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	<title>sechs+sechzig &#187; sport</title>
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	<description>Hier surfen die neuen Alten</description>
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		<title>Sanfter Sport hilft Rheuma-Kranken</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 08:15:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit & Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Arzt]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
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		<description><![CDATA[Move to improve“ lautet das internationale Motto zum Welt-Rheuma-Tag 2011. Die Deutsche Rheuma-Liga greift die Botschaft mit ihrer neuen Kampagne „Aktiv gegen Rheumaschmerz“ auf. „Heraus aus der Schonhaltung!“ lautet die Botschaft der Experte. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie leiden in Deutschland rund 20 Millionen Menschen an rheumatischen Beschwerden. Bewegung und zielgerichtetes Training können Linderung verschaffen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p><div id="attachment_10487" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/10/rheuma.neu_.jpg"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/10/rheuma.neu_.jpg" alt="" title="rheuma.neu" width="300" height="200" class="size-full wp-image-10487" /></a><p class="wp-caption-text">Bewegung hilft Rheuma-Kranken. Deswegen empfehlen Experten spezielle Sportarten. Foto: Rheuma-Liga</p></div>Gemeinsam mit anderen Erkrankten lässt sich Vieles leichter ertragen. In den Bewegungsgruppen der Rheuma-Liga ist es ganz normal, dass die Krankheit dem Körper Grenzen setzt. Die Deutsche Rheuma- Liga bietet zahlreiche Trainingsangebote in Gruppen. Eines davon ist das so genannte Funktionstraining. Es wird bei Bedarf vom Arzt verordnet und von den Krankenkassen bezahlt. Dabei dienen spezielle Übungen – entweder im warmen Wasser (Warmwassergymnastik) oder Gymnastik im Raum (Trockengymnastik) – dazu, die kranken Gelenke in ihren „Funktionen“ beweglich zu halten, sie zu fördern ohne zu überfordern. Bewegung ohne Belastung ist das Prinzip. Informationen zum Funktionstraining und weiteren Bewegungs- oder auch Entspannungsangeboten erhalten Interessierte in den Geschäftsstellen der Landesverbände oder direkt bei den Ehrenamtlichen in den örtlichen Arbeitsgemeinschaften/Therapiegruppen. Auch die Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) bietet Funktionstraining oder Reha-Sport in Gruppen an.</p>
<p>Die Kampagne, die erstmals im Verbund mit acht Partnerorganisationen aus der Rheumatologie und Orthopädie durchgeführt wird, soll Rheuma-Patienten zu (mehr) körperlicher Aktivität motivieren. Das Maßnahmenpaket umfasst Ratgeberliteratur sowie bundesweite Informations- und Motivationsveranstaltungen. Gleichzeitig offerieren die deutschlandweit über 12.000 Bewegungsgruppen ein umfassendes Trainingsangebot. Ab Anfang Oktober bündelt <a href="http://www.aktiv-gegen-rheumaschmerz.de/home/layout2/index.html">die Aktionswebsite </a> alle Informationen und Angebote.</p>
<p>„Mit unseren Aktionen wollen wir auch die Öffentlichkeit für das Thema ‚Rheuma’ sensibilisieren, denn die Erkrankung kann jeden treffen“, so Prof. Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der mit über 260.000 Mitgliedern bundesweit größten Selbsthilfegemeinschaft. Jeder vierte Bundesbürger ist früher oder später von Beschwerden im Bewegungsapparat betroffen. 5 bis 7 Millionen leiden an Arthrosen. Schmerz und Erschöpfung sind vordringliche Leiden bei entzündlichen Erkrankungen wie Rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew, Kollagenosen oder Vaskulitiden. Hinzu kommen Millionen Schmerzkranke mit chronischen Rückenleiden oder Fibromyalgie. Und auch jüngere Menschen sind zunehmend von Gelenkkrankheiten betroffen.</p>
