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	<title>sechs+sechzig &#187; Reise</title>
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	<description>Hier surfen die neuen Alten</description>
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		<title>Nicht ohne Flaschenöffner und Fotoapparat!</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 10:05:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise & Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer nimmt was in den Urlaub mit? Das ist auch eine Frage des Alters &#8211; jedenfalls hat das eine Umfrage von TNS Infratest gezeigt. Ältere legen gern alle möglichen Alltagshelfer in den Koffer, Jüngere nehmen meist diverse Geräte der Unterhaltungselektronik mit. Mobiltelefon, MP3-Abspielgerät und Laptop &#8211; ohnedem geht für junge Reisende im Urlaub gar nichts. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<p><div id="attachment_10816" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/11/urlaub-senioren-by-tk.jpg"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/11/urlaub-senioren-by-tk.jpg" alt="" title="urlaub-senioren-by-tk" width="300" height="200" class="size-full wp-image-10816" /></a><p class="wp-caption-text">Eine Kamera hat heute fast jeder dabei. Foto: TK</p></div>Wer nimmt was in den Urlaub mit? Das ist auch eine Frage des Alters &#8211; jedenfalls hat das eine Umfrage von TNS Infratest gezeigt. Ältere legen gern alle möglichen Alltagshelfer in den Koffer, Jüngere nehmen meist diverse Geräte der Unterhaltungselektronik mit.</p>
<p>Mobiltelefon, MP3-Abspielgerät und Laptop &#8211; ohnedem geht für junge Reisende im Urlaub gar nichts. Dafür packen Ältere ab 65 Jahren überproportial häufig (37,3 Prozent) einen Flaschenöffner ein. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es nur 13,4 Prozent.</p>
<p>Die Redensart &#8220;Zeige mir deinen Koffer, und ich sage dir, wie alt du bist&#8221; trifft allerdings nicht bei allen Reisegepäckstücken zu. Die Mehrzahl der Befragten nahm einen Fotoapparat (74,9 Prozent), eine Reiseapotheke (72,3 Prozent) und Lektüre (64,6 Prozent) mit ins Gepäck. Befragt wurden 1.000 Deutsche im Alter ab 18 Jahren.</p>
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		<title>Reiseveranstalter bieten für jeden Geschmack etwas</title>
		<link>http://www.magazin66.de/2011/03/reiseveranstalter-bieten-fur-jeden-geschmack-etwas/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 09:55:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise & Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[„Auch der erste Schritt gehört zum Weg“. Diese Aussage des österreichischen Dramatikers Arthur Schnitzler scheinen sich die Reiseveranstalter und Tourismusvertreter, mit Spezialangeboten für Senioren, zu Herzen genommen zu haben. So tüftelten auch im Jahr 2011 unzählige Branchenführer an attraktiven Angeboten für die wachsende Zahl von fernwehgeplagten Ruheständlern. 
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<p><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/messe66-reise1.jpg"><img class="size-full wp-image-7286" title="messe66-reise1" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/03/messe66-reise1.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
<p>„Auch der erste Schritt gehört zum Weg“. Diese Aussage des österreichischen Dramatikers Arthur Schnitzler scheinen sich die Reiseveranstalter und Tourismusvertreter, mit Spezialangeboten für Senioren, zu Herzen genommen zu haben. So tüftelten auch im Jahr 2011 unzählige Branchenführer an attraktiven Angeboten für die wachsende Zahl von fernwehgeplagten Ruheständlern.<br />
Von Konzert- und Kulturreisen über Busreisen quer durch Europa bis hin zu Kreuzfahrten um die ganze Welt ist für jeden Geschmack etwas dabei. Junggebliebenen stehen überdies Abenteuer- und Wanderreisen sowie Radreisen zur Verfügung.<br />
Zur Entspannung und Erholung kann ein Wellnessurlaub in den Bergen beitragen.<br />
Ob renommierte Reiseanbieter wie Thomas Cook oder unbekanntere Unternehmen, sie alle erkennen das Potential der alternden Bevölkerung und reagieren mit maßgeschneiderten Angeboten auf den demographischen Wandel in Deutschland.<br />
Schnitzlers Heimat Österreich ist zwar immer noch eines der beliebtesten Urlaubsziele deutscher Senioren. Aber die Reiselust hat in dieser Zielgruppe deutlich zugenommen. Häufig lässt man sich im Ruhestand noch auf ein Abenteuer ein.<br />
Ein solches bietet das Reisebüro Atlantik – Seereisen allen Schiffsliebhabern und Weltenbummlern. An Bord der „Costa Deliziosa“ durchqueren alle Reiseteilnehmer im Zeitraum von Januar bis April 2013 die sieben Weltmeere. Im Angebot enthalten sind Aufenthalte in den schönsten und aufregendsten Hafenstädten der Welt. So führt die Weltreise von Barcelona und Marseille über Los Angeles und Honolulu bis hin nach Sharm el Sheik in die Kulturstadt Ägypten.<br />
Auf ihrer Abenteuertour &#8220;Wandern durch Hadzabe und Datoga-Dörfer und Trekking durch das Ngorongoro Hochland und Masai-Land&#8221; stellen die Verantwortlichen von Adventure – Top &#8211; Tours den Teilnehmern die atemberaubenden Landschaften von Tansania, Afrika, vor.<br />
Das fünftägige Ngorongoro Trekking führt Abenteuerlustige durch die faszinierende Vulkanlandschaft des Ngorongoro Hochlands bis zum Berg der Götter der Masai „OL DONYIO LENGAI“. Außerdem lernt man auf der Wanderung durch die Hadzabe und Datoga Dörfer die fremden Kulturen lernen und kommt mit den Einwohnern ins Gespräch.<br />
Allen Senioren und Seniorinnen, die im Alter aktiv und abenteuerlustig bleiben wollen, wird ein umfassendes und vielfältiges Programm angeboten.<br />
Aber auch gebrechlichen Menschen, die sich alleine solch einen Ausflug nicht mehr zutrauen, wird geholfen. Das Reiseunternehmen Videlis – Seniorenreisen führt betreute Touren für altersschwache Personen durch und bietet Ausflüge in Kurorte, Kreuzfahrten oder auch Flugreisen an.</p>
<p><em>Sebastian Neubauer</em><br />
Foto: Nossek-Bock</p>
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		<title>Gedränge auf Münchner Seniorenmesse</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Mar 2011 10:18:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>petra_nossek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alter Ego]]></category>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist voll in den drei Hallen der Messe &#8220;Die 66&#8243; in München. Und wo drängen sich die meisten Menschen? Rund um die Reisestände. Hier hat die Messe eindeutig ihren Schwerpunkt. Doch auch die Diskussionsveranstaltungen finden ihr Publikum. Wer im Ruhestand noch fit ist, möchte mitreden und sich informieren. Im Vergleich zum vergangenen Jahr fehlen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<p>Es ist voll in den drei Hallen der Messe &#8220;Die 66&#8243; in München. Und wo drängen sich die meisten Menschen? Rund um die Reisestände. Hier hat die Messe eindeutig ihren Schwerpunkt. Doch auch die Diskussionsveranstaltungen finden ihr Publikum. Wer im Ruhestand noch fit ist, möchte mitreden und sich informieren. Im Vergleich zum vergangenen Jahr fehlen aber einige kleinere Anbieter mit so netten Ideen wie das monatliche Pralinenabo. Oder ich habe diese schlicht übersehen, was angesichts des guten Besuchs zum Auftakt nicht verwunderlich wäre.</p>
<p>Etwas ruhiger ging es nach meiner Beobachtung bei Ausstellern zu, die Angebote zur Geldanlage offerierten oder gar den Ruhestand unter südlicher Sonne. Angesichts gerade geplatzer Rentnerträume in Tuniesen, wo nicht wenige winterkranke deutsche Senioren regelmäßig auf den Frühling warteten, ist es im Moment wohl nicht so begehrt, seinen Wohnsitz für längere Zeit ins Ausland verlagern. Aber dieses Thema wäre noch eine weiter gehende Betrachtung wert.</p>
<p>Was mir bei der Münchner Messe gut gefällt, ist die Bandbreite des Angebots. Diese reicht von flotter Mode in großen Größen und einer Eleganz, die man gerne in reifen Jahren trägt über einige Kosmetikstände, die vor den Augen der Messebesucher zeigen, wie man sich vorteilhaft schminkt und so Falten und Runzeln geschickt verschwinden lässt, bis zur Aktionsfläche, die erfolgreich zum Mitmachen animiert.  Da macht das Schlendern durch die Hallen Spaß und gibt viele Anregungen. Am besten gefiel mir die Idee der Tanzschule am Theater. Sie bat Zuschauer auf die Bühne und diese füllte sich schnell mit Walzer tanzenden Paaren. </p>
