Grey ist das neue Pink: Wie verändert sich das Alter?

Artikel drucken Artikel drucken 28. Oktober 2018 | Von | Kategorie: Reise & Kultur

Heide Schott_das_Leben_geniessen_2017_ Foto: Museum Weltkulturen

Momentaufnahmen des Alterns ist die Ausstellung GREY IS THE NEW PINK im Frankfurter Weltkulturen Museum untertitel.

Wer ist wann und wo alt? Kann man der „Herausforderung Alter”optimistisch begegnen? Und welche Potenziale schlummern im Älterwerden? Die weltweite demografische Entwicklung prognostiziert eine Zunahme an älteren Menschen in der Bevölkerung. Das Älterwerden spielt also nicht nur für den Einzelnen eine wichtige Rolle, sondern hat Auswirkungen auf gesellschaftliche und kulturelle Prozesse. Doch jede Generation altert anders. Und ab wann kann man überhaupt von „Altsein” sprechen? Auch wenn es weltweit einheitliche biologisch sichtbare Alterungsprozesse gibt, so weist doch jede Kultur in der Bestimmung von „Alter” ihre Unterschiede auf. Eine allgemeingültige Definition der Lebensphase „Alter” gibt es nicht. Wer ist also wo wann alt?

Der Künstler André Günther ist erst 31 Jahre alt, und schon beschäftigt er sich mit dem Älterwerden. Zu der Ausstellung im Frankfurter Weltkulturen Museum ein großformatiges Graffiti beigetragen, das eine Seniorin beim Vorlesen zeigt. In den Händen hält sie sowohl ein Märchenbuch als auch einen Tablet-Computer. „Die Digitalisierung und neue technische Möglichkeiten zum Ersetzen ganzer Körperteile verändern gerade sehr viel und es ist die Frage, wie das Alter in einigen Jahren überhaupt aussieht“, sagt Günther.

Insgesamt 18 Künstler aus zehn Ländern haben sich an der Schau „Grey is the new pink – Momentaufnahmen des Alterns“ (deutsch: „Grau ist das neue Pink“) beteiligt. Unter den Werken befinden sich eine Fotoserie dreier Geschwister aus Nigeria, die alle über 100 Jahre alt geworden sind, und Bilder texanischer Mädchen, die gerade mit Lockenwicklern und Schminke auf einen Schönheitswettbewerb vorbereitet werden – und dadurch weitaus älter wirken, als sie sind.

Osborne MachariaKkabangu 2016_Kenia_Serie_Eigentum des Künstlers
Foto: Museum Weltkulturen

Das Museum hat zudem 159 ethnographische Objekte in die Ausstellung integriert, darunter eine aus toten Vögeln hergestellte Paste, die auf Sumatra gegen Falten verwendet wird, und ein geheimnisvolles Harz, dem eine ähnliche Wirkung nachgesagt wird.

In der Ausstellung nähern sich internationale Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Lyriker*innen aber auch jüngere und ältere Menschen dem Thema Alter(n) in Fotografien, Filmen, Literatur und Zeichnungen an. Mit seinem weltweiten Aufruf an alle, dass eigene Bild vom Altern einzureichen, die in einer Auswahl nun in der Ausstellung zu sehen sein werden, hat das Weltkulturen Museum ganz neue Wege beschritten. Zahlreiche Exponate aus der Sammlung sowie der Bibliothek des Weltkulturen Museums erweitern die Perspektiven auf die Thematik. Wie Bruchstücke einer Lebenserinnerung fügt die Ausstellung den individuellen Umgang mit Themen wie Lifestyle, Liebe und Sexualität, Weitergabe von Wissen, Langlebigkeit, Krankheit, Gesundheit und Tod zu einer Anthologie des Alterns zusammen und zeigt Möglichkeiten eines aktuellen und zukünftigen Umgangs mit der Lebensphase „Alter“ auf.

Frau mit Kind in Indonesien. Foto: Museum Weltkultur

Kuratiert von Alice Pawlik (Kuratorin für Visuelle Anthropologie, Weltkulturen Museum)

Info:
GREY IS THE NEW PINK – Momentaufnahmen des Alterns
Wer ist wo wann alt? Kann man der „Herausforderung Alter“ optimistisch begegnen? Und welche versteckten Potenziale schlummern im Älterwerden?
Weltkulturen Museum, Schaumainkai 29
26.10.2018 – 11:00 bis 01.09.2019 – 18:00

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