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	<title>sechs+sechzig &#187; Amerika</title>
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	<description>Hier surfen die neuen Alten</description>
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		<title>103-Jähriger führte Weihnachts-Polonaise an</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 09:07:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>petra_nossek</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Häufig finde ich es etwas grenzwertig, wenn sich alte Menschen so aufführen wie junge. Es sollte schon ein Privileg der Jungen sein, mal aus dem Mainstream auszubrechen und etwas zu wagen. Egal, ob es sich dabei um modische Trends handelt oder um Verhaltensweisen. Doch dieses Video zeigt, dass manches, was die Jungen für sich entdeckt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<p><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/12/vignette_nosseck_bock6.gif"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/12/vignette_nosseck_bock6.gif" alt="" title="vignette_nosseck_bock" width="150" height="164" class="alignright size-full wp-image-11485" /></a>Häufig finde ich es etwas grenzwertig, wenn sich alte Menschen so aufführen wie junge. Es sollte schon ein Privileg der Jungen sein, mal aus dem Mainstream auszubrechen und etwas zu wagen. Egal, ob es sich dabei um modische Trends handelt oder um Verhaltensweisen. </p>
<p>Doch dieses Video zeigt, dass manches, was die Jungen für sich entdeckt haben, auch die Älteren Spaß macht. Das gilt für die Protestform des Flash-Mops. Eine spontane Versammlung von Menschen, die sich via Twitter und andere Internet-Dienste, die man gerne als Social Media bezeichnet, verabreden. Meistens machen sie mit ihren kurzen Aktionen auf politische Fehlentwicklungen und Missstände aufmerksam.</p>
<p>Doch manchmal geht es nur um ein bisschen Spaß an der Aufmerksamkeit, die man mit dieser Aktion bei anderen erregt. Dies gilt auch für die Aktion dieser amerikanischen Senioren, die mit einer kleinen Polonaise durch ein Einkaufszentrum zogen und dabei ein Weihnachtslied sangen. Ein 103-Jähriger führte die lustige Gesellschaft an und die Menschen nahmen es mit einem Lächeln auf. So kann man in der ansonsten mehr durch Hetik geprägten Vorweihnachtszeit einen Augenblick Freude schenken ohne dass es viel kostet.<br />
Vielleicht gibt es Nachahmer. Es würde mich freuen.</p>
<p><iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/3xszCjdTtNk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>92-jährige Tänzerin hat viele Bewunderer</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 18:43:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>petra_nossek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alter Ego]]></category>
		<category><![CDATA[92]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
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		<description><![CDATA[Dieses Video auf You tube hat mehr als hundert Kommentare. Was mich dabei erstaunt: Fast alle reagieren positiv auf die alte Lady, die mit 92 Jahren sechs Mal in der Woche Tanzunterricht gibt. Als sei das nicht genug, zeigt sie mit einem gepflegten Erscheinungsbild, dass man mit Würde auf die 100 zugehen kann. Viele Zuschauer [...]]]></description>
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<p><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/11/vignette_nosseck_bock.gif"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/11/vignette_nosseck_bock.gif" alt="" title="vignette_nosseck_bock" width="150" height="164" class="alignright size-full wp-image-10799" /></a>Dieses Video auf You tube hat mehr als hundert Kommentare. Was mich dabei erstaunt: Fast alle reagieren positiv auf die alte Lady, die mit 92 Jahren sechs Mal in der Woche Tanzunterricht gibt. Als sei das nicht genug, zeigt sie mit einem gepflegten Erscheinungsbild, dass man mit Würde auf die 100 zugehen kann. Viele Zuschauer loben die Machart des kurzen, aber sehr stimmigen Portraits. Es beginnt mit den Worten &#8220;Life is a book&#8221; und entsprechend dieser Aussage wird ein Heft mit einigen Kapitelüberschriften eingeblendet. Ergänzend zu den alten Zeitungsdokumenten sieht man die agile alte Dame mit ihren Schülerinnen, die sich ihre Ratschläge anhören und ihnen folgen.<br />