<p>Trotzdem noch ein paar kritische Anmerkungen: Die Zahl der Toiletten ist definitiv zu wenig, gerade für Frauen. Lange Schlangen sind die Folge. Das Gastronomieangebot erscheint mir verbesserungswürdig. Es ist mir zu einfallslos. Und die Vortragssäle sind nach wie vor zu weit vom zugkräftigen Messeteil abgetrennt und bei zugkräftigen Themen reichen die Sitzplätze nicht aus. Das ist schade, denn es finden sich einige interessante Referate im Programm.</p>
<p>Wer sich selber ein Bild machen möchte. Noch bis einschließlich 13. März <a href="http://www.die-66.de/">findet im M.O.C</a> statt.</p>
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		<title>Trauerreisen: Mitgefühl wird mitgebucht</title>
		<link>http://www.magazin66.de/2011/02/trauerreisen/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Feb 2011 14:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stefan_brunn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise & Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[In den 46 Jahren ihrer Ehe war es Hannelore Wozny gewohnt, nie etwas ohne ihren Mann zu machen. Nach seinem Tod fühlte sie sich plötzlich nur als »halber Mensch« und traute sich nichts mehr zu. Unvorstellbar, ohne ihn auf Reisen zu gehen. Nach Monaten wurde ihr klar, dass sie etwas unternehmen musste. Sie buchte bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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		</div>
<p>In den 46 Jahren ihrer Ehe war es Hannelore Wozny gewohnt, nie etwas ohne ihren Mann zu machen. Nach seinem Tod fühlte sie sich plötzlich nur als »halber Mensch« und traute sich nichts mehr zu. Unvorstellbar, ohne ihn auf Reisen zu gehen. Nach Monaten wurde ihr klar, dass sie etwas unternehmen musste. Sie buchte bei TUI eine »Reise ins Leben«, ein Angebot speziell für Trauernde. »Zum ersten Mal nach dem Tod meines Mannes konnte ich wieder lachen und singen«, erzählt die Kölnerin.</p>
<p>In der Gemeinschaft von Gleichgesinnten fühlte sie sich gleichberechtigt und gewann rasch an Selbstvertrauen. In der Gruppe hat sie neue Freunde gewonnen, mit denen sie – trotz der Entfernung – bis heute einen regen Austausch an Gesprächen pflegt und gemeinsam Aktivitäten unternimmt. »Die emotionale Lücke lässt sich nicht schließen, aber die Zeit, die jetzt leer ist, kann man mit neuen Menschen und Aktivitäten füllen«, sagt sie.</p>
<p><div id="attachment_6861" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/02/trauerreisen-01.jpg"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/02/trauerreisen-01.jpg" alt="" title="trauerreisen-01" width="300" height="196" class="size-full wp-image-6861" /></a><p class="wp-caption-text">Die Lücke, die ein geliebter Mensch nach seinem Tod hinterlässt, ist nicht zu schließen, aber die leere Zeit kann mit Aktivitäten und neuen Erlebnissen gefüllt werden. Eine Möglichkeit dafür bieten Trauerreisen.</p></div>Mit »Reisen ins Leben« ist TUI seit März 2010 der größte und jüngste Veranstalter für Trauerreisen. Das Angebot umfasst 24 Reisen zu sechs Zielen, darunter auf die Blumeninsel Madeira, nach Kreta und Mallorca. Zum Teil schon sehr viel länger wenden sich die kleineren Veranstalter  Regen-Bogen-Reisen und TrauDichReisen speziell an Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Bei den Anbietern Wendepunkte und Sail-and-Care können Trauernde Segeltörns mit Trauerbegleitung buchen.<br />
TUI legt bei der Buchung großen Wert auf ein Vorgespräch mit Fritz Roth von der Trauer Akademie in Bergisch Gladbach. Roth verbrachte neun Jahre im Kloster, weil er Priester werden wollte. Nach dem Wirtschaftsstudium war er zehn Jahre beim Energieriesen RWE tätig, bevor er erneut eine berufliche Wende vollzog: Er erwarb ein Bestattungsinstitut. Anfangs bestand sein Ziel darin, den Angehörigen durch persönlich gestaltete Rituale einen würdevollen Abschied von den Verstorbenen zu ermöglichen. Schon bald erkannte er jedoch die Notwendigkeit, den oft unter Schock stehenden Hinterbliebenen durch ausgebildete Trauerbegleiter, spezielle Vorträge und Seminare beizustehen, sich mit dem Tod und somit auch mit dem Leben zu versöhnen.</p>
<p><strong>Kunst, Kultur und Kulinarisches</strong><br />
Als einen besonderen Pluspunkt nennen die TUI-Reisegäste einen ausschließlich von ihnen persönlich gestalteten und nur von ihnen genutzten Raum im jeweiligen Hotel. Hier versammelt sich die Gruppe nach dem Frühstück für gemeinsame Gespräche und Rituale der Trauerverarbeitung. Der Rest des Tages ist Wanderungen, Kunst, Kultur und kulinarischen Freuden in schönem Ambi-ente gewidmet. </p>
<p>Bei Regen-Bogen-Reisen nehmen eine oder zwei in der Trauerarbeit ausgebildete Begleiterinnen und ein Reiseleiter die Gäste bereits am Flughafen persönlich in Empfang, berichtet Firmengründerin Irma Heyne-Beuse. Sie stehen den Reisenden rund um die Uhr auch für Einzelgespräche zur Verfügung. Die Unterbringung der zwölf bis 20 Teilnehmer erfolgt in Doppelzimmern zur Alleinbenutzung in kleinen, familiären Hotels mit behaglicher Atmosphäre und in idyllischen Natur- und Kulturlandschaften gelegen. Die Nähe zum Wasser, sei es ein Fluss, ein See oder das Meer, ist den Veranstaltern wichtig. Der gelungene Mix zwischen Gesprächen, Wandern in der malerischen Umgebung, Besuch von Kulturgütern und geselligem Zusammensein macht die Teilnehmer wieder empfänglich für Freude. Das Alter der Teilnehmer bewegt sich zwischen 30 und 80 Jahren. Frauen sind üblicherweise in der Mehrzahl. </p>
<p>Das Motto von Regen-Bogen-Reisen »Von der Trauer über eine Brücke zum neuen Leben« ist für Irma Heyne-Beuse kein lee-res Wort. 30 Jahre lang hatte sie ein kleines Reisebüro und wenig Zeit, um an den Ruhestand zu denken. Ein halbes Jahr, nachdem sie es verkauft hatte, starb ihr Mann. Erst nach Monaten fand sie im Jahr 2005 den Weg zu einem Gesprächskreis für Trauernde, aus dem der Wunsch nach der Organisation einer solchen Reise an sie herangetragen wurde.</p>
<p><strong>Journalisten brachten den Erfolg</strong><br />
Zusammen mit ihrer Schwester Hilde Peters organisiert die mittlerweile 73-Jährige Reisen für Trauernde. Die erste, eine Kreuzfahrt auf der Rhône, fand 2007 statt. Der Anfang war recht zäh, erinnert sie sich. Der Erfolg kam nach einer Schiffsreise auf dem Dnjepr in Russland, auf der sich einige Journalisten mit an Bord befanden. Sie sollten über das Schiff berichten und wurden aber dabei auf ihre Reisegruppe aufmerksam. Die dann folgenden Berichte in großen Zeitungen brachten das Geschäft in Schwung.<br />
Bestimmte Zeiten für Gespräche sind auf ihren Reisen nicht vorgesehen. Heyne-Beuse hält es für wichtiger, gemeinsam etwas zu unternehmen und für den Einzelnen individuell zu jeder Tages- und Nachtzeit präsent zu sein. Für 2011 stehen Mallorca, Zypern, Abano Terme, Wellness am Tegernsee, Madeira und eine Kreuzfahrt ins östliche Mittelmeer auf dem Programm.</p>
<p>Seit »TrauDichReisen« vor 13 Jahren den dritten Platz im Existenzgründerpreis in Berlin erreicht hat, ist das Unternehmen im-mer wieder Thema in den Medien gewesen. Die Veranstalterin Martina Taruttis, Jahrgang 1958, ist Soziologin mit Diplom als Trauerberaterin. Sie besitzt langjährige Erfahrung in der Hospizarbeit und ist eine Mitarbeiterin der Trauer Akademie von Fritz Roth.</p>
<p>TrauDichReisen hat nicht nur den Verlust eines geliebten Menschen im Blick, sondern auch Trauern um verpasste Lebenschancen, Mobbing am Arbeitsplatz, Übergang vom Arbeitsleben in das Rentnerdasein, Auszug der Kinder aus dem Elternhaus oder auch den Verlust der Gesundheit. Reiseziele in Gruppen von bis zu acht Personen sind der deutsch-niederländische Naturpark Maas-Schwalm-Nette am linken Niederrhein, die Ostfriesischen Inseln sowie Schonen in Südschweden, auch Sinai in Ägypten, um nur einige zu nennen.</p>
