz aus. Der daraus resultierende Sauerstoffentzug kann zu diversen Erkrankungen führen, von der leichten Depression bis hin zu erhöhtem Infarkt- und Schlaganfallrisiko sowie Alters-Diabetes. Bei Bedarf kommt Frau Lenz in diesen Fällen mit einer Sauerstoffmaske ins Haus des Klienten und misst die entsprechenden Werte. »Früher ging das nur im Schlaflabor, aber zu Hause fühlt sich der Klient einfach besser«, meint die Expertin. Zur weiteren Behandlung müssten die Klienten aber noch ins Schlaflabor, doch nur ein oder zwei Nächte.

Dass Matratzen und Kissen angepasst werden müssen, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Schlafcoach Lenz sagt sucht mit ihren Kunden gemeinsam nach der passenden Lösung. Wie hoch ein Kissen sein müsse, ob er eher flach oder erhöht liegen solle, müsse der Klient selbst entscheiden. Manchmal helfe auch nur ein Handtuch als Kopfunterlage. Schließlich sei jeder »Spezialist für sich selbst«, sagt Lenz. Wichtig sei auch Hygiene im Schlafzimmer. Matratzen sollten immer wieder einmal ausgetauscht, das Bettzeug einmal die Woche gewechselt werden. Schmutzige Teppichböden und alte Matratzen sind Nährboden für Bettmilben, die wiederum der Grund für Krankheiten werden können.

Text: Werner vom Busch

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