Panik bei WhatsApp: Was ist da los?

Artikel drucken Artikel drucken 12. Oktober 2018 | Von | Kategorie: Blogs, Starthilfe

Derzeit herrscht große Panik unter WhatsApp-Nutzern. Etliche Medien berichten über eine Neuerung bei WhatsApp und deren schlimmen Folgen. Einige der Überschriften großer Mediennetzwerke in Deutschland schreiben zum Beispiel:

„Achtung, WhatsApp löscht bald Ihre Daten!“

oder

„Ab November: WhatsApp löscht alle deine Fotos und Videos“

Solche Überschriften machen natürlich Angst, wenn man WhatsApp gerne und viel nutzt. Doch was ist dran an den überzogenen Aussagen, was ändert sich wirklich bei WhatsApp und ist wirklich alles so schlimm? Wir klären auf.

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1. Neuerung betrifft nur Android

Eines vorweg: Alle iPhone-Besitzer sind nicht betroffen. Die Änderung betrifft nur die Android-Nutzer von WhatsApp. Diese sind allerdings deutlich in der Überzahl, circa 80% aller WhatsApp-Nutzer haben ein Android-Gerät. Dabei ist die Neuerung gar nicht mal etwas schlechtes, obwohl die reißerischen Überschriften in vielen Medien ganz anderes glauben lassen. Das ist natürlich ein journalistischer Trick, denn schlechte Nachrichten lassen sich besser verkaufen, werden häufiger gelesen. Die Neuerung betrifft einzig und allein die Art und Weise, wie die Datensicherungen (englisch: Backup) bei WhatsApp funktionieren. Im Klartext: Alles andere bleibt gleich! Das komplette WhatsApp funktioniert weiterhin so, wie bisher auch. Es ändert sich für den Alltag sehr vieler Nutzer rein gar nichts.

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2. Es geht um die Backups

Weil WhatsApp sehr beliebt ist und die dortigen Nachrichten für fast alle Nutzer sehr wertvoll sind, gibt es bei WhatsApp eine sehr praktische Möglichkeit, Backups anzulegen. Ein solches Backup speichert dann alle Textnachrichten, Fotos und Videos, die jemals im eigenen WhatsApp geschrieben wurden, in einer Datensicherung ab. Das ist die ideale Vorbeugung gegen Defekt oder Verlust des Handys. Und auch für den Wechsel auf das nächste Smartphone ist ein Backup Gold wert: Denn allzu gerne will man natürlich alle WhatsApp-Nachrichten mit auf das neue Gerät nehmen. Das geht am einfachsten, schnellsten und besten über eine solche Datensicherung.

Bei Android-Nutzern wird eine solche WhatsApp-Datensicherung üblicherweise in der Google Cloud gespeichert, die Funktion heißt innerhalb der WhatsApp-Einstellungen „Google Drive“. Wenn eine Datensicherung dort gespeichert wird, dann kann das Smartphone gestohlen werden oder kaputt gehen, die Chatnachrichten sind nicht verloren. Sie können jederzeit auf ein neues Handy aus Google Drive zurückgeholt werden. Die WhatsApp-Datensicherung bei Google Drive ist dabei durch Ihr Passwort vom Google-Konto geschützt. Es kann keiner auf diese Daten zugreifen, solange er das Passwort nicht kennt.

Im sogenannten Google Drive hat jeder Nutzer 15 GB kostenfreien Speicherplatz zur Verfügung. Nun kann eine WhatsApp-Datensicherung mit allen Fotos und Videos sehr schnell mal 5 GB oder 10 GB oder gar 15 GB groß sein. Bisher war das ein Problem, weil der kostenfreie Speicher dann schon nicht mehr reichen würde. Doch WhatsApp und Google ziehen ab November eine WhatsApp-Datensicherung nicht mehr von den 15 kostenfreien GB ab! Das bedeutet: Jeder Nutzer hat mehr kostenfreien Speicherplatz bei Google Drive. Das ist erst einmal etwas sehr Positives für uns Nutzer.

Es gibt einen kleinen Nachteil, der bei den Medienberichterstattungen aber immer sehr aufgebauscht wird: Datensicherungen, die seit einem Jahr ungenutzt bei Google Drive liegen und entsprechend lange nicht mehr täglich/regelmäßig aktiv waren, diese alten Datensicherungen werden gelöscht. Diese Löschung betrifft also nur Nutzer, die vor mehr als einem Jahr eine WhatsApp-Datensicherung angelegt haben und seitdem keine Datensicherungen mehr gemacht haben. Trotzdem titeln die diversen Medienberichte so, als würde es jeden treffen, und sprechen davon, das bald alle WhatsApp-Daten gelöscht würden. Das ist jedoch, wie oben nachvollziehbar beschrieben, eine völlig unpassende Darstellung der Fakten.