<p>Anfang eines jeden Jahres organisiert Martina Taruttis ein TrauDichReisen-Jahrestreffen im Kloster Thuine bei Lingen. Es soll dem Bedürfnis nach Kontakten, Erfahrungsaustausch und Kennenlernen entgegenkommen und die jeweilige Auslandsreise und neue spannende Projekte vorstellen. Das Treffen und die Reisen seien für sie ein voller Erfolg gewesen, meint Christiane zur Nieden aus Velbert, die schon viermal mit von der Partie war und dadurch wertvolle Erfahrungen und Freunde fürs Leben gewonnen hat. </p>
<p><em>Melitta Tilley</em></p>
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		<title>So kommt der Koffer nach Berlin</title>
		<link>http://www.magazin66.de/2010/12/so-kommt-der-koffer-nach-berlin/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Dec 2010 22:52:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Gepäck]]></category>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Service]]></category>

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		<description><![CDATA[Urlaub mit dem Auto, das war immer ganz einfach. Da spielt die Menge des Gepäcks kaum eine Rolle. Doch viele Ältere können nicht mehr mit dem eigenen Wagen verreisen, da muss man sich beim Packen dann schon sehr einschränken. Trotzdem hat der Koffer ein Gewicht wie Blei. magazin66.de berichtet, wie man sein Gepäck an seinen Urlaubsort bekommt, ohne dass man sich vor dem "Monster" Koffer fürchten muss. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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		</div>
<p><div id="attachment_5726" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2010/12/koffer-schwer.jpg"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2010/12/koffer-schwer.jpg" alt="" title="koffer schwer" width="300" height="200" class="size-full wp-image-5726" /></a><p class="wp-caption-text">Mit schwerem Gepäck werden Treppen zu einem kaum überwindbaren Hindernis. Das Förderband ist als Hilfe zwar gut gemeint, aber gerade Ältere trauen sich nicht ran, weil sie das Tempo nicht kontrollieren können.  Foto: Michael Matejka</p></div>Urlaub mit dem Auto, das war immer ganz einfach«, erinnert sich das Ehepaar Schuhmann*. »Wir haben großzügig gepackt, was nicht in die Koffer passte, kam auf den Rücksitz oder in den Kofferraum. Es war egal, ob wir noch ein Paar Stiefel extra mitnahmen für Spaziergänge über Land oder eine dicke Wetterjacke. Im Wagen fand ja alles Platz.«<br />
Das alles hat sich geändert, seit Erich Schuhmann aus Gesundheitsgründen größere Reisen nicht mehr mit dem Auto unternehmen mag. Jetzt heißt es, genau zu überlegen, was man im Urlaub wirklich braucht – ein Koffer hat eben nur ein bestimmtes Aufnahmevolumen, und das ist schnell erschöpft. Dafür hat er plötzlich ein Gewicht wie Blei.<br />
An die erste Bahnreise nach vielen Jahren erinnert sich Gerda Schuhmann noch heute mit  Schaudern: »Wir wollten eine private kleine Rundreise unternehmen und glaubten, mit den Koffern kämen wir schon zurecht. Dass es an den Umsteigebahnhöfen oft weder Rolltreppe noch Aufzug gab, in den vorgebuchten kleinen Hotels manchmal kein dienstbarer Geist zur Verfügung stand, der das Gepäck auf das Zimmer schaffte, hatten wir nicht bedacht. Es war eine elende Schlepperei.« Inzwischen hat sich das Ehepaar informiert und weiß, welche Dienste man in punkto Koffer in Anspruch nehmen kann und auch, wann und wo eigenes Zupacken unvermeidlich bleibt.</p>
<p><strong>Transportunternehmen kümmern sich</strong><br />
Gepäckservice kann die Lösung heißen. Spezialanbieter für den Koffertransport von Haus zu Haus werben mit griffigen Slogans wie »Urlaub fängt jetzt an der Haustür an«. Für einen halbwegs akzeptablen Preis – er variiert von Anbieter zu Anbieter – wird der Koffer an den Bestimmungsort gebracht und von dort wieder abgeholt. 16,80 Euro beispielsweise verlangt Hermes, der Gepäckservice der Deutschen Bahn, innerhalb Deutschlands jeweils für das erste bis vierte Normal-Gepäckstück bei telefonischer Vorabbuchung jeweils für Hin- und Rücktransport.<br />
Der Transport auf eine Insel kostet meistens extra, ebenso der ins benachbarte Ausland. In die Schweiz, bekanntlich ein Nicht-EU-Land, wird es teurer und komplizierter – hier lohnt es sich, Auskunft einzuholen, ehe man seinen Koffer oder gar das Ski-Gepäck auf Reisen schickt. Für Kreuzfahrt- und/oder Flugreisende stehen ebenfalls Logistik-Dienstleister bereit, die weltweit problemlosen Gepäckservice anbieten. Unter ihnen befinden sich einige Unternehmen, die auch für bestimmte große Reiseanbieter unter Vertrag stehen. Deren Kunden, die eine teure Reise gebucht haben, dürfen in der Regel darauf vertrauen, dass Personal sich unterwegs ihres Gepäcks annimmt. Diese Annehmlichkeit findet sich meist unter dem Stichwort »Gepäckservice« in den Reisebedingungen wieder. Aber sie hat ihren Preis.<br />
Die kleineren und kleinen Reiseveranstalter können da nicht mithalten. »Wir wissen, dass das Koffertragen für manche unserer älteren Kunden durchaus ein Problem ist, und das tut uns Leid. Doch wir bieten Reisen zu erschwinglichen Preisen an und müssen so knapp kalkulieren, dass wir für den Kofferservice keinen Extra-Mitarbeiter abstellen können«, heißt es bedauernd bei NRS-gute Reise, einem bewährten Anbieter in Nürnberg. »Unsere Busfahrer sind beim Ein- und Ausladen gern behilflich, doch mehr geht leider nicht.«<br />
Eine »kofferfreundliche« Variante, die zwar den Reise-Radius einschränkt, aber komfortablen Fahr- und Gepäckservice bietet, ist zum Beispiel das Angebot von adena-Touristik in Nürnberg. Die vorwiegend ältere Kundschaft weiß zu schätzen, dass sie zuverlässig mit Sack und Pack von zu Hause abgeholt, in einem bequemen Fahrzeug zum Hotel befördert und von dort wieder heimgebracht wird. Angefahren werden derzeit – teils ganzjährig, teils zu bestimmten Terminen – sechs Kurorte im näheren Raum und ein Reiseziel in Südtirol.<br />
Der Luxus ist erschwinglich<br />
Auch die Bahn ist dabei, ihr Herz für weniger muskelbepackte Reisende zu entdecken und offeriert einen persönlichen Gepäckträger-Service in bisher zehn deutschen Städten. »Die notwendige Voranmeldung«, heißt es in charmantem DB-Deutsch, »ist bis eine Stunde vor Ankunft Ihres Zuges möglich, dann erwartet Sie unser Service-Mitarbeiter am vereinbarten Platz zur vereinbarten Zeit.« Der Luxus, seine Koffer von einem Bahnsteig zum anderen, zum Taxi oder zum U- oder S-Bahnanschluss tragen zu lassen, ist erschwinglich: 2,50 Euro jeweils für das erste und zweite Gepäckstück und 1,20 für jedes weitere Gepäckstück. In München winkt sogar ein Schnäppchen-Preis: 2,50 Euro für die ersten beiden Gepäckstücke zusammen. Wer schon im Zug unterwegs ist, kann über »den freundlichen Zugbegleiter den Transport-Service buchen«. Nürnberg, Fürth und Erlangen gehören im Übrigen bislang noch nicht zu den Städten, in denen man dieses Dienstes teilhaftig wird. München steht bislang als einzige Stadt Süddeutschlands auf der Liste.<br />
Das »Monster« Koffer ist also besiegbar, sofern man bereit ist, zusätzlich dafür in die Tasche zu greifen. Als ahnungsloser DB-Kunde – Ehepaar Schuhmann hat es auf seiner ersten Bahnreise erlebt – wird man für seine Autonomiebestrebungen schon zu Anfang der Reise bestraft. »Unsere Koffer haben Rollen, und ins Abteil konnten wir unser Gepäck ja noch hieven, aber dann war Schluss«, sagt Gerda Schuhmann. »Das Koffer-Gestell am Wageneingang war rappelvoll und in die Gepäckablage über den Sitzen hätten wir die Sachen allein nie und nimmer gekriegt. Von einem Zugbegleiter war nichts zu sehen. Da half nur noch ein kräftiger, freundlicher Mitmensch.«</p>
<p>* Name von der Redaktion geändert</p>
<p>Brigitte Lemberger</p>
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		<title>Die beliebtesten Touristen sind &#8211; na, wer wohl?</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 07:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
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		<description><![CDATA[Zwar ist Deutschland gegenwärtig noch das beliebteste Reiseland für ältere Touristen, doch bis 2015 werden zwei Drittel der 70-80jährigen ihren Haupturlaub im Ausland verbringen, sagt die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen. Wie versucht die deutsche Tourismusindustrie, die immer aktiveren Senior-Touristen im Land zu halten? Eine TV-Reportage mit Beispielen.