Es gibt immer wieder Ausnahmemenschen, die im hohen Alter noch Ballett tanzen, große Strecken laufen und rundum sehr fit sind. Aber wenn man die 90 überschritten hat, schwinden die Kräfte bei den meisten. Ich selber habe schon im Magazin sechs+sechzig über Menschen berichtet, die vor allem in kreativen Berufen bis weit über das Rentenalter hinaus aktiv waren. Ich erinnere mich an eine zauberhafte Musiklehrerin, die eine eigene Methode entwickelt hatte, schon ganz kleinen Kindern das Noten lesen beizubringen. Sie war bereits über 80 und führte immer zu Weihnachten ein Musikstück mit ihren Schülern auf. An sie musste ich denken, als ich dieses Video anschaute. Nach jüngsten Erkenntnissen soll Kreativität, der Umgang mit Musik, Tanz, Literatur oder Malerei das Wohlbefinden im Alter steigern. Das möchte ich gerne als Langzeitexperiment ausprobieren. Das Vorbild der amerikanischen Nana, die sich übrigens für die Bekämpfung von Krebs engagiert, habe ich vor Augen.</p>
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		<title>Neue Freunde in &#8220;Klein-Amerika&#8221;</title>
		<link>http://www.magazin66.de/2011/03/neue-freunde-in-klein-amerika/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 12:38:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie prägten nach dem Zweiten Weltkrieg Jahrzehnte lang das Bild unserer Städte: Die Soldaten der Besatzungsmächte. In Franken waren es die Amerikaner, die nach Kriegsende zuerst die Regie übernahmen. Viele Deutsche haben bei ihnen Arbeit gefunden. Manchmal wurden aus Besatzern sogar Freunde, mit denen man seine Freizeit verbrachte. Drei Frauen berichten von ihren Erinnerungen an diese Nachkriegszeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<div id="attachment_7517" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/amis-abzug_dickson.jpg"><img class="size-full wp-image-7517  " title="amis-abzug_dickson" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/amis-abzug_dickson.jpg" alt="" width="300" height="222" /></a><p class="wp-caption-text">US-Soldaten gehörten über Jahrzehnte hinweg zu Fürth. Im November 1990 holten sie in der Kleeblattstadt die Fahne ein.</p></div>
<p>Sie prägten nach dem Zweiten Weltkrieg Jahrzehnte lang das Bild unserer Städte: Die Soldaten der Besatzungsmächte. In Franken waren es die Amerikaner, die nach Kriegsende zuerst die Regie übernahmen. Viele Deutsche haben bei ihnen Arbeit gefunden. Manchmal wurden aus Besatzern sogar Freunde, mit denen man seine Freizeit verbrachte. Drei Frauen berichten von ihren Erinnerungen an diese Nachkriegszeit.</p>
<p>Gisela Abel, in Berlin aufgewachsen, ist bereits mehrere Monate auf der Flucht vor der sich nähernden Front, als der Krieg endet. Wenige Tage vor dem 9. Mai 1945 hatte sie ihren 17. Geburtstag gefeiert. In Karlsbad sitzt sie jetzt, wie andere Flüchtlinge, auf ihrem Koffer, der nur einige Wertsachen und ihre besten Kleider enthält. Mehr ist ihr auf dem Weg von der Hauptstadt über Finsterwalde und Dresden nicht geblieben. An diesem sonnigen Tag trägt sie zwei Kleider übereinander und einen Mantel, weil es nachts kalt wird.</p>
<p>Sie habe das Bild immer noch vor Augen, erzählt die heute 82-Jährige. Und dann, damals im Mai, sieht sie auf einmal einen amerikanischen Soldaten vor sich, groß, in Tarnuniform und mit einem Maschinengewehr. Jemand verkündet, der Krieg sei zu Ende.  &#8220;Wir waren froh, dass die Amerikaner da waren&#8221;, sagt Abel. Amerikaner bedeuteten die Erlösung vom Nazi-Regime und Schutz vor russischen Truppen.</p>
<p>In einer Sommernacht im gleichen Jahr erreichen Abel und ihre Eltern den Fürther Hauptbahnhof. Auf Pappkartons harren sie auf einem Kohlewagen aus. Amerikanische Soldaten am Bahnhof helfen beim Absteigen. Nett seien sie gewesen, erinnert sich Abel. Viel von dem, was die Männer jedoch sagen, versteht Abel trotz der sieben Jahre Schulenglisch nicht. &#8220;Die haben einen solchen Slang gesprochen.&#8221; Im Gegensatz zu Nürnberg haben die Bomben Fürth etwas verschont. In der Kleeblattstadt findet die Familie ein kleines Zimmer und versucht, inmitten der amerikanischen Besatzungszone in den Alltag zu finden.</p>
