Panik! Ich wurde gehackt!

Artikel drucken Artikel drucken 11. Januar 2019 | Von | Kategorie: Blogs, Starthilfe

Der politische und mediale Aufschrei ist mal wieder groß, die Betroffenen klagen öffentlichkeitswirksam, alle schelten gemeinsam auf fehlende Sicherheitsvorkehrungen und fordern strengere Gesetze. Was ist passiert? Liest man die Schlagzeilen und Titel, ohne in die Tiefe zu gehen, dann scheint es, als wäre die Bundesregierung wieder Opfer eines Hackerangriffs geworden. Doch es lohnt sich, auch für die eigene Sicherheit, genauer hinzuschauen. Gehackt wurde nicht die Bundesregierung, aber nahezu alle politischen Parteien, ausgenommen die AFD, aber NICHT die Computer der Regierung. Betroffen sind die privaten Computer der Opfer, die privaten Accounts. Entsprechend sind durch den Hack vor allem persönliche Daten und keine politisch-sensiblen Details betroffen. Das ist wichtig zu wissen, weil es einige Rückschlüsse zulässt.* Die beiden wichtigsten Schlussfolgerungen daraus sind:

cry_WPErstens ist somit klar, dass die Regierung, die öffentlichen Behörden und das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) nicht schuldig sind und auch eine erhöhte Sicherheitsvorkehrung auf diesen offiziellen Ebenen keinen Schutz vor dem aktuellen Fall bietet. Ein lautes Aufschreien nach besseren Gesetzen oder mehr IT-Sicherheit in Bundesregierung/Bundestag ist nutzlos, weil der aktuelle Hack einen anderen Angriffspunkt nutzte.

Zweitens wird deutlich, dass ein Politiker auf die gleiche Weise gefährdet ist und angegriffen wird, wie es bei uns „Normalbürgern“ der Fall ist. Es ist die klassische Variante, vor der seit Jahren gewarnt wird und auf die auch wir mit Levato immer wieder hinweisen. Die Ursache ist meistens das Verwenden eines Passworts, das an mehreren Stellen genutzt wird. (Man spricht hier oft von einer „Online-Identität“). Wenn jetzt nur eine einzelne Stelle korrumpiert wird und Benutzername sowie Passwort an nur einer einzigen Stelle in die Finger eines Hackers geraten, dann sind SOFORT alle anderen Stellen ebenfalls gehackt.

* Die Rückschlüsse basieren auf den bisher veröffentlichten Informationen, eine garantierte 100%ige Einsicht in die Sachlage ist derzeit nicht und vermutlich niemals möglich, weil die kriminelle Seite hierfür befragt werden müsste.

Einer für alle

Es ist wie mit einem Schlüssel: Stellen Sie sich vor, Sie würden im Alltag für alles immer den gleichen Schlüssel benutzen. Das wäre natürlich total praktisch und komfortabel! Oder? Die Haustür wird mit demselben Schlüssel abgeschlossen, der das Auto aufschließt, den Eingang zum Büro öffnet, den Eintritt ins Fitnessstudio gewährt. Auch der Briefkasten, die Kellertür, das Ferienhaus und das Fahrradschloss werden allesamt mit diesem einen Schlüssel geöffnet. Wenn nun aber nur EINES dieser Objekte durch einen Hacker betroffen sein sollte und er es schafft, zum Beispiel das Fahrradschloss zu knacken, indem er den Schlüssel perfekt kopiert, dann kann der Hacker danach nicht nur Ihr Fahrrad fahren, sondern auch in Ihr Haus, in Ihr Büro, auf Ihre Kosten Auto fahren und in Ihr Fitnessstudio gehen, Ihre Briefe lesen und Urlaub in Ihrem Ferienhaus machen.

Wir sind faul. Und wer faul ist, wird gehackt.

Die Logik dahinter ist also ganz simpel. Doch trotzdem macht diesen Fehler nahezu jeder in der Welt des Internets. Man benutzt ein Passwort für viele unterschiedliche Dienste. Einfach, weil es leichter ist, sich das zu merken und die Passwörter zu organisieren. Wir alle, egal ob Politiker, Prominente oder „Normalbürger“, sind faul. Und wer faul ist, wird gehackt. So einfach ist das. Doch sehen Sie eine solche Meldung bei Spiegel Online, in der Tagesschau oder bei Anne Will? Nein! Ganz einfach: Denn die Redaktionen sind vermutlich ebenfalls mit normalen Menschen besetzt, die vielleicht auch nicht so sorgsam mit ihren Passwörtern umgehen. Das schlechte Gewissen verhindert oftmals eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Sachlage.

Eine Frage der Ehre

Wir wissen, aus E-Mails und Telefonaten, dass auch unter unseren Lesern, unseren Mitgliedern und Kunden viele Menschen noch nicht wirklich richtig gut den Umgang mit Passwörtern verinnerlicht haben. Niemals, weder am Telefon, per E-Mail oder nun im Newsletter möchten wir Vorwürfe oder ein schlechtes Gewissen deswegen erzeugen, denn Negativität motiviert nicht und macht keinen Spaß. Und dass der Computer und das Handy Spaß machen können, dafür will Levato ja letztendlich sorgen. Daher: Wir drehen den Spieß einfach um! Kein „Sollen“ und kein „Müssen“, sondern ein Aufruf zum aufrichtigen und ehrenvollen Passwörter-Wettkampf! Wir alle, Vater, Oma, Rentner, Mutter, Sohn und Enkel, egal ob Politiker oder nicht, wir alle werden unsere Passwörter in den Griff bekommen. Wir alle werden nicht mehr gehackt werden, weil wir vorbereitet sind! Wir alle werden besser dastehen als die aktuell betroffenen Politiker, sodass bei jedem zukünftigen Hack uns alle ein gutes Gefühl überkommt, das uns sagt: Uns kann das nicht passieren! 🙂

Zwei Goldene Regeln

1. Wir nutzen für jeden Dienst ein eigenes Passwort.

2. Wir nutzen Passwörter mit großen und kleinen Buchstaben, Sonderzeichen und Zahlen.

Sie wollen mehr wissen?

Bitte schauen Sie in unseren Kurs „Passwörter“ für weitergehende Informationen. Gehen Sie mit einem guten Gefühl in den Kurs und nicht mit dem Gedanken: „Ohje, das ist alles sehr schlimm und kompliziert, da muss ich mich endlich mal drum kümmern, die Lage mit meinen Passwörtern ist wirklich ganz schlimm.“ Seien Sie positiv und freuen Sie sich auf das Ergebnis, das am Ende Ihres Kurses steht:
Ein besserer Passwortschutz als die lieben Herren Politiker 😉

Kurs „Passwörter“ jetzt anschauen

Weitere Informationen zu „Online-Identitäten“

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In einer Zusammenarbeit zwischen diesem Magazin und Levato verfassen Andreas Dautermann und Kristoffer Braun regelmäßig Beiträge für diesen Blog. Ihre Themen: Computer, Internet und Smartphone. Auf www.levato.de helfen sie älteren Menschen beim Umgang mit neuen Medien und Technologien. Dafür wurden sie bereits mehrfach ausgezeichnet.

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