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<p>Zwar ist Deutschland gegenwärtig noch das beliebteste Reiseland für ältere Touristen, doch bis 2015 werden zwei Drittel der 70-80jährigen ihren Haupturlaub im Ausland verbringen, sagt die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen. Wie versucht die deutsche Tourismusindustrie, die immer aktiveren Senior-Touristen im Land zu halten? Eine TV-Reportage mit Beispielen.</p>
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		<title>In 824 Tagen um die Welt</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 07:05:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stefan_brunn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sport & Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[radfahren]]></category>
		<category><![CDATA[radler]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
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		<description><![CDATA[Eigentlich müssten Doris und Klaus Höhle aus Erlangen-Frauenaurach im Guinnessbuch der Rekorde stehen. Denn die 57-Jährige und ihr 69-jähriger Mann sind nachweislich das älteste Ehepaar, dem es gelang, mit dem Rad die Welt zu umrunden. Doch aus dem Eintrag wurde nichts wegen fehlender Formalitäten. Denn sie hätten die Reise vorab als Rekordversuch anmelden müssen. So [...]]]></description>
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<div id="attachment_237" class="wp-caption alignright" style="width: 220px"><img class="size-full wp-image-237" title="radler" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2009/10/radler.jpg" alt="Doris und Klaus Höhle hatten sich auf ihre Mammut-Tour mit Marathon-Training vorbereitet. Trotzdem verlangte ihnen die Radreise um die Welt viel Disziplin ab. Foto: Mile Cindric" width="210" height="140" /><p class="wp-caption-text">Doris und Klaus Höhle hatten sich auf ihre Mammut-Tour mit Marathon-Training vorbereitet. Trotzdem verlangte ihnen die Radreise um die Welt viel Disziplin ab. Foto: Mile Cindric</p></div>
<p>Eigentlich müssten Doris und Klaus Höhle aus Erlangen-Frauenaurach im Guinnessbuch der Rekorde stehen. Denn die 57-Jährige und ihr 69-jähriger Mann sind nachweislich das älteste Ehepaar, dem es gelang, mit dem Rad die Welt zu umrunden. Doch aus dem Eintrag wurde nichts wegen fehlender Formalitäten. Denn sie hätten die Reise vorab als Rekordversuch anmelden müssen. So aber haben der pensionierte Bauleiter und die ehemalige Beamtin außer der Familie nur den engsten Freundeskreis in den kühnen Plan eingeweiht. »Zum Abschied gab es keinen großen Bahnhof, wir hatten auch keine Sponsoren. Denn wir hatten uns überlegt: Wenn es schief geht, wenn wir vielleicht in Österreich schon wieder umdrehen müssen, heißt es womöglich: ›Ach, die zwei alten Deppen sind wieder da‹«, berichten die beiden.</p>
<p>Doris Höhle und ihr Ehemann, klein und drahtig, stecken beim Interviewtermin in Radlerkluft. Im Flur stehen die Räder, jederzeit griffbereit sozusagen. Sie berichten von ihrer bemerkenswerten Leistung: Am 15. März 2006 schwangen sich der damals 66-jährige Klaus Höhle und seine 55-jährige, frisch in den Vorruhestand eingetretene Ehefrau Doris bei eisigen Temperaturen und Schnee auf die voll bepackten, 50 Kilo schweren Fahrräder. In den folgenden zwei Jahren und vier Monaten durchquerten sie 40 Länder. Dabei legten sie 57.093 Kilometer zurück, bewältigten 338.321 Höhenmeter, verbrachten 3.491 Stunden im Sattel, gönnten sich nur 133 Ruhetage und absolvierten 23 Flug-, Schiffs- und Fährtage – macht einen Tagesdurchschnitt von 85,5 Kilometer (ohne Ruhetage).</p>
<p>Über die Hälfte der Nächte schlief das Paar im Zelt, und gekocht wurde regelmäßig auf dem kleinen Benzinkocher. »Luxuriöse Abendmahle waren das nicht, aber dafür haben wir beim Essen die Vögel zwitschern gehört«, freut sich Doris Höhle. Seit ihrer Rückkehr im Juli 2008 nach Frauenaurach regt sie das Überangebot in den Supermärkten auf: »Zweieinhalb Jahre als Radvagabunden unterwegs zu sein, ändert die Lebenseinsichten.«</p>
<p><strong>Traum ging in Erfüllung</strong><br />
Für Klaus Höhle ist mit der Tour ein Jugendtraum in Erfüllung gegangen. Auf den habe er sich erst mit 65 Jahren besonnen, als er alte Leute sah, die tagaus, tagein dieselben Wege entlang gingen. »Man darf nicht nur vom Abenteuer träumen, man muss es auch wahr machen, bevor es zu spät ist«, sagt er. »Halbe Sachen gibt es für Klaus nicht«, ergänzt Doris Höhle. »Er hat noch nie aufgegeben.« Plötzlich sind wieder jene Momente der Mammut-Tour gegenwärtig, in denen sie glaubte, vor Schmerzen nicht mehr weiterzukönnen. »Das Bein tat mir weh, der Arm schlief mir ein. ›Ich komme als Krüppel nach Hause‹, habe ich manchmal gejammert. Doch als wir in Südamerika waren, hat mir gar nichts mehr gefehlt«, sagt sie triumphierend. Spätestens dort muss Doris Höhle überzeugt gewesen sein von dem Satz, den sie im Gespräch immer wieder fallen lässt: »Vieles ist bloß eine Sache der Überwindung.«</p>
<p>Davon kann ihr Gatte ein Lied singen. 1991 startete Klaus Höhle, damals war er 51 Jahre alt, bei einem Volkslauf im Pegnitztal; Kollegen hatten ihn dazu überredet. »Ich kam als Vorletzter ins Ziel – von 159 Teilnehmern!«, verrät er. Danach begann der Bauleiter systematisch zu trainieren. Schon ein Jahr später lief Höhle seinen ersten Marathon. Wiederum ein Jahr später errang er bei seinem ersten Kurztriathlon – 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen – den zweiten Platz der Altersklasse 50. Heute kann das Mitglied des Erlanger Triathlon-Duathlon-Vereins TDM Franken mit Siegermedaillen nur so klimpern. »Sport kann das Leben verändern, er verhilft zu einer besseren Lebensqualität«, sinniert der Rentner. »Es macht einen Unterschied, ob man mit einer gewissen Vitalität alt werden kann oder nicht.«</p>
<p>Doris und Klaus Höhle sind seit 34 Jahren verheiratet und haben zwei erwachsene Söhne. Seit ihr Mann in den Ruhestand gewechselt ist, betreibt Doris Höhle ebenfalls aktiv Triathlon. Binnen Jahresfrist gelang ihr der Sprung in den Leistungssport. Auch Doris Höhle gehört dem TDM Franken an und tritt ständig zu Wettkämpfen an. »Man muss im Alter möglichst viel gemeinsam machen, das gibt dem Leben Sinn«, kommentiert ihr Mann.</p>
<p>Auf ihrer großen Rad-Reise haben sie auch viel Kurioses erlebt. »Es war in Südafrika«, erzählt Klaus Höhle, »wir befanden uns zwischen Johannesburg und Durban.« Die gigantische Hotelanlage, bis zu der es die beiden an jenem 28. Januar 2007 geschafft hatten, war luxuriös. »Viel zu luxuriös, als dass wir uns darin auch nur eine Nacht hätten leisten können. Also fragten wir bloß nach einem Platz für unser Zelt«, berichten sie. Der fand sich schnell. Doch weil sie so verschwitzt waren, gab man ihnen gleich noch den Schlüssel für ein Appartement. Dort könnten sie duschen, wurde ihnen gesagt. »Natürlich nahmen wir das Angebot gern an. In der Zwischenzeit informierte die Rezeption allerdings den Hotelbesitzer. Der Mann kam, hörte unsere Geschichte und am Ende jenes Tages schliefen wir nicht in unserem Zelt, sondern in der Fürsten-Suite. Kostenlos übrigens«, erzählen sie weiter.</p>
<p>»Der Besitzer der Nobelherberge änderte nach unserem Besuch sein Leben. Der Mann kaufte sich ein Mountainbike und scharte Freunde um sich. Seither unternehmen sie ausgedehnte Touren durchs Land.« Das sei aber kein Einzelfall, sagt Höhle. Ein 66-jähriger Grenzer aus Tijuana, einer mexikanischen Stadt an der Grenze zu Kalifornien, schrieb dem Ehepaar eineinhalb Monate, nachdem er ihnen ein Einreisevisum ausgestellt hatte, eine E-Mail. Er habe seinen Dienst quittiert und ein Wohnmobil und ein Mountainbike gekauft. Nun fahre er damit durch die Nationalparks. »Klaus, du hast mich überzeugt«, zitiert der Deutsche den Amerikaner.</p>
