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	<title>sechs+sechzig &#187; Kolumne</title>
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	<description>Hier surfen die neuen Alten</description>
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		<title>Glosse: Hier ist meine Visa-Card-Nummer!</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 08:49:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Depp]]></category>
		<category><![CDATA[Glosse]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
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		<description><![CDATA[Wahre Leistung, wahrer Lohn, das war schon immer meine Devise. Daher löhne ich brav, wo es geht, mache diesen ganzen Online-Banking-Kram mit, obwohl er mir mit seinen täglich neuen Sicherheitsvorgaben den letzten Nerv raubt, und teile sogar jedem meine Visa-Card-Nummer mit, der sie haben will. Sie lautet übrigens...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/ipad.jpg"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/ipad.jpg" alt="" title="ipad" width="200" height="262" class="size-full wp-image-7188" /></a>Wie halten Sie es mit dem Geldausgeben im Internet? Geben Sie bei Hinz&#038;Kunz Ihre Kreditkartennummer an? Nein? Dann sind Sie wohl auch einer dieser Web-Schmarotzer, die alles umsonst haben wollen. Free net, free movies, free news, free music, free pics&#8230;?</p>
<p>Ich bin da anders! Kein Asozialer! Kein Google-Terrorist! Keiner, der unsere Jahrtausende alte, abendländische Kultur für lau abverkauft! Wahre Leistung, wahrer Lohn, das war schon immer meine Devise. Daher löhne ich brav, wo es geht, mache diesen ganzen Online-Banking-Kram mit, obwohl er mir mit seinen täglich neuen Sicherheitsvorgaben den letzten Nerv raubt, und teile sogar jedem meine Visa-Card-Nummer mit, der sie haben will. Sie lautet übrigens: 3742 4556 0123 3999, die Prüfziffer ist 789.</p>
<p>Man muss sie nämlich demütigen, diese Billigheimer, diese Geizkrägen, diese Gratis-Abgreifer. Man muss sie so zumüllen mit Geschenken, dass sie danach winseln, endlich einmal wieder etwas Werthaltiges erwerben zu dürfen. Ein Buch zum Beispiel. Ein richtiges Buch. Mit massiven Deckeln, strukturierter Oberfläche, Lederrücken und edlem Papier. Ein Buch, das man nicht mal lesen muss, weil einem nämlich schon beim Anfassen einer abgeht. Das man einfach besitzen will, weil man damit eintaucht in die Litera-turgeschichte, ein Teil von ihr wird, als Zwerg auf den Schultern von Riesen wie Thomas Mann oder Mario Vargas Llosa auf das profane Weltgeschehen blickt und dieses so von ganz oben und von ganzem Herzen verachten kann.</p>
<p>Als Demütigung habe ich jetzt ebenfalls ein Buch auf den Markt geworfen. Allerdings ein eBook. Also keines für die Liebhaber des Papiers. Eine ganz windige, schon aus technischen Gründen mehr schlecht als recht zusammengeschusterte Angelegenheit. Man kann es nur auf Tablet-PCs wie dem iPad oder dem Kindle lesen. Natürlich biete ich das eBook (es heißt übrigens »Versurft!« und beinhaltet meine gesamten hier erschienenen Deppen-Kolumnen) nicht etwa im iTunes-Store oder bei Amazon an. Dort würde man nur wieder zum ungeliebten Geldausgeben animiert, zudem hätte ich dafür erst noch umständlich eine ISDN-Nummer erwerben und so das Ganze dem Finanzamt melden müssen. Nein, ich verticke das Teil völlig kostenfrei über meine Homepage <a href="http://www.deppimweb.de">www.deppimweb.de</a></p>
<p>Mein gesamtes Lebenswerk können sich die Kostenlos-Kretins also für Nichts (und natürlich völlig unverdient) auf den Schreib-tisch ziehen. Irgendwann wird ihnen auffallen, dass der immer mehr zum Grabbeltisch mutiert. Dann werden sie angerobbt kommen und mich bitten, doch wenigstens 29,90 Euro zahlen zu dürfen. Aber ich werde den Zahlnix-Säuen antworten: »Behaltet ihn, euren schnöden Mammon« und ihnen dann noch folgende, alte Weisheit der Cree-Indianer hinterherschmeißen:</p>
<p>»Erst wenn es Karl Marx kostenlos im Appstore gibt<br />
wenn sogar Sony-Music bei YouTube erklingt,<br />
wenn auch alte TV-Klassiker in der Mediathek auftauchen<br />
und wenn sich der letzte Abmahnanwalt umschulen lässt,<br />
dann werdet ihr merken,<br />
dass ihr für euer Geld nichts mehr kaufen könnt.«<br />
Aber dann ist es zu spät.	</p>
<p><em>Peter Viebig</em></p>
