Kabeljauhaut hilft bei chronischen Wunden

Artikel drucken Artikel drucken 2. Dezember 2018 | Von | Kategorie: Gesundheit & Ernährung

Prof. Dr. Bert Reichert Bildnachweis: Rudi Ott

Komplexe und chronische Wunden wie ein „offenes Bein“ oder ein „Diabetischer Fuß“ sind nicht nur lästig, sondern sie beeinträchtigen massiv die Lebensqualität. Schlimmstenfalls sind sie lebensbedrohlich. Schätzungen sprechen von 800.000 bis zwei Millionen Menschen in Deutschland, denen chronische Wunden Probleme bereiten. Sie werden oft von Arzt zu Arzt weitergereicht und verzweifeln nicht selten daran, dass ihre Wunde nicht abheilt.

„Wir im Klinikum Nürnberg sind erster Ansprechpartner für Patienten mit chronischen und komplexen Wunden, die nicht heilen“, betont Prof. Dr. Erwin Schultz, Chefarzt der Klinik für Dermatologie* im Klinikum Nürnberg. Dafür hat das Klinikum Nürnberg seine Fachkompetenzen in der Wundbehandlung klinikübergreifend im zertifizierten „Interdisziplinären Wundzentrum“ gebündelt. Da chronische Wunden sehr verschiedene Ursachen haben können, und dementsprechend unterschiedlich behandelt werden müssen, sei „die fachübergreifende Zusammenarbeit gerade für eine erfolgreiche Ursachenbehandlung und Wundversorgung bei komplexen Wunden unerlässlich“, so Schultz.

Prof. Dr. Erwin Schultz Bildnachweis: Klinikum Nürnberg

Im Wundzentrum arbeiten die Kliniken für Dermatologie*, Orthopädie und Unfallchirurgie*, Gefäßchirurgie* sowie Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie* bei der Diagnostik und Therapie chronischer Wunden eng zusammen. Da chronische Wunden sehr verschiedene Ursachen haben können, und dementsprechend unterschiedlich behandelt werden müssen, sei „die fachübergreifende Zusammenarbeit gerade für eine erfolgreiche Ursachenbehandlung und Wundversorgung bei komplexen Wunden unerlässlich“, so Schultz. Im Wundzentrum arbeiten die Kliniken für Dermatologie*, Orthopädie und Unfallchirurgie*, Gefäßchirurgie* sowie Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie* bei der Diagnostik und Therapie chronischer Wunden eng zusammen.

In einem regelmäßigen „Wundboard“ diskutieren Fachärzte der verschiedenen Kliniken bei schwierigen Fällen die Ursachen der Wundheilungsstörung und die entsprechenden Therapiemöglichkeiten. Für die betroffenen Patienten bedeutet das eine Zweit- bzw. Drittmeinung inklusive. Dass gleich vier Fachkliniken im Wundzentrum zusammenarbeiten, ist allerdings ungewöhnlich. „In Deutschland sind wir bislang das einzige Wundzentrum, in dem vier Fachkliniken kooperieren und nicht nur zwei, wie sonst üblich“, unterstreicht Prof. Dr. Bert Reichert, Chefarzt der Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie.

Inzwischen kommen bei der Wundversorgung viele verschiedene Verfahren zum Einsatz – von der Vakuumpumpe über Hauttransplantationen bis hin zur Auflage von Kabeljauhaut oder Plasma zur Wundabdeckung. „Allerdings fehlt es bis heute an vergleichenden Studien, die belegen, welche Methode die jeweils beste ist“, bedauert Reichert. So kommt z.B. die Wundabdeckung mit Kabeljauhaut im Klinikum Nürnberg derzeit nicht zum Einsatz, weil eine abschließende Bewertung der Methode im Vergleich mit den im Klinikum Nürnberg eingesetzten Verfahren mangels Studien nicht möglich ist.

Die Wundversorgung erfolgt in Deutschland größtenteils ambulant. Schultz sieht daher die diagnostische Abklärung von Wunden, die partout nicht heilen wollen, als die hauptsächliche „Domäne des Klinikums Nürnberg“ an. Dem folgt in der Regel die Behandlung der Ursache sowie die optimale Wundversorgung unter stationären Bedingungen mit dem Ziel der Keimfreiheit und Wundheilung. In vielen Fällen können die Ärzte des Klinikums Nürnberg den Prozess zur Wundheilung erfolgreich anschieben. Dieser muss jedoch häufig über die stationäre Behandlung hinaus fortgesetzt werden. Umso wichtiger ist es, dass alle an der Wundversorgung Beteiligten – stationär und ambulant – am gleichen Strang ziehen.

Intensiver Austausch am 1. Nürnberger Wundkongress

Es kommt also darauf an, dass alle an der Wundversorgung Beteiligten die neuesten Entwicklungen kennen und ihre Erfahrungen untereinander austauschen. Genau dazu will der 1. Nürnberger Wundkongress, der vom 6. bis 8.12.2018 in der Nürnberg Messe stattfindet, beitragen. „Hier werden nicht nur medizinische Neuerungen vorgestellt, sondern auch Foren geschaffen, in denen die verschiedenen Berufsgruppen miteinander kommunizieren können“, beschreibt Reichert das multidisziplinäre Setting des Kongresses, zu dem über 1.000 Besucher erwartet werden.

Informationen zum 1. Nürnberger Wundkongress unter www.wuko2018.de

Foto 1: Prof. Dr. Bert Reichert Bildnachweis: Rudi Ott

Foto 2: Prof. Dr. Erwin Schultz Bildnachweis: Klinikum Nürnberg

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