<p><strong>Alles ist möglich</strong><br />
»Wir sind der lebende Beweis, dass man auch in späteren Jahren noch über Energien und Potenziale verfügt. Sie stecken in jedem, man muss sie nur wecken! So mancher wird nach ein paar Wochen Training überrascht sein, was alles möglich ist!«, sagt Klaus Höhle und macht der Generation 50plus Mut. Und Doris Höhle ergänzt: »Man muss bloß dranbleiben. Das ist das ganze Geheimnis!« Irgendwann werde die körperliche Anstrengung zur Gewohnheit! »Es gibt Leute, die sind schon mit 40 alt. Ich werde im November erst 70«, verkündet Klaus Höhle. Er würde gern ein Buch über die Abenteuertour veröffentlichen. »Vielleicht hilft uns jemand, die Tagebucheindrücke lesbar zu machen? Denn erstens kann ich nicht schreiben und zweitens will ich nicht meine besten Jahre am Schreibtisch verplempern.«</p>
<p>Die besten Jahre? Klaus und Doris Höhle wälzen schon wieder Atlanten. Über die Strecke sind sie sich bereits einig geworden. »Diesmal radeln wir Richtung China. Das sind bloß 11.000 Kilometer, und das ist in ein paar Monaten machbar.«</p>
<p><em>Ute Fürböter</em></p>
<hr /><strong>Information</strong></p>
<p><a href="http://www.hoehles-challenge.de/" target="_blank">www.hoehles-challenge.de</a><br />
Mehr Eindrücke von der großen Reise nebst Resonanzen gibt das Ehepaar am 3. Dezember 2009 ab 19 Uhr im Begegnungszentrum des Kultur- und Freizeitamtes der Stadt Erlangen in der Fröbelstraße 6 zum Besten.</p>
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		<title>Meine erste Auslandsreise &#8211; Sieben Geschichten über den ersten Urlaub</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 13:42:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier berichten alte wie junge Menschen von den Eindrücken ihrer ersten Auslandsreise. Mögen die Ziele von heute auch anspruchsvoller sein als früher – das große Staunen, endlich die Enge der Heimat gegen Neues zu tauschen, war schon damals da.  50, 60 Jahre Freizeiterleben in Deutschland. Die Urlaubserlebnisse von Menschen aus drei Generationen, willkürlich ausgewählt, stehen exemplarisch für die vergangenen 50, 60 Jahre Freizeiterleben in Deutschland.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Die Deutschen gelten als Reise-Weltmeister. Kein Erdteil ist vor ihnen sicher, alle Verkehrsmittel werden genutzt: Eisenbahn, Flugzeug und Schiff, Bus und Pkw, Motorrad und Fahrrad. Wer heute die Aufmerksamkeit der Daheimgebliebenen für seine Reiseschilderungen erwartet, muss schon mit ausgefallenen Zielen aufwarten. Aber davon soll nicht die Rede sein: Vielmehr berichten hier alte wie junge Menschen von den Eindrücken ihrer ersten Auslandsreise. Mögen die Ziele von heute auch anspruchsvoller sein als früher – das große Staunen, endlich die Enge der Heimat gegen Neues zu tauschen, war schon damals da. Geblieben ist auch die Liebe zum Süden, zum helleren Licht, zu den lauen Abenden dort. Und wie die Menschen, die das Glück hatten, im freien Teil Deutschlands zu leben, bereits in den 50er Jahren ausschwärmen konnten, so taten dies nach der Wiedervereinigung auch ihre Landsleute aus der ehemaligen DDR. Zum Teil mit dem gleichen Glücksgefühl, aber erst 45 Jahre später. Die Urlaubserlebnisse von Menschen aus drei Generationen, willkürlich ausgewählt, stehen exemplarisch für die vergangenen 50, 60 Jahre Freizeiterleben in Deutschland. Blenden wir zunächst ins Jahr 1952. Sieben Jahre nach Kriegsende öffneten sich für die Deutschen allmählich die Grenzen einiger europäischer Länder.</p>
<p>1952</p>
<p>Erna Stang, Jahrgang 1927, aus Neumarkt<br />
Eine Gruppe junger Neumarkter wollte Skandinavien besuchen, darunter auch die gerade 25-jährige Erna. Die jungen Leute erhielten aber nur Visa für Dänemark und Schweden, nicht für Norwegen. 240 DM kostete die Reise gen Norden – viel Geld für die damaligen Verhältnisse. Bis Kiel konnte die Gruppe einen Sonderzug benutzen, der Jugendliche zu einem Zeltlager an der Ostsee brachte. Der Luxusexpress, bestehend aus umgebauten Güterwaggons, brauchte mehr als 24 Stunden von Nürnberg nach Kiel. Von dort reiste die kleine Gruppe Jugendlicher und einiger Erwachsener aus der Oberpfalz auf eigene Regie weiter. Und schon in Dänemark begann das große Staunen. Gerade das kriegszerstörte Deutschland hinter sich gelassen, habe sich die Gruppe hier wie »im Schlaraffenland« gefühlt, erinnert sich Erna Stang. In den Lokalen standen gefüllte Krüge mit Milch auf den Tischen, die es gratis zum Essen gab. Kopenhagen mit seinem Tivoli, dem Schloss, der kleinen Meerjungfrau… Das alles begeisterte die Besucher. Dann folgte die Überfahrt von Frederikshavn nach Schweden auf einem eleganten Fährschiff. In Göteborg faszinierten sie die schönen, gut gekleideten Menschen, der nordische Einrichtungsstil selbst in den Jugendcamps: helle Birkenmöbel, klare Linien, Baumwollvorhänge, geschmackvolle Lampen. Keine Nierentische und überbordende Muster wie in Deutschland. Es ging weiter nach Stockholm mit seinen Hochhäusern, die im gewachsenen Fels wirkten wie verstreutes Riesenspielzeug, die schöne Stadt am Wasser mit ihren Kanälen und ihren Autobahnen mit ihren vierblätterigen Kleeblattauffahrten. Die Gruppe um Erna Stang genoss die Begegnungen mit jungen Schweden, Norwegern, Dänen, Holländern, Franzosen, Belgiern – mit Gleichaltrigen aus anderen europäischen, bis vor kurzem noch verfeindeten Ländern. Die Erlebnisse sind ihr unvergessen, vor allem die dänische Insel Mön mit ihrer unvergleichlich schönen Kreideküste, die der von Rügen in nichts nachsteht. In der kleinen Jugendherberge waren die Begegnungen besonders intensiv. Radebrechend fühlt man sich angenommen nach den grauenvollen Nazi- und Kriegsjahren, erstmals Europa zugehörig.</p>
<p>1959</p>
<p>Julie Becker, Jahrgang 1941, aus Nürnberg<br />
Knapp 50 Jahre sind vergangen, seitdem Julie Becker einen jungen Mann getroffen hat, dessen Namen sie nicht kennt und den sie bis heute nicht vergessen hat. Knapp 18 Jahre war sie damals alt und mit der italienischen Eisenbahn unterwegs zu ihrem heimlichen Verlobten, der damals in Mailand arbeitete. Irgendwo – sie weiß nicht mehr, wo es geschah – stieg ein junger, hübscher Italiener in den Zug, Julie fand ihn »schön wie Apoll«. Die beiden verliebten sich auf den ersten Blick ineinander, flirteten, unterhielten sich blendend. Nach einigen Stunden war der Italiener an seinem Ankunftsort angekommen. Seiner dringenden Bitte, mit ihm zu gehen, widerstand sie schweren Herzens, um zum heimlichen Verlobten nach Mailand weiterzureisen. Doch den erfreute Julies »Stinklaune« beim Wochenendbesuch gar nicht. Und heute, 50 Jahre danach, denkt sie noch manchmal an den schönen Italiener… mit leiser Wehmut.</p>
<p>1960</p>
<div id="attachment_1028" class="wp-caption alignright" style="width: 220px"><img class="size-full wp-image-1028" title="reisen_costa_brava010" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2009/12/20080613_reisen_costa_brava010.jpg" alt="Anna-Marie Hanke in Calella an der Costa Brava im Juni 1960. Dorthin führte sie ihre Hochzeitsreise. Foto: Privat" width="210" height="144" /><p class="wp-caption-text">Anna-Marie Hanke in Calella an der Costa Brava im Juni 1960. Dorthin führte sie ihre Hochzeitsreise. Foto: Privat</p></div>
<p>Anna-Marie Hanke aus Nürnberg-Rosenau, Jahrgang 1923<br />