<p>Wissenschaftliche Studien zeigen: Mit Sport und Bewegung kann man den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. 100.000 Rheuma-Betroffene nutzen bereits regelmäßig Bewegungsangebote der Rheuma-Ligen vor Ort. Neben dem Klassiker, dem Rheuma-Funktionstraining, Tanzen oder meditativen Formen wie Tai-Chi oder Yoga werden auch neuere gelenkschonende Trainingsformen angeboten. Dazu zählen etwa Aqua-Cycling oder besonders das Muskelaufbautraining im Rahmen einer Medizinischen Trainingstherapie (MTT). „Durch gezieltes Kraft- und Koordinationstraining, unterstützt durch ein Ausdauertraining, kann mit Hilfe der MTT die Belastbarkeit des Muskel- und Skelettsystems sowie des Herz-Kreislauf-Systems erhalten bzw. gesteigert werden. Als aktive Therapieform dient sie der Sicherung und Verbesserung des Rehabilitationserfolges, so dass Betroffene wieder tatkräftig an allen Bereichen des Lebens teilnehmen können“, so Monika Schäfer, Diplom-Sportlehrerin der Rheuma-Liga Niedersachsen.</p>
<p><strong>Weitere empfohlenen Sportarten</strong></p>
<p>Schwimmen, weil es gut ist für den Muskelaufbau, der Leistungssteigerung dient, die Beweglichkeit<br />
verbessert und zum eigenen Wohlbefinden beiträgt.<br />
Zu beachten: Erkältungsgefahr bei Immunsuppression – zu kaltes Wasser daher meiden!<br />
Radfahren, weil es eine aktive und achsengerechte Bewegung bei entlasteten Gelenken ermöglicht und<br />
zugleich das Herz-Kreislauf-System stärkt.<br />
Zu beachten: Beim Mountainbiking ist Vorsicht bei starken Erschütterungen geboten, denn diese sind<br />
schlecht für Wirbelsäule und Gelenke.<br />
Walking/Nordic Walking, weil es bei Verschleißerkrankungen (Arthrosen) in Hüft- und Kniegelenken<br />
hilft, die Beinmuskulatur trainiert und speziell auch für Patienten mit Rückenschmerzen, Osteoporose<br />
und Fibromyalgie geeignet ist.<br />
Tanzen, weil Musik positiv bewegt, das eigene Körpergefühl und das Selbstbewusstsein stärkt, die<br />
Kondition verbessert, alle Gelenke in Bewegung setzt und soziale Kontakte schafft.<br />
Qigong und Yoga, weil dabei mit Hilfe von Atem- und Bewegungsübungen innere Ruhe und<br />
Entspannung aufgebaut werden sowie Haltung und Atmung gekräftigt bzw. reguliert werden.<br />
Das ist gut für Körper und Geist.</p>
<p>So sinnvoll die regelmäßige Bewegung für rheumakranke Menschen ist, sie kann nicht die rechtzeitige Diagnostik und Therapie ersetzen. Die Rheumatologie hat im letzten Jahrzehnt bei der Entwicklung wirksamer Medikamente für entzündliche rheumatische Erkrankungen sehr große Fortschritte erzielt. Doch diese kommen nicht überall bei den Betroffenen an. „Wir liegen in Deutschland, was die Versorgung mit Rheumatologen und Rheumatologinnen anbelangt, weit hinter dem, was die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie in ihrem Memorandum empfiehlt. Im Hinblick auf das jetzt in der Abstimmung befindliche Versorgungsstrukturgesetz fordern wir nachhaltig: Verbesserung der Versorgung von Rheumatikern durch Änderung der Bedarfsplanung“, so Gromnica-Ihle. „Ein ‚Nationaler Rheumaplan’ muss her, um abgestimmt und effizient im Sinne der Betroffenen Prävention, Diagnostik, komplexe Behandlung, Rehabilitation, soziale Absicherung, aber auch weitere Forschung zu sichern.“</p>
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		<title>Sport treiben nur die Gesunden</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 19:15:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sport & Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Senioren]]></category>
		<category><![CDATA[sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Egal ob Herzsportgruppe, Nordic Walking oder Rückenschule – Sport fördert die Gesundheit. Das Problem dabei: Gerade Menschen, die etwas für ihre Gesundheit tun müssten, zieht es relativ selten in die Turnhallen. „Je weniger zufrieden Männer und Frauen mit ihrer Gesundheit sind, desto seltener treiben sie Sport“, sagt die Heidelberger Soziologin Simone Becker.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p><div id="attachment_10428" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/10/sport-web.jpg"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/10/sport-web.jpg" alt="" title="sport-web" width="300" height="200" class="size-full wp-image-10428" /></a><p class="wp-caption-text">Sport fördert zwar die Gesundheit, aber meist sind es nur die Gesunden, die sich bewegen.  Foto: epd</p></div>Egal ob Herzsportgruppe, Nordic Walking oder Rückenschule – Sport fördert die Gesundheit. Das Problem dabei: Gerade Menschen, die etwas für ihre Gesundheit tun müssten, zieht es relativ selten in die Turnhallen. „Je weniger zufrieden Männer und Frauen mit ihrer Gesundheit sind, desto seltener treiben sie Sport“, sagt die Heidelberger Soziologin Simone Becker. Das ist das Ergebnis ihrer kürzlich als 400. SOEPpaper veröffentlichten Studie.</p>