<div id="attachment_7529" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/dt-amer-abel.jpg"><img class="size-full wp-image-7529" title="dt-amer-abel" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/dt-amer-abel.jpg" alt="" width="200" height="301" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Sie waren immer höflich&quot;: Gisela Abel lobt die amerikanischen Soldaten.</p></div>
<p>&#8220;Klein-Amerika&#8221; nennen die Fürther das Viertel, das im Süden der Stadt entsteht. Hier ist fast alles amerikanisch: die Wohnungen, Schulen, Spielplätze, Restaurants und Einkaufsläden. Auch ein Kasernenareal wächst. &#8220;Das war eine Stadt für sich&#8221;, sagt Abel. In Fürth übernehmen die Amerikaner zunächst auch die Verwaltung, und sie werden zu einem wichtigen Arbeitgeber.</p>
<p>Gisela Abel hat mit ihnen beruflich zu tun. Im Herbst 1945 beginnt sie bei der Fürther Polizei zu arbeiten. Sie stellt Registrierscheine für heimkehrende Soldaten aus, übersetzt Dokumente vom Englischen ins Deutsche und dolmetscht zwischen der deutschen Polizei und der amerikanischen Militärpolizei, wenn Deutsche und Amerikaner in Prügeleien oder Autounfälle verwickelt sind. Zwei Jahre später sitzt sie im Vorzimmer des Fürther Oberbürgermeisters Hans Bornkessel. Sie kümmert sich um die Korrespondenz zwischen der Militärregierung und der deutschen Stadtverwaltung und dolmetscht, wenn Bornkessel mit Offizieren spricht. Die Amerikaner, erinnert sich Abel, seien immer korrekt aufgetreten, immer höflich gewesen.</p>
<p>Der Kontakt zwischen Deutschen und Amerikanern soll sich auf den beruflichen Umgang beschränken. So will es die Direktive JCS 1067, die Richtlinie der amerikanischen Besatzungspolitik. Sie verbietet die Fraternisierung, die Verbrüderung von Besatzern und Bevölkerung. Doch die Regel erweist sich als im Alltag als untauglich. Mit der Wende in der amerikanischen Außenpolitik wird sie 1947 abgeschafft. Auf Abel kommen neue Aufgaben zu: Bei Hochzeiten zwischen Deutschen und Amerikanern übersetzt sie, &#8220;damit der amerikanische Partner die Trau-Formel versteht&#8221;.</p>
<p>Es folgt die Zeit des Wirtschaftswunders und des Wiederaufbaus – und die Zeit von Jack und Miranda Spears: In den 50-er Jahren freunden sich Gisela Abel und ihr Mann mit dem amerikanischen Offizier und seiner italienischen Frau an. Sie verbringen Weihnachten gemeinsam. Abel isst zum ersten Mal Truthahn und lernt, dass der Hausherr den Vogel filetiert. Sie staunt über die großzügige Wohnung der US-Amerikaner mit dem großen modernen Kühlschrank. Jedem Gast, der an Weihnachten kurz vorbeischaut, reichen Spears Eggnog, ein Getränk ähnlich dem deutschen Eierlikör. Jack und Miranda seien lockerer als die Deutschen gewesen, sagt Abel, und offener auf Menschen zugegangen.</p>
<p>Gemeinsam grillen die vier in Abels Garten Hamburger, fahren in den Urlaub und besuchen amerikanische Clubs. Abel mag den Rhythmus, den Schwung der Musik: &#8220;Jazz und Glenn Miller, das hat mir gefallen. Das war so lebendig&#8221;, sagt Gisela Abel. Manchmal kauft Miranda für sie in einem amerikanischen Laden ein, dem P.X. (Post-Exchange), den nur Amerikaner betreten dürfen. Der Wechselkurs ist günstig; Miranda besorgt Whiskey, Kaffee oder abgepacktes Fleisch.</p>
<div id="attachment_7530" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/dt-amer-simon.jpg"><img class="size-full wp-image-7530" title="dt-amer-simon" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/dt-amer-simon.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Brigitte Simon kannte die PX-Läden als gehobene Geschäfte.</p></div>