Sie hat nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1985 die ganze Welt bereist. Sie lief über die Chinesische Mauer, stand auf dem Ayers Rock in Australien, war am Kap in Südafrika und besichtigte das World Trade Center in New York, als es das noch gab. Doch für Anna-Marie Hanke hat ihre allererste Auslandreise nach Spanien einen Ehrenplatz in der Erinnerungsloge: »Das war ja unsere Hochzeitsreise, zwei Jahre nach unserer Flucht aus der DDR«, sagt sie, die 1958 über Berlin in den Westen gelangt war. Zwei Jahre sparten sie und ihr Mann Ernst eisern, bis sie sich Hochzeit und Reise leisten konnten. »Die Reisefreiheit war neben der Redefreiheit für uns das höchste Gut«, betont die gebürtige Thüringerin, »vorher durften wir ja höchstens mal an die Ostsee fahren!« Und nun, 1960, ging es mit einem Reisebus an die Costa Brava, in einen Ort namens Calella: »Schon unterwegs haben wir es in Frankreich und Spanien genossen, die gepflegten, bunten Häuser zu sehen – aus der DDR kannten wir nur alles Grau in Grau.« Von Calella aus unternahmen die Hankes dann genau so viel, wie die Reisekasse eben hergab: »Wir hatten uns alles vom Munde abgespart, ein Glas Wein war für uns die Ausnahme. Aber wir wollten trotzdem mal an der Küste lang, nach Lloret de Mar und nach Barcelona.« Die erste Auslandreise, die 14 Tage dauerte, ist für Anna-Marie Hanke »das größte, einschneidendste Erlebnis« geblieben. Und das, obwohl ihr Mann Ernst dauernd zum Arzt musste: »Leider hatte sich bei ihm ausgerechnet während des Urlaubs ein Zahn entzündet.« Aber dieser Wermutstropfen ist in ihrer Erinnerung längst vertrocknet.</p>
<p>1961</p>
<p>Ingrid Ullmann, Jahrgang 1943, aus Nürnberg<br />
Ingrids großer Bruder brachte jeden Samstag seine Freunde mit nach Hause, und sie als zweitälteste von vier Geschwistern war voll in diesen Kreis junger Leute integriert. Sie hatten viel Spaß und wenig Geld, aber immer war Leben in der Bude. »Wir tanzten, machten Ausflüge. Und im Sommer ´61 konnte sich mein Bruder sein erstes Auto leisten, einen VW-Käfer«, berichtet Ingrid Ullmann. Bald reifte die Idee, gemeinsam nach Italien zu fahren. Doch da Ingrid noch keine 18 Jahre alt war, hatte ihre Mutter Bedenken. Viel Überzeugungsarbeit war deshalb notwendig, und die Mutter willigte schließlich ein. Ingrid, ihre Freundin, ihr Bruder und seine beiden Freunde, zwei Zelte und jede Menge Konservendosen sollten ins Auto. In letzter Minute sagte die Freundin ab: Deren Eltern hatten zu große Bedenken angemeldet. Doch Ingrids Mutter zog ihre Erlaubnis nicht zurück, nachdem der Bruder gelobt hatte, die jüngere Schwester zu beschützen. Auch die Freunde galten als vertrauenswürdig. Also zuckelten die vier im voll beladenen VW in Richtung Gardasee. Auf der alten Brennerstraße, oben an der Grenzstation, musste der Käfer »verschnaufen«: ebenso wie bei den meisten anderen Autos kochte der Motor. Selbst der Inhalt der Konservendosen, die die Jugendlichen der Einfachheit halber zum Wärmen geöffnet in die Sonne stellten, brodelte. Abends aber machten sich die jungen Nürnberger fein und gingen tanzen. Ingrid mit Petticoat und Pfennigabsätzen. Flirts, harmlos natürlich, waren angesagt. Doch eines Tages wurde Ingrid von einer Mücke im Gesicht derart gestochen, dass sie total verschwollen aussah und sich zurückzog, weil sie sich sehr hässlich fand. »Adios amore!«, hieß es da für sie. Eines Nachts erwachte sie bei Blitz und Donner. »Gewitter am Gardasee sind nicht lustig, vor allem nicht für ein Großstadtkind alleine im Zelt. Mein Zelt war eingestürzt, ebenso wie das der ›Buben‹ nebenan«, berichtet sie. Die Jungen versuchten, ihres wieder aufzurichten. Ingrid aber rollte sich zusammen und schlief weiter. Das eingestürzte Zelt hatte Zeit bis zum nächsten Morgen bei Sonnenschein…. Ihr erster Auslandsurlaub blieb dennoch ihr vergnügtester. Trotz Mückenstich und Konservennahrung.</p>
<p>1971/1980</p>
<p>Ute und Thomas Fürböter aus Heroldsbach bei Forchheim, (Jahrgänge 1953 und 1952)<br />
Schier unglaublich ist die Geschichte von Ute und Thomas Fürböter. Sie begann 1971 in Ostberlin und führte nach vielen Irrwegen und Trennungen die beiden im Jahr 2000 wieder zusammen. Sie hatten sich im Herbst 1971 als Volontäre beim DDR-Fernsehen ineinander verliebt. Und weil Ute ständig von Prag schwärmte, schenkte ihr Thomas zu Weihnachten eine Fahrkarte in die »Goldene Stadt«. Dort wollten beide bei Bekannten ein paar Tage wohnen. Verständlicherweise war er alles andere als erfreut, als im Zug sein Rivale Karl auftauchte, der kurz zuvor erklärt hatte, ebenfalls nach Prag zu reisen. Ute reiste also zwischen zwei Männern in die »Goldene Stadt«, und Thomas fühlte sich gelegentlich als »fünftes Rad am Wagen«. Seine Begeisterung über den Reisekumpan hielt sich selbstredend in Grenzen. Der Silvesterabend in einer Prager Bar jedoch entschädigte ihn. Die Atmosphäre war gelöst und weltoffen. Die Begegnungen mit Gästen aus dem »kapitalistischen Ausland«, speziell mit Gleichaltrigen aus der Bundesrepublik, verliefen heiter, brachten auch viele gute Gespräche. Und zu mitternächtlicher Stunde sanken sich alle in die Arme. Drei Jahre später, 1974, trennten sich Ute und Thomas. Für immer, wie sie glaubten. Denn im Herbst 1979 gelang Thomas über Bratislava, Pilsen und Waidhaus im Kofferraum des Autos von jugoslawischen Freunden, von denen einer im Besitz eines Diplomatenpasses war, die Flucht in die Bundesrepublik. Thomas blieb eher zufällig mit seiner neuen Freundin in Erlangen hängen. Der erste Kulturschock war bald überwunden. Fast alles fand er wunderbar, und deshalb ging er bereits im Mai 1980 in einem uralten Auto auf die Reise. Nach Italien zum Gardasee. In Sirmione in der warmen Frühlingssonne, unter Palmen und Oleander, Obstbäumen und Blumen fühlten er und seine Partnerin sich wohl. »Wie schön ist die Welt!«, hieß ihr Credo. In einem »Nobelschuppen« am Seeufer speisten sie fürstlich: Lachsforelle, dazu ein Flasche Spumante. Die irren Lire-Beträge auf der Speisekarte ignorierten sie großzügig. Der vornehme Ober präsentierte ihnen die Rechnung vornehm. Und für die allerletzten Lire gönnte sie sich noch einen Espresso.<br />
Der Urlaub in Sirmione entschädigte Thomas für seine allererste Auslandsreise nach Prag, die durch die Anwesenheit von Karl ziemlich verkorkst war. Sirmione war quasi seine erste gelungene Urlaubsreise in Freiheit. Mehr als zehn Jahre nach der Wende, im Jahr 2000, begann er nach Ute zu suchen, seiner großen Liebe. Sie war im »anderen Teil Deutschlands« geblieben, hatte geheiratet, eine Tochter bekommen und war inzwischen geschieden. 26 Jahre nach der Trennung fanden sich die beiden wieder, diesmal wohl für immer. Seit sieben Jahren sind sie verheiratet.</p>
<p>1973</p>
<div id="attachment_1029" class="wp-caption alignright" style="width: 220px"><img class="size-full wp-image-1029" title="reisen_norwegen_01" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2009/12/reisen_norwegen_01.jpg" alt="Die Familie Bott erlebte bei ihrer ersten Auslandsreise nach Norwegen viele Abenteuer zu Wasser und in der Luft. Foto: Priva" width="210" height="148" /><p class="wp-caption-text">Die Familie Bott erlebte bei ihrer ersten Auslandsreise nach Norwegen viele Abenteuer zu Wasser und in der Luft. Foto: Priva</p></div>
<p>Christel Bott aus Nürnberg-Reichelsdorf, Jahrgang 1934:<br />