Denn: Sobald Sie jetzt direkt heute eine Datensicherung durchführen, sind Sie von dieser ganzen Panikmache garantiert nicht betroffen.

Wie Sie als Android-Nutzer eine Datensicherung für WhatsApp anlegen, das zeigt Ihnen unser folgender Film:

Datensicherung bei WhatsApp

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3. Panikmache bezüglich Verschlüsselung

In den überzogenen, negativen Medienberichten wird außerdem eine „fehlende Verschlüsselung“ bei der Datensicherung angeprangert. Die Berichte sprechen davon, dass die Daten angeblich gefährdet seien, weil es keine Verschlüsselung gibt. Auch hier wird mit dem Sicherheitsdenken der Leser gespielt und absichtlich die Unkenntnis vieler Nutzer bezüglich der diversen Verschlüsselungstechniken ausgenutzt, um Angst zu schüren. Viele Leser denken hierbei vermutlich direkt, dass die WhatsApp-Datensicherung von jedem geöffnet werden und alle Nachrichten gelesen werden können. Das ist nicht der Fall. Die WhatsApp-Datensicherung kann nur von Ihnen selbst geöffnet und angeschaut werden, da nur Sie das Passwort kennen.

Die Verschlüsselung, von der hier die Rede ist und die bei der Datensicherung fehlt, ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die bei WhatsApp vor einiger Zeit eingeführt wurde. Diese Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verhindert, dass beim Senden der Nachrichten über das Internet ein Dritter unterwegs auf dem Übermittlungsweg mitlesen kann. Diese Ende-zu-Ende-Verschlüsselung funktioniert von einem Gerät zum anderen Gerät. Wenn eine Datensicherung angelegt wird, egal ob über das Google Drive oder auf eine externe SD-Karte, dann geht diese Verschlüsselung naturgemäß verloren. Denn die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gilt nur für den Moment des Senden und Empfangen. Das Senden einer Nachricht geschieht verschlüsselt und das Empfangen einer Nachricht geschieht verschlüsselt. Danach wird die Nachricht entschlüsselt und wird unverschlüsselt auf dem Handybildschirm angezeigt. Es ist also aus technischer Sicht logisch, dass diese Ende-zu-Ende-Verschlüsselung beim Abspeichern einer Datensicherung nicht mehr vorhanden ist. Die Datensicherung ist stattdessen durch das Passwort Ihres Google-Kontos geschützt. Wählen Sie hier bitte ein sicheres Passwort.

 Fazit lautet also auch hier: Die Panik ist künstlich forciert und für den Alltag in der Praxis unbegründet.

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4. Der WhatsApp-Kurs von Levato

Die Änderungen bei der Datensicherung kommen in diesen Tagen mit einigen weiteren kleineren Verbesserungen in WhatsApp. Vielleicht haben Sie diese auch schon entdeckt oder aber die Änderungen werden auf Ihrem Smartphone erst mit einiger Verzögerung aktiv. Neuerungen kommen in Schüben und werden nicht für alle Nutzer am gleichen Tag aktiviert. Oft dauert es Monate, bis alle WhatsApp-Nutzer die neuen Funktionen besitzen. Wir überarbeiten derzeit unseren WhatsApp-Kurs und jeden Tag werden neue Filme des WhatsApp-Kurses ausgetauscht, bis wir in 10 Tagen mit der kompletten Überarbeitung fertig sind. Sie können also jetzt schon in den Kurs hinein schnuppern und die neuen ausgetauschten Filme testen, die Stück für Stück auftauchen werden.

WhatsApp für Android

WhatsApp für iPhone

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5. Helfen Sie bei der Aufklärung!

Haben Sie verunsicherte WhatsApp-Nutzer in Ihrem Bekanntenkreis? Gibt es Menschen, die Sie kennen und wegen der aktuellen Medienberichterstattung beunruhigt sind? Hat sich vielleicht ein Freund von der Panik anstecken lassen? Helfen Sie beim Kampf gegen übertriebene Fehlinformation mit und teilen Sie den heutigen Beitrag mit Ihren WhatsApp-Bekannten!

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In einer Zusammenarbeit zwischen diesem Magazin und Levato verfassen Andreas Dautermann und Kristoffer Braun regelmäßig Beiträge für diesen Blog. Ihre Themen: Computer, Internet und Smartphone. Auf www.levato.de helfen sie älteren Menschen beim Umgang mit neuen Medien und Technologien. Dafür wurden sie bereits mehrfach ausgezeichnet.

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