<blockquote><p>Die einzelnen Folgen unserer Kolumnen-Serie &#8220;Depp im Web&#8221; kann man nicht nur auf dem iPad oder dem Kindle lesen, sondern auch unter www.magazin66.de. Eine Übersicht finden Sie, wenn Sie diesem <a href="http://www.magazin66.de/tag/depp/">Link</a> folgen.</p></blockquote>
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		<title>Der daddelnde Mensch</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 16:20:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>peter_viebig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Depp im Web]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Schiller]]></category>
		<category><![CDATA[Solitaire]]></category>

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		<description><![CDATA[Rechts auf unserer Webseite finden Sie ein kleines Spielchen. Es heißt Solitaire. Damit und mit der Lust des Menschen am Daddeln beschäftigt sich der "Depp im Web" in seiner jüngsten Kolumne, in der er schon seit Jahren - stellvertretend für viele von uns - davon berichtet, wie man im Netz an der eigenen Blödheit scheitert..]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Nur Deppen zitieren heutzutage noch Goethe oder andere Dichter. Die übrigen kennen die meistens gar nicht mehr. Ich hingegen habe kein Problem, als Depp dazustehen, und zitiere daher mal Schiller: </p>
<blockquote><p>Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.</p></blockquote>
<p>Das Zitat begleitet mich schon lange und hat dazu geführt, dass ich Wochen, ach was sage ich, Monate, ja Jahre meiner Lebenszeit vor dem Computer verdaddelt habe. Wenn`s der Friedrich Schiller sagt und wenn`s dem Menschsein dient, dachte ich, dann kann das doch nicht verkehrt sein.</p>
<p><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2010/03/sxolitairre-150x150.jpg" alt="sxolitairre" title="sxolitairre" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1493" />Ob Schiller Solitaire kannte, weiß ich nicht. Ist auch egal. Jedenfalls spiele ich das besonders oft. Es wird eigentlich nie langweilig und strengt nicht sonderlich an. Man ist halt am liebsten Mensch, wenn es nicht so anstrengend ist und wenn man nicht auch noch denken muss.</p>
<p>Solitaire kannte ich in der ersten Welt noch als &#8220;Patience&#8221;. Da hieß es wohl so, weil man viel Geduld brauchte, die Karten jedesmal zu mischen und säuberlich auszulegen. Dafür hatte es etwas Meditatives, vom Zauber des Kartenlegens Umwehtes. Mir war das trotzdem immer zu viel Aufwand. Das dauernde Mischen, das Karten austeilen, das Umlegen&#8230;. Das alles macht inzwischen der Computer für einen, so dass das mit der &#8220;Geduld&#8221; nicht mehr allzuweit her ist. Man schaut halt, ob eine Karte passt, zieht sie mit der Maus rüber und fertig ist die Laube. Wenn´s nicht aufgeht, kann man mit Steuerung-Z auch noch ein wenig schummeln und  an die Stelle zurückgehen, wo man eventuell einen Fehler gemacht hat. </p>
<p>Aber zum Schummeln will ich hier nur soviel sagen: Ihr behumst euch selbst, ihr lügt euch in die Tasche und werdet schon sehen, wo ihr damit landet!</p>
<p>Ich wende mich daher lieber den positiven Aspekten von Solitaire zu. Es fördert das vorausschauende, logische Denken. Was passiert, wenn ich diese Karte anlege? Was passiert, wenn ich die Ass liegen lasse und erst später aufnehme? Kriege ich die später noch einmal zu Gesicht oder wird sie dann von irgendwelchen Luschen verdeckt, die ich nirgendwo anlegen kann? Verheddere ich mich dann, lande in einer Sackgasse und muss am Ende von der Welt und den Karten bedient aufgeben?</p>
<p>Manchmal spiele ich schon früh am Morgen eine Runde Solitaire um festzustellen, ob mein Hirn heute den Fährnissen des Alltags gewachsen ist, oder ob ich den Tag lieber zuhause verbringen sollte, heimlich daddelnd, wo keiner sieht, dass ich schlecht drauf bin und mein Hirn nur bedingt funktioniert. Das Daddeln an solchen Tagen hat allerdings einen entscheidendcen Nachteil: Es macht keinen Spaß. Man gewinnt nie. nie geht etwas auf und man kriegt daher auch noch miese Laune. </p>
<p>So führt Solitaire, und da bin ich bei einem weiteren positiven Aspekt, letztlich zum Trotzdem-Rausgehen. Man weiß, Weiterspielen bringt´s nicht und sagt sich: Sollen die anderen doch ruhig mitbekommen, dass es bei mir mit dem logischen, vorausschauenden Denken hapert, denn schließlich bin ich damit doch eines:<br />