Erst mit 36 Jahren unternahm Christel Bott ihre erste Auslandsreise. »Mitte der Fünfziger bin ich mit meinem Mann einmal ins Fichtelgebirge gefahren, dann sind die Kinder gekommen, und dann hat mein Mann beruflich umgelernt, so hat sich das Reisen verzögert«, erklärt die gebürtige Berlinerin, der man den Akzent immer noch anhört. 1973 war es dann aber so weit. Ihr Mann fragte sie: »Wohin würdest Du denn am liebsten fahren?« Spontan gab sie zur Antwort: »Ich will nach Norwegen!« Schließlich hatte Christel Bott damals in ihrer Firma traumhaft schöne Bilder dieses Landes auf einem Jahreskalender vor Augen. Gesagt, getan: Mit den Kindern auf dem Rücksitz ihres Opel Kadett fuhren die Botts nach Kiel, nahmen von dort eine Fähre nach Oslo und reisten bis zum Nordkap. »Norwegen war damals für mich ein Traum, das Land schien alles zu haben, was ich liebte: das Wasser, die Wälder, die schroffe Natur.« Vorher hatte sie immer mehr Angst bekommen, ob die Realität auch wirklich so schön sein könne wie die Kalenderbilder. »Aber es war dann wirklich wunderbar«, erinnert sich Christel Bott. Im Gepäck hatte die Familie auch viele Lebensmittel, weil die in Skandinavien so teuer waren. Außerdem angelten Vater und Sohn für die Familie: »Einmal haben wir drei Tage lang nur von Fischen gelebt«, erzählt Christel Bott, »und danach habe ich protestiert: Ich will auch mal wieder was anderes haben!« Das Einkaufen sei aber gar nicht so einfach gewesen, weil man den Lebensmitteln ihren Geschmack nicht ansehen konnte – so erwies sich dunkles Brot als süß, ein anderes hatte eine Anis-Note, und beides habe so gar nicht zu den Bockwürsten gepasst, die man dazu gekauft hatte. Ganz stark im Gedächtnis blieben ihr auch schlechte, einspurige Küstenstraßen und Orte mit Unmengen an Mücken vor dem Camping-Häuschen. Trotz solcher Fehlerchen – oder gerade wegen ihnen – wiegt für Christel Bott ihre Norwegen-Tour »mindestens genauso schwer wie alle großen Reisen später«. Die sparsame Fahrt im Kadett nach Norwegen steht der späteren Kenia-Safari der Botts im Jeep in nichts nach.</p>
<p>1982</p>
<p>Sonja Rascher, Jahrgang 1964, aus<br />
Erlangen:<br />
»Erst wenn du 18 Jahre alt bist, darfst du mit deinem Freund in Urlaub fahren«, hatten Sonjas Eltern entschieden. Und so geschah es: 1982 fuhr Sonja mit ihrem Freund im gelben Ascona Richtung Jugoslawien. Endlich waren sie allein zu zweit, verliebt und vergnügt machten sie sich auf die Reise. Der Wagen war nicht neuwertig, hatte schon einige Kilometer auf dem Buckel und blieb just nach der österreichischen Grenzkontrolle stehen: Der Anlasser streikte. Die Schlange der Fahrzeuge hinter den beiden wurde lang und länger, das Hupkonzert immer lauter. »Unsere Nervosität rührte die Grenzbeamten. Einer von ihnen hatte einen prima Tipp: ›Ihr müsst mit einem Stein auf den Anlasser klopfen, dann springt der Motor an‹«, berichtet Sonja. Es funktionierte tatsächlich, der Motor sprang an, und den Stein durften sie sogar mitnehmen. Zum Glück. Herrliches Wetter und die schöne Landschaft verleiteten sie nämlich dazu, an einem Aussichtspunkt anzuhalten. Dort aber mussten sie die selbe Prozedur durchführen, um wieder loszukommen: »Ich übte bei offener Kühlerhaube den ›Steinschlag‹, stieg ein, und wir rollten weiter. Jetzt wussten wir, dass sich dieses Ritual fortsetzen würde«, erinnert sich die Erlangerin. Doch der nächste Schrecken erwartete sie bereits: Sie verfehlten den Grenzübergang nach Jugoslawien und gerieten in militärisches Sperrgebiet, wo sie Soldaten mit gezückten Gewehren zum Halten zwangen. Sie erkannten wohl, dass es sich um zwei junge, harmlose Reisende handelte und forderten zur Weiterfahrt auf. Die Soldaten rechneten allerdings nicht damit, dass Sonja zu diesem Zweck mitsamt Stein aussteigen musste, um die Karre wieder flott zu kriegen. »Das veranlasste sie erneut, ihre Gewehre in Anschlag zu bringen…« Mit gemischten Gefühlen erreichten die beiden jungen Leute ihr Urlaubsziel am Meer und genossen die Tage. So lange, bis Sonjas Freund beim Absperren des Vehikels plötzlich den Schlüssel nebst Autoschloss in den Händen hielt. Ein jugoslawischer Schmied übernahm die Reparatur und brachte sogar den Anlasser wieder hin. Eine richtige Werkstatt konnten sie sich nicht leisten, da beide noch in der Ausbildung waren und nicht viel Geld besaßen. Allmählich stellte sich bei ihnen eine Durchhaltementalität ein: »Wir waren wild entschlossen, den Urlaub dennoch zu genießen. Als uns auf der Heimfahrt, kurz vor München, Überholende pausenlos anblinkten, weil wir einen Platten hatten, war die gute Laune aber doch etwas verkrampft«, erzählt Sonja. Denn der Ersatzreifen lag ganz unten, sie mussten erst das Auto leer räumen um hinzukommen. Sonjas Freund und heutiger Mann hatte die Nase endgültig voll und ließ das Vehikel nach der Heimkehr verschrotten. Ihren Schwur »Nie wieder Jugoslawien« haben sie gehalten.</p>
<p><em>Magda Schleip</em></p>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 189px; width: 1px; height: 1px;">Vielmehr berichten hier alte wie junge Menschen von den Eindrücken ihrer ersten Auslandsreise. Mögen die Ziele von heute auch anspruchsvoller sein als früher – das große Staunen, endlich die Enge der Heimat gegen Neues zu tauschen, war schon damals da. Geblieben ist auch die Liebe zum Süden, zum helleren Licht, zu den lauen Abenden dort.</div>
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		<title>Die Sehnsucht nach Freiheithört nie auf</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Sep 2009 11:22:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stefan_brunn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise & Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Motorrad]]></category>
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		<description><![CDATA[Natürlich fährt die Oma von Paul und Emil nicht im Hühnerstall Motorrad. Aber etwas Schöneres als Motorradfahren gibt es für die 58-jährige Angelika Arnold kaum. Das ist selten bei Großmüttern und überhaupt selten bei älteren Frauen. Angelika Arnolds Enkel könnten jedenfalls auch den Rest des Kinderliedes schmettern – nämlich den Refrain von der »ganz patenten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<div id="attachment_153" class="wp-caption aligncenter" style="width: 220px"><img class="size-full wp-image-153" title="moto_01" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2009/09/moto_01.jpg" alt="Das Ehepaar Soundso lässt kein Wochenende aus. Foto: Mile Cindric" width="210" height="140" /><p class="wp-caption-text">Das Ehepaar Soundso lässt kein Wochenende aus. Foto: Mile Cindric</p></div>
<p>Natürlich fährt die Oma von Paul und Emil nicht im Hühnerstall Motorrad. Aber etwas Schöneres als Motorradfahren gibt es für die 58-jährige Angelika Arnold kaum. Das ist selten bei Großmüttern und überhaupt selten bei älteren Frauen. Angelika Arnolds Enkel könnten jedenfalls auch den Rest des Kinderliedes schmettern – nämlich den Refrain von der »ganz patenten Frau«.</p>
<p>»Manchmal ruft Angelika mich freitags an und fragt, ob ich nicht ein bisschen eher von der Arbeit heimkommen kann. Das Wetter sei so schön, ideal für eine Spritztour«, erzählt Helmut Arnold. Erst mit 41 hat der Erlanger den Motorradführerschein gemacht. »Ich durfte die Maschine unserer Tochter anlassen, aber nicht fahren. Das hat mich irgendwann genervt«, erklärt der gelernte Schriftsetzer. Trotzdem: Wenn seine Frau nicht gedrängt hätte, besäße er vielleicht immer noch kein eigenes Motorrad. »Ich hatte die Maschine unserer Tochter im Stand umgeworfen, worauf Angelika spontan meinte: ›Jetzt wird es Zeit!‹«</p>
<p>Die erste große Tour auf ihrer Suzuki 450 führte das Paar an den Gardasee. Inzwischen waren Angelika und Helmut Arnold bereits in der Toskana, in Apulien und Kalabrien, in diesem Sommer geht es mit einer 1200er Bandit auf Reisen. Und was den Komfort angehe – jeder habe einen Koffer für die Kleidung, immerhin! »Ich nehme halt nur Sachen mit, die ich schnell waschen kann und die auch schnell trocknen«, erklärt die flotte Großmutter.</p>
<div id="attachment_154" class="wp-caption aligncenter" style="width: 220px"><img class="size-full wp-image-154" title="moto_02" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2009/09/moto_02.jpg" alt="Als der 76-jährige Georg Mauderer sich seine erste Maschine kaufte war er Mitte 50. Warum? »Ich hatte eine Baufirma, und unser Lieferant für Sägeblätter kam immer auf dem Motorrad. Der Mann war an die 75. Das hat mir imponiert.« Foto: Mile Cindric" width="210" height="315" /><p class="wp-caption-text">Als der 76-jährige Georg Mauderer sich seine erste Maschine kaufte war er Mitte 50. Warum? »Ich hatte eine Baufirma, und unser Lieferant für Sägeblätter kam immer auf dem Motorrad. Der Mann war an die 75. Das hat mir imponiert.« Foto: Mile Cindric</p></div>