<p>An die Post-Exchange-Läden hat auch Brigitte Simon aus Zirndorf im Landkreis Fürth noch lebendige Erinnerungen. &#8220;Das waren gehobene Einkaufsläden&#8221;, sagt sie. Im Gegensatz zu den Commissary-Geschäften, in denen es alles gab, was die Amerikaner zum Leben brauchen, werden hier Luxusgüter angeboten: Delikatessen, Uhren, Kaffee, Besteck, Diamanten – manchmal auch eine Rolex. Die Produkte kauft das European Exchange System in ganz Europa ein. Die Einrichtung, die von Amerikanern geführt wird, ist im Justizpalast in der Fürther Straße in Nürnberg untergebracht. 1963 wird Brigitte Simon, damals 20 Jahre alt, Sekretärin im Einkaufsbüro. Sie unterstützt die amerikanische Chefeinkäuferin, schreibt Briefe, organisiert, telefoniert. Alles wird auf Englisch geregelt. Simon hat damit kein Problem. Sie hat zwei Jahre in den USA gelebt, die Highschool besucht und nach ihrer Rückkehr ein Jahr an der Nürnberger Fremdsprachenschule gelernt.</p>
<p>Brigitte Simon und ihre stets Optimismus versprühende Chefin verstehen sich gut – auch jenseits der Arbeit. Die Vorgesetzte lädt Simon zu privaten Partys bei sich ein. &#8220;Ich fand das schon außergewöhnlich.&#8221; Die deutschen Angestellten dürfen auch ihre Ehepartner mitbringen. Fragen über Vergangenheit und Krieg werden dabei nie gestellt. Stattdessen verbringen sie die Zeit mit Small Talk, trinken Whiskey oder Ginger Ale.</p>
<p>Die Amerikaner öffnen den Deutschen die Türen – oft auch die der Läden. Auch die Chefin. Sie besorgt Deodorant. Einmal auch Whiskey, weil Simons Schneiderin gern ein Glas trinkt. &#8220;Sie hat immer versucht, einem unter die Arme zu greifen&#8221;, sagt Brigitte Simon. In den Mittagspausen darf sie die Amerikanerin in die Snack-Bar im Gerichtsgebäude begleiten. Es gibt Steaks und Hamburger. Einige Male darf sie mit ihrem deutschen Mann mit zur Steak-Night ins Restaurant der Commissary. Neben Fleisch in jeglichen Variationen werden gebackene Kartoffeln mit Sour Cream serviert. &#8220;Das war himmlisch für uns. Das gab es hier einfach nirgendwo.&#8221; Bis 1969 bleibt Simon im Headquarter.</p>
<p>Die Amerikaner hat Simon nie als Besatzer empfunden, nie als Fremde. Vielleicht weil sie, die 1943 geboren wurde, von Anfang an die &#8220;Amis&#8221; kannte: Bereits als Kind sah Brigitte Simon in den Jahren nach 1945 amerikanische Truppen von der Zirndorfer Kaserne nach Fürth marschieren. Einmal stoppt ein Jeep mit farbigen Soldaten neben ihr. Als sie weiterfahren, hält Simon eine Orange und eine Banane in der Hand.</p>
<div id="attachment_7531" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/dt-amer-nienliedt.jpg"><img class="size-full wp-image-7531" title="dt-amer-nienliedt" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/dt-amer-nienliedt.jpg" alt="" width="300" height="221" /></a><p class="wp-caption-text">Ursula-Karin Nientiedt arbeitete lange Zeit im US-Milität-Hospital.</p></div>
<p>Wie amerikanische Restaurants und Schulen, so gibt es auch für die Soldaten und ihre Angehörigen eigene Krankenhäuser. Eines ist das 20th Station Hospital in der Rothenburger Straße in Nürnberg – ein großer beigefarbener Gebäudekomplex. Auf dem Ziegeldach strahlt ein rotes Kreuz, und vor dem Gebäude ist viel Grün angelegt. Im Krankenhaus, in dem es neben einer Kinder- und Zahnklinik auch eine Innere Abteilung und die Gynäkologie gibt, beginnt Ursula-Karin Nientiedt im Jahr 1957 als medizinisch-technische Assistentin im Labor. Damals gerade 22 Jahre alt, arbeitet sie das amerikanische Sanitätspersonal ein, untersucht Proben auf Bakterien und prüft, ob das Blut des Spenders mit dem des Empfängers zusammenpasst.</p>
<p>Auch im Krankenhaus wird Englisch gesprochen. Nicht bei jedem medizinischen Begriff weiß die gebürtige Essenerin sofort die deutsche Übersetzung. Die Kollegen helfen aus. &#8220;Ich bin von den Amerikanern sehr gut behandelt worden.&#8221; Bis 1967, mit dreijähriger Unterbrechung, arbeitet Nientiedt in der Rothenburger Straße. Rückblickend bezeichnet sie die Jahre im Krankenhaus als ihre &#8220;schönste berufliche Zeit&#8221;. Sie kann vergleichen: &#8220;In Essen hat man die britischen Soldaten, die dort stationiert waren, nicht gesehen. Als ich hierher kam, kam es mir vor wie Klein-Amerika.&#8221;</p>
<p>Wie bei Gisela Abel und Brigitte Simon ging auch bei Ursula-Karin Nientiedt der Kontakt zu den Amerikanern über das Berufliche hinaus. Ihr Vorgesetzter lädt sie 1964 zu sich und seiner Familie nach Washington ein. Nientiedt bleibt vier Wochen. Es gibt ein Foto aus dieser Zeit. Nientiedt und der Sergeant sitzen auf der Couch. Er hat den Arm um ihre Schultern gelegt. Neben das Foto hat Nientiedt geschrieben: &#8220;Mein großer Bruder Hank.&#8221;</p>
