Hoffnung und Hilfe für Lungenkranke

Artikel drucken Artikel drucken 6. Dezember 2018 | Von | Kategorie: Gesundheit & Ernährung

Dr.Hans-Joachim Eisele, Foto: Michael Matejka

Die Rummelsberger Krankenanstalten haben sich in den vergangenen Jahren einen weit über die Region Nürnberg hinausgehenden Bekanntheitsgrad erarbeitet – vor allem in der Orthopädie und der Unfallchirurgie. Aber auch die Bereiche Neurologie, Innere Medizin und Geriatrische Rehabilitation erweitern seit vielen Jahren das Leistungsspektrum.

Es lag also nahe, die mit insgesamt 275 Betten ausgestattete Klinik mit neuen Schwerpunkten zu versehen. Eine Studie hat nun ergeben, dass es im Großraum – und zwar besonders im Nürnberger Land bis hinein in den Landkreis Neumarkt – einen weiteren Bedarf gibt, den es zu decken gilt: die Pneumologie (Lungenheilkunde). Sie ergänzt nun seit dem vergangenen September die Klinik für Innere Medizin und Geriatrie.

Man merkt es deren neuem Chefarzt Dr. Hans-Joachim Eisele, Jahrgang 1975, an, wie sehr er sich mit seinen Aufgaben als Leiter dieser Medizinischen Klinik identifiziert. Wenn der Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie über seine Arbeit spricht, dann spürt man, dass für ihn das Leitmotiv der Rummelsberger »In guten Händen gesund werden« kein inhaltsloser Spruch ist. Dabei sind es jedoch besonders die chronisch Patienten, die bisher mit ihrem Leiden wenige Ansprechpartner in der Metropolregion gefunden haben. »In Deutschland gibt es nur etwa 800 Pneumologen, und diese Lungenfachärzte haben lange Wartezeiten. Umso wichtiger ist es, dass wir den Kranken helfen können, deren Lungen nicht mehr richtig arbeiten und so massive Atemnot, Husten und Brust-Thorax-Schmerzen haben. Sie kommen dann direkt über die Notaufnahme oder den Rettungsdienst zu uns«, so Eisele.

Oft fängt es mit einer Erkältung an
300.000 Euro hat das Krankenhaus investiert, um mit Hilfe neuester Technik Lungenentzündungen zu behandeln, das Luftvolumen zu bestimmen oder die Bronchien zu spiegeln. Und die Nachfrage in der Region wächst drastisch. Oft beginnt der Krankheitsverlauf mit einer einfachen Erkältung, aus der sich eine Bronchitis entwickelt, die chronisch werden kann. In Deutschland leiden schätzungsweise zehn bis zwölf Prozent der Erwachsenen über 40 Jahre an chronisch-obstruktiven, also verschleppten Lungenerkrankungen.
Noch ist die Erkrankungsrate bei Männern höher als bei Frauen, aber das wird sich in Zukunft angleichen. Denn Hauptgrund für diese von den Medizinern als COPD (chronic obstructive pulmonary disease) bezeichnete Krankheit ist das Rauchen. Und da gibt es zwischen den Geschlechtern kaum noch Unterschiede. Daher empfiehlt Eisele schon bei den ersten Anzeichen der Krankheit wie dem »Raucherhusten«, Atemnot oder Auswurf den sofortigen Rauchstopp. Denn das »Weiter so« kann zu einem Lungenemphysem mit tödlichem Ausgang führen.

Gemeinsames Wandern kommt an
Aber auch Menschen, die – besonders im Osten – an offenen Kokereien gearbeitet und deren Gasen ausgesetzt waren, mit Feinstaub und anderen Umweltgiften in Berührung kamen, zeigen die Symptome einer solchen COPD-Erkrankung. Und so ist eine baldige und intensive Behandlung unerlässlich.
Ein besonderer Wunsch von Hans-Joachim Eisele: Menschen mit diesem Krankheitsverlauf dürfen sich nicht stigmatisiert oder von der Gesellschaft isoliert fühlen. Und so war eines seiner ersten Angebote ein »Wandertag« in Rummelsberg, an dem sich spontan zehn Betroffene angemeldet und mitgemacht haben. Erste Bestrebungen, so eine »Lungensportgruppe« in einem Sportverein anzusiedeln, gibt es bereits, und auch die Gründung eines Patientenstammtisches ist geplant.
Mit der Erweiterung um die Pneumologie hat das Krankenhaus Rummelsberg sicher für die Region ein starkes Signal gesetzt. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Eisele und sein Team einen wichtigen Mosaikstein bei der interdisziplinären Behandlung der unterschiedlichsten Krankheitsbilder gesetzt haben.

Karin Jungkunz
Foto: Michael Matejka

Dr. Hans-Joachim Eisele setzt mit der Rummelsberger Pneumologie ein wichtiges Signal.

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