<p>Zwischen 7000 und 8000 Kilometer pro Jahr fahren die Arnolds auf zwei Rädern. »Zieht Regen auf, halten wir an«, sagt die pensionierte Erzieherin. So weit geht die Leidenschaft denn doch nicht, dass sie nass werden und frieren möchte. Von einem sind die Arnolds jedoch überzeugt. Sie sagen: »Wir genießen das Motorradfahren anders als junge Leute!«</p>
<p>Seit seiner Jugend fährt Fritz Biemann aus Möhrendorf bei Erlangen Motorrad. Jetzt ist er 53 Jahre alt, arbeitet als Werkstattleiter in einem Autohaus, fährt immer noch Motorrad und schwärmt: »Die Gerüche, den Wind, die Landschaft – alles kann man viel intensiver empfinden.« Oft steht er am Wochenende schon vor Tagesanbruch auf, um auf seiner 1200er BMW in den Morgen zu starten. Der Biker versucht, das Glücksgefühl zu beschreiben, das er dabei empfindet. Schließlich sagt er: »Es ist unglaublich schön, phänomenal!« Vom Rausch der Geschwindigkeit sagt er nichts. Er redet auch nicht von Abenteuer, geschweige denn vom Mythos Freiheit, wie das Harley-Fahrer gern tun. Fritz Biemann kommt stattdessen auf die Kehrseite zu sprechen: die Hitze im Sommer, die Kälte in den Bergen, der Regen. Zwischen 10 000 und 11 000 Kilometer im Jahr nimmt er unter die Reifen, obwohl nach 200, spätestens 300 Kilometern auch ihm der Hintern vom Sitzen weh tut. Trotzdem sagt er: »Ich werde fahren, so lange es gut geht.«</p>
<p>So wie Helmut Bälzer (58) aus Höchstadt geht es vielen: »Ich war 18 oder 19 Jahre alt, als ich den Führerschein fürs Motorrad gemacht habe. 80 Mark kostete das damals – aber gefahren bin ich danach nie.« Er habe ja kein Geld gehabt, sagt er. Erst wurde geheiratet, dann kamen die Kinder, dann wurde das Haus gebaut. Erst 1987, mit Mitte dreißig, konnte er sich sein erstes Motorrad kaufen. Es ist ein typisches »Phänomen der Szene«, dass Männer in den besten Jahren ihre Liebe zum Motorrad entdecken oder wiederentdecken. Der Harley-Käufer ist nicht zufällig im Schnitt 45,6 Jahre alt.</p>
<p>Mitte 50 war Georg Mauderer aus Nürnberg, heute 76, als er sich seine erste Maschine kaufte. Warum? »Ich hatte eine Baufirma, und unser Lieferant für Sägeblätter kam immer auf dem Motorrad. Der Mann war an die 75. Das hat mir imponiert.« Mittlerweile hat sich Mauderer schon das dritte »Moped« zugelegt, eine Yamaha Virago 535. Seine Frau ist nicht begeistert. »Sie meint, ich sei ein bissel zu alt. Dabei fühle ich mich noch fit«, findet der Diplom-Bauingenieur im Ruhestand. Seinen 77. Geburtstag im September möchte Georg Mauderer auf Sardinien feiern – auf Tour mit einer Gruppe alter Freaks.</p>
<p>66 Jahre alt war der älteste Wiedereinsteiger, der sich bei Fahrlehrer Franz Obermaier aufs Motorrad gesetzt hat. Zwar lasse die Reaktionsschnelligkeit im Alter nach, gibt der Nürnberger Fahrlehrer zu bedenken. Doch mit Erfahrung könne man das wettmachen. Älteren Fahrern und Wiedereinsteigern rät Franz Obermaier zu Sicherheits- bzw. Perfektionstraining. Aus gutem Grund: Bis zum 1. April 1980 bekam man den Schein schon nach drei, vier Stunden Ausbildung. »Danach konnte man das Motorrad lediglich bewegen. Heutzutage liegt der Schnitt bei 20 Stunden Praxis«, erläutert der Fachmann, der schon seit 35 Jahren im Beruf steht. »Mehr Training, mehr Sicherheit, mehr Fahrspaß«, lautet Obermaiers einfache Formel. Extra-Angebot seiner Fahrschule: ein in Nürnberg und Umgebung einmaliger Schräglagentrainer, auf dem das Bremsen ohne ABS ebenso wie die Schräglage in Kurven optimal geübt werden können.</p>
<p><strong>Motorradfahren hält die Gehirnzellen fit</strong><br />
Apropos üben: Wer täglich Motorrad fährt, meint der britischer Psychologieprofessor Ian Robertson, fühlt sich jünger, lebt länger und verbessert seine Gedächtnisleistung sowie die Konzentrationsfähigkeit. Mentale Stimulation halte die Gehirnzellen fit. Robinson bezieht sich auf eine Studie mit 3000 Menschen, die zwischen 65 und 94 Jahre alt waren und stundenlang anspruchsvolle Computerspiele spielten. »Das Training hat die Teilnehmer kognitiv zehn Jahre verjüngt«, so Robertson, der glaubt, dass Motorradfahren den gleichen Effekt hat.</p>
<p>»Die Generation 50 plus verursacht keinesfalls mehr Unfälle als jüngere Motorradfahrer«, weiß die Nürnberger Polizeisprecherin Elke Schönwald. Abgesehen von der Tatsache, dass die Anzahl der Motorradunfälle in Mittelfranken generell rückläufig sei, seien gerade die Älteren diejenigen, die Vorsicht walten ließen. Und sie fahren leichtere Maschinen. » Im Regelfall wird Schutzkleidung benutzt, gar nicht zu reden von einem geeigneten Helm«, führt Elke Schönwald aus.</p>
<p>Unfallfrei seit 50 Jahren – das ist die Bilanz von Werner Höhn. Gerade hat sich der 70-Jährige aus Erlangen-Tennenlohe wieder eine neue Maschine gekauft, diesmal einen Suzuki-Chopper. »Ich habe ein kaputtes Knie. Nun sitze ich über 90 Grad, also besser als auf meiner alten BMW.« Dem schnellen Vorgänger trauert Werner Höhn nicht nach. »Ich könnte mit dem Chopper 160 km/h fahren, aber das ist mir zu gefährlich«, sagt er. Seine Frau wird dadurch nicht ruhiger. In all den Jahren sei sie noch nie zu ihm auf den Bock gestiegen, erzählt Werner Höhn. Nur bei schönem Wetter knattert er jetzt noch durch die Gegend. Über 50 Kilometer im Umkreis kommt der Biker nicht mehr hinaus. Egal. »Motorradfahren ist Hobby und Lebensgefühl, es ist beides«, so der 70-Jährige.</p>
<div id="attachment_155" class="wp-caption aligncenter" style="width: 220px"><img class="size-full wp-image-155" title="moto_03" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2009/09/moto_03.jpg" alt=" 	   Foto: Mile Cindric    Als der 76-jährige Georg Mauderer sich seine erste Maschine kaufte war er Mitte 50. Warum? »Ich hatte eine Baufirma, und unser Lieferant für Sägeblätter kam immer auf dem Motorrad. Der Mann war an die 75. Das hat mir imponiert.« Foto: Mile Cindric    Erst mit 41 hat der Erlanger Helmut Arnold den Motorradführerschein gemacht. »Ich durfte die Maschine unserer Tochter anlassen, aber nicht fahren. Das hat mich irgendwann genervt«, erklärt der gelernte Schriftsetzer. Trotzdem: Wenn seine Frau Angelika nicht gedrängt hätte, besäße er vielleicht immer noch kein eigenes Motorrad. Foto: Mile Cindric" width="210" height="140" /><p class="wp-caption-text"> 	   Foto: Mile Cindric    Als der 76-jährige Georg Mauderer sich seine erste Maschine kaufte war er Mitte 50. Warum? »Ich hatte eine Baufirma, und unser Lieferant für Sägeblätter kam immer auf dem Motorrad. Der Mann war an die 75. Das hat mir imponiert.« Foto: Mile Cindric    Erst mit 41 hat der Erlanger Helmut Arnold den Motorradführerschein gemacht. »Ich durfte die Maschine unserer Tochter anlassen, aber nicht fahren. Das hat mich irgendwann genervt«, erklärt der gelernte Schriftsetzer. Trotzdem: Wenn seine Frau Angelika nicht gedrängt hätte, besäße er vielleicht immer noch kein eigenes Motorrad. Foto: Mile Cindric</p></div>
<p><em>Ute Fürböter</em></p>
<hr />Eine Motorradtour auf Sardinien speziell für Senioren bietet Sarda Moto Tours in Nürnberg an. In geführten Gruppen mit maximal zehn Teilnehmern erkunden die älteren Biker im September die Mittelmeerinsel – und zwar auf der eigenen Maschine, die vom Reiseveranstalter an den Urlaubsort gebracht wird. Die Reise dauert eine Woche und beinhaltet u.a. tägliche Motorradtouren von 150 bis 180 Kilometern. Weitere Informationen gibt unter 0911 / 46 226 06 oder im Internet unter <a href="http://www.sarda-moto-tours.de/" target="_blank">www.sarda-moto-tours.de</a></p>
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