<p>Die SOEP-Daten zeigen: Im Laufe des Lebens lässt die Gesundheitszufriedenheit der Deutschen immer mehr nach. Gleichzeitig geht die sportliche Aktivität zurück. Zwar ist der Anteil der Deutschen, die mindestens einmal pro Woche Sport treiben, in den vergangenen 15 Jahren um 16 % gestiegen. Aber mit zunehmendem Alter zieht es die Deutschen immer seltener in die Turnhallen. „Je weniger zufrieden Männer und Frauen mit ihrer Gesundheit sind, desto eher geben sie frühere sportliche Aktivitäten auf“, sagt Simone Becker. „Und desto seltener beginnen sie damit, regelmäßig Sport zu treiben.“</p>
<p>Die Folge: Im Alter von 18 Jahren treiben knapp 70 % der Männer und 42 % der Frauen wöchentlich Sport. Mit 35 Jahren zieht es etwa ebenso viele Frauen wie Männer, nämlich jeweils ca. 30 %, auf die Sportplätze. Unter den älteren Menschen ab 68 Jahren sind es nur noch jeweils 18 % der Frauen und Männer.</p>
<p>Warum lässt mit zunehmendem Alter nicht nur die Gesundheitszufriedenheit, sondern auch die Sportbegeisterung nach? „Natürlich kostet es mehr Überwindung Sport zu treiben, wenn man sich nicht fit fühlt“, sagt Simone Becker. Sie kritisiert aber auch das Konzept vieler Präventions- oder Rehabilitationsangebote, wie etwa Herzsportgruppen. „Solche Kurse werden meist nur zeitlich begrenzt angeboten“, so Becker. „Danach haben die Teilnehmer oft keine Möglichkeit mehr, das Training fortzusetzen.“</p>
<p>Für ihre Untersuchung hatte Simone Becker Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ausgewertet, die zwischen 1986 und 2005 erhoben wurden. In den SOEP-Befragungen geben die Befragten auf einer Skala von 0 (gar nicht zufrieden) bis 11 (sehr zufrieden) an, wie zufrieden sie mit ihrer Gesundheit sind. Außerdem geben sie darüber Auskunft, wie oft sie Sport treiben.</p>
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		<title>Boxtraining für kleine Enkel</title>
		<link>http://www.magazin66.de/2011/07/boxtraining-fur-kleine-enkel/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 08:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ingrid Mielenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Enkelblog]]></category>
		<category><![CDATA[Boxen]]></category>
		<category><![CDATA[Boxring]]></category>
		<category><![CDATA[Boxtraining für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser Schwiegersohn war in seiner Jugend ein ziemlich erfolgreicher Amateurboxer. Jetzt möchte er, dass unser Enkelsohn (gerade 8 Jahre alt) in eine Boxschule geht, um dort ein speziell auf Kinder abgestelltes Training zu absolvieren. Unsere Tochter hat eingewilligt und ist nun &#8211; wie die ganze Familie &#8211; überzeugt, dass unser Enkelsohn für diesen Sport großes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Unser Schwiegersohn war in seiner Jugend ein ziemlich erfolgreicher Amateurboxer. Jetzt möchte er, dass unser Enkelsohn (gerade 8 Jahre alt) in eine Boxschule geht, um dort ein speziell auf Kinder abgestelltes Training zu absolvieren. Unsere Tochter hat eingewilligt und ist nun &#8211; wie die ganze Familie &#8211; überzeugt, dass unser Enkelsohn für diesen Sport großes Talent hat und vielleicht genauso berühmt wird wie die Klitschko &#8211; Brüder &#8211; wie sein Vater sowieso.<br />
Wir Großeltern sind über diese Entwicklung ziemlich entsetzt &#8211; nicht, dass unser Enkelsohn in einen Sportverein geht, aber dass es ausgerechnet &#8220;Boxen&#8221; ist. Dabei haben wir uns immer wieder anhören müssen, dass Boxen nichts mit Prügelei und Gewalt zu tun hat, sondern dass Boxen die &#8220;ideale&#8221; Sportart für Kinder sei, um überschüssige Energien abzubauen. Außerdem sei das Training in dieser Sportart sehr gut für Kinder geeignet.<br />
Wir finden, das Gegenteil ist der Fall. Dass unser Enkelsohn eines Tages im Boxring steht, wollen wir uns nicht vorstellen, Kopfverletzungen und ausgeschlagenew Zähne erst recht nicht. Nun hoffen wir, dass unser Enkelsohn selbst irgendwann keine Lust mehr auf diesen