Die 5 häufigsten Fehler beim Gärtnern vermeiden

Artikel drucken Artikel drucken 13. April 2019 | Von | Kategorie: Sport & Freizeit

Viel Gießen muss nicht viel helfen, wichtig ist, wie man die Pfanzen richtig gießt. Foto: meine ernte

Die Gartensaison steht in den Startlöchern und vielen Menschen juckt es in den Fingern, ihr eigenes Gemüse anzubauen. Das macht prinzipiell auch viel Spaß, doch gibt es einige grundsätzliche Fehler, die man bei Neugärtnerinnen und -gärtnern immer wieder beobachten kann. Diese Fehler hat das meine ernte-Team gesammelt. Der Bonner Mietgartenspezialist gibt hier Tipps, wie man sie vermeiden kann.

Fehler Nr. 1 – Falsches Gießen

Als Gartenneuling glaubt man häufig, das Gärtnerleben bestünde zu 90% aus Gießen – es wird allerdings zu viel und falsch gegossen. Durch das oberflächliche Bewässern mit der Tülle (Regenaufsatz für die Gießkanne), wird meist nur die oberste Erdschicht angefeuchtet, das Wasser dringt jedoch nicht bis an die Wurzeln. Die Pflanzen werden dazu erzogen, nur im oberen Bodenbereich Wurzeln zu bilden. Sie sind nicht gezwungen, auch in tieferen Erdschichten nach Wasser zu suchen und starke, haltgebende Wurzeln zu bilden. Wird dazu noch großflächig und zwischen den Gemüsereihen gegossen, freut sich auch das Unkraut.

Wir empfehlen, weniger oft, dafür aber umso kräftiger zu gießen – so wachsen die Wurzeln dem Wasser hinterher in tiefere Schichten, die dafür viel seltener austrocknen als die oberen. Gieße außerdem nah an der Pflanze und vermeide großflächige, leichte Bewässerung. Bei hohen Temperaturen gieße nur früh morgens oder abends, so können die Pflanzen das Wasser besser verwerten. Beim morgendlichen Gießen sinkt zudem die Gefahr von Pilzkrankheiten und Schäden durch Schnecken. Kartoffeln oder Zwiebeln müssen so gut wie gar nicht gegossen werden. Mehr Tipps unter: www.meine-ernte.de/rund-um-den-gemuesegarten/bewaesserung

Fehler Nr. 2 – Vernachlässigter Boden

Im Boden wachsen unsere Pflanzen, eine dementsprechend entscheidende Rolle nimmt er ein. Daher sollte man ihm auch während der Saison eine gute Pflege zukommen lassen. Geschieht das nicht, wird die Oberfläche verdichtet und undurchlässiger für Luft und Wasser. Da das Wasser etwa durch knochenharten, trockenen Boden kaum zur Pflanze hindurch dringt, verflüchtigt es sich schnell. Wer nicht umsonst schwere Kannen schleppen möchte, der macht es sich durch aufgelockerten Boden einfacher. Das Wasser gelangt optimal in den Boden und verbleibt dort auch länger. So sagt schon ein alter Gärtnerspruch: Einmal Hacken spart dreimal Gießen!

Hacke den Boden um Deine Pflanzen deshalb herum locker! Dadurch wird die oberste Erdschicht aufgelockert und es kommt mehr Luft in den Boden. Zudem werden die Kapillaren im Boden, durch die das Wasser insbesondere bei Wind verdunstet, unterbrochen und mit einem kleinen Deckel aus Erde versehen. Mehr Tipps unter: www.meine-ernte.de/rund-um-den-gemuesegarten/bodenvorbereitung

Fehler Nr. 3 – Schlechtes Timing beim Unkraut

Anfangs ist es nicht immer leicht, das Unkraut vom Gemüse zu unterscheiden. Wird dann zu früh gejätet, kann es passieren, dass man frisch gekeimte Gemüsesprösslinge mit herausreißt. Zu langes Warten ist sogar ein häufiges Problem – hier wird das Unkraut bereits sehr groß. Die Folge: Man kommt nur noch mit Mühe hinterher und es wird schwerer, auch die Wurzel zu entfernen. Auch unregelmäßiges Jäten und das Jäten bei ausgetrocknetem Boden machen das Gärtnerleben unnötig schwer. Bei trockenem Wetter ist das Hacken viel schneller und effektiver!

Jäte, sobald Du Unkraut vom Gemüse unterscheiden kannst und bleibe am Ball – sind die Gemüsereihen in einer Linie ausgesät, kannst Du alle „Ausreißer“ dieser Linie dem Unkraut zuordnen. Jäte nach dem Regen – bei feuchtem Boden geht es deutlich einfacher! Belasse das gejätete Unkraut bei Trockenheit im Garten – es wird flott vergehen, gleichzeitig den Boden feucht halten und als Mulch dienen. Am schnellsten geht es allerdings, bei trockenem Wetter Deine Beete durchzuhacken. Mehr Tipps unter: www.meine-ernte.de/rund-um-den-gemuesegarten/wildkraeuter-beikraeuter-unkraeuter

Fehler Nr. 4 – Zu dichtes Ausbringen

„Viel hilft viel“ lautet das Motto bei so manchem Gemüsegärtner, wenn die Vorfreude auf den vollen Erntekorb groß und das Saatgut zahlreich vorhanden ist. Es wird munter drauf los gesät und den empfohlenen Pflanzabständen getrotzt – Mutter Natur wird es schon richten. Auch großzügig eingekaufte Jungpflanzen werden in guter Absicht Blatt an Blatt platziert. Das Ergebnis: Die Pflanzen stehen häufig viel zu eng und blockieren sich gegenseitig. Die gewünschte Erntegröße kann so nie erreicht werden, die Pflanzen wachsen bedrängt in die Höhe oder bilden gar keine Früchte aus.

Halte unbedingt den empfohlenen Pflanzabstand auf der Saatguttüte ein oder orientiere Dich an den Aussaat- und Pflanzkalender, der heruntergeladen werden kann: https://www.meine-ernte.de/fileadmin/fieldupload/meine_ernte_Aussaat-_und_Pflanzkalender_2018.pdf. Zu dicht keimende Aussaaten sollten auf den empfohlenen Abstand vereinzelt werden. Das sieht zwar zu Beginn nach Platzverschwendung aus, zahlt sich aber im Saisonverlauf sicher aus!

Fehler Nr. 5 – Ungeduld im Gemüsegarten

Wen einmal das Gärtnerfieber gepackt hat, der ist so leicht nicht mehr zu bremsen. Motivation ist gut, Ungeduld hingegen kann schnell zu Fehlern führen, über die man sich später ärgert. So werden neben Pflanzabständen auch Aussaat- und Pflanzzeitpunkte gerne zur Tücke. Zu eiliges Nachsäen von Spinat oder Feldsalat kann diese zum falschen Zeitpunkt direkt in die Blüte treiben. Ein starkes Nervenkostüm zahlt sich auch in anderen Bereichen des Gärtnerns aus – schon beim Vorziehen ist Disziplin und Beharrlichkeit gefragt: Wer zu früh startet, dem vergeilen die jungen Pflänzchen.

Fange nicht zu früh mit dem Vorziehen von Gemüse an, setze frostempfindliche Pflanzen nicht vor den Eisheiligen Mitte Mai ins Freiland und beachte die empfohlenen Zeiten für die einzelnen Gemüsearten. So bekommen die Pflanzen die besten Bedingungen, um die gewünschte Ernte zu liefern.

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