ganz Mensch!                                                                     <em>Peter Viebig</em></p>
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		<title>Depp im Web &#8211; Blöder Buchstabensalat</title>
		<link>http://www.magazin66.de/2009/11/depp-im-web-bloder-buchstabensalat/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 14:40:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Depp im Web]]></category>
		<category><![CDATA[Buchstabensalat]]></category>
		<category><![CDATA[Depp]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Seinen gibt’s der Herr bekanntlich im Schlaf, meint unser Depp im Web. Auch ihm seien aber hin und wieder Erkenntnisse zuteil geworden, die nicht bloß Mitdeppen, sondern auch vielen Mitmenschen vorenthalten bleiben. Weshalb der Depp sich über Träume, Schmerzen und unheimliche Zahlen auslässt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Den Seinen gibt’s der Herr bekanntlich im Schlaf. Auch mir sind daher hin und wieder Erkenntnisse zuteil geworden, die nicht bloß Mitdeppen, sondern auch vielen Mitmenschen vorenthalten bleiben.</p>
<p>Eines Tages, als ich wieder einmal fröhlich dahin schritt und die karge Schönheit der fränkischen Pampa aufsaugte, kam plötzlich ein holographisches Leuchten über mich. Ich kann es nur schwer beschreiben. Auf jeden Fall war ich plötzlich im Besitz der Weltformel. Ich wollte sie mir sofort aufschreiben, hatte aber weder Stift noch Papier parat. Also eilte ich nach Hause und sagte mir dabei die Weltformel dauernd vor.</p>
<p>Dummerweise übermannte mich unterwegs ein ganz widerwärtiger Zahnschmerz, der mich daran erinnerte, dass ich schon ein Jahr lang keinen Zahnarzt mehr aufgesucht hatte und deshalb drauf und dran war, meinen Versicherungsbonus zu verspielen. Doch wo hatte ich nur das Bonusheft der Krankenkasse hingelegt? Langer Rede kurzer Sinn: Daheim angelangt, war mir die Weltformel entfallen, und ich verbrachte den Rest des Tages mit Bonusheft-Suchen.</p>
<p>Dieser Tage ereilte mich dann aber ein neuerlicher Erkenntnisblitz, und zwar während einer nächtlichen Computersitzung. Ich hatte gerade einen weinerlichen Beitrag über die eklatanten Unterschiede von Männlein und Weiblein und die »daraus resultierende Unterbindung echten Glücks« gelesen und beschlossen, diesem Jammerlappen in einem Kommentar die Meinung zu sagen. Ich schrieb und schrieb und war am Ende der festen Überzeugung, das würde solchem vor Selbstmitleid triefendem Seim ein für alle Mal die Grundlage entziehen. Dem glücklichen Zusammenleben der Geschlechter stünde damit nichts mehr im Wege.</p>
<p>Doch leider konnte ich den Kommentar nicht einfach abschicken. Vielmehr wurde ich gebeten, ein seltsam abstraktes Bild zu analysieren. Offenbar eine Art Deppentest: Such das Buchstabi! So heißt der aber nicht, sondern vielmehr: Captcha. »Ah«, dachte ich, »das bedeutet so viel wie: Hast’ des g’rafft?« Aber falsch gedacht, es ist die Abkürzung für: Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart. Also etwas, wodurch festgestellt werden soll, ob auf der anderen Seite ein Mensch oder bloß ein PC hockt.</p>
<p>Vor meinem PC, und das ist mir dadurch erst klar geworden, hockt offenbar kein Mensch. Es ist mir nicht gelungen, die Captchas (ja, ich habe mehrere Versuche unternommen) ordentlich zu dechiffrieren. Jedes Mal war irgend ein Zeichen dabei, das sowohl ein B als auch eine 8, ein R oder ein P, ein I oder eine 1 sein konnte. Oft waren die Zeichen so seltsam ineinander verschoben, dass ich nicht mehr wusste, ob der Querstrich jetzt zum einen Buchstaben gehört oder zum anderen. Nach etlichen Fehlversuchen flog ich jedenfalls raus, und mein Kommentar landete im Orkus.</p>
<p>Die unlesbarsten Captchas findet man übrigens immer auf Firmenseiten, dort wo man Beschwerden loswerden kann. Sie scheinen einzig und allein den Grund zu haben, Nörgler und Querulanten so lange zu beschäftigen, bis sie die Lust verloren haben. Natürlich können die Produkte auch nie verbessert werden, wenn man so das Kunden-Feedback abwürgt.</p>
<p>Ganz ohne Erkenntnisblitze aus der Parallelwelt bin ich also zu der Überzeugung gelangt, die ich hier für die Nachwelt ein für alle Mal festhalte: Die Gründe für das Unglück der Menschheit sind schlechte Zähne und unlesbare Captchas.</p>
<p><em>Peter Viebig</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
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