<p><em>Christiane Fritz</em></p>
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		<title>»Auf der Suche nach Amerika«</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 12:45:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Bettina Gaus]]></category>
		<category><![CDATA[buchtipp]]></category>

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		<description><![CDATA[Die politische Korrespondentin der Berliner tageszeitung (taz) machte sich im Herbst vergangenen Jahres auf zu einer dreimonatigen Autotour durch den amerikanischen Kontinent und sprach – vorwiegend in kleinen Städten und Ortschaften – mit ganz normalen Durchschnittsbürgern. Bettina Gaus hat ein überaus lebendiges, anschauliches Bild des Amerika von heute gezeichnet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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		</div>
<div id="attachment_899" class="wp-caption alignright" style="width: 220px"><img class="size-full wp-image-899" title="cover_amerika_01" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2009/11/cover_amerika_01.jpg" alt="Bettina Gaus „Auf der Suche nach Amerika“ – Begegnungen mit einem fremden Land. Eichborn Verlag, Frankfurt a.M. 2008, ISBN 978-3442542062, 19,95 Euro." width="210" height="329" /><p class="wp-caption-text">Bettina Gaus „Auf der Suche nach Amerika“ – Begegnungen mit einem fremden Land. Eichborn Verlag, Frankfurt a.M. 2008, ISBN 978-3442542062, 19,95 Euro.</p></div>
<p>Nach einem Europaurlaub sind viele Amerikaner davon überzeugt, dass alle Deutschen ständig Bier trinken und die meisten auf Bauernhöfen leben, deren Mauern bayerische Lüftlmalerei ziert und zu denen kopfsteingepflasterte Gassen führen«, schreibt die Journalistin Bettina Gaus in ihrem Buch »Auf der Suche nach Amerika«. So skurril sich das anhört: Genau genommen haben wir Deutschen oft ein ebenso merkwürdiges Bild von unseren Zeitgenossen in Übersee. Fahren alle Amerikaner entspannt Auto? Sind sie völlig unbedarft, was die Geschehnisse in anderen Teilen der Welt angeht?</p>
<p>Die politische Korrespondentin der Berliner tageszeitung (taz) machte sich im Herbst vergangenen Jahres auf zu einer dreimonatigen Autotour durch den amerikanischen Kontinent und sprach – vorwiegend in kleinen Städten und Ortschaften – mit ganz normalen Durchschnittsbürgern. Sie folgte auf ihrer Reise den Spuren des Schriftstellers John Steinbeck, der 1960, im Jahr des Präsidentschaftswahlkampfs zwischen Kennedy und Nixon, die USA umrundete. Bettina Gaus, die ihre eigene Subjektivität in der Betrachtung keineswegs leugnet, hat – vielleicht gerade deshalb – ein überaus lebendiges, anschauliches Bild des Amerika von heute gezeichnet.</p>
<p>Man begleitet die Autorin gespannt von Ort zu Ort, erlebt triste Motels und grandiose Landschaften und hört zu, was die Menschen fern der großen Politik über sich selbst, ihr Land und die Welt zu sagen haben. Warum zum Beispiel der Trucker Harold Patton meint, Deutschland sei kein freies Land (»Ich darf eine Waffe tragen, um meine Familie zu schützen. Sie nicht. Sie sind nicht frei.«), warum die überzeugte Demokratin Karen Teeters im republikanischen Montana gegen den Krieg ist (»Wir sollten nicht tun, was die Sowjetunion getan hat, uns in den Bankrott reiten, um Kriege in aller Welt zu führen!«) oder warum der Bush-Anhänger Eric Archbick in der Mojave-Wüste immer noch glaubt, dass der Irak an den Anschlägen des 11. September 2001 beteiligt war (»Der Irak gehört zum Mittleren Osten. Die mögen uns dort alle nicht.«).</p>
<p>Das Konzert der Stimmen ist vielfältig wie die Menschen selbst – das macht die Lektüre so spannend. Als die Journalistin nach 24 000 Kilometern durch 34 Bundesstaaten auf dem New Yorker Airport ihren Rückflug antritt, nimmt man als Leser bedauernd Abschied. Bettina Gaus hätte ruhig noch etwas länger unterwegs sein dürfen.</p>
<p><em>Brigitte Lemberger</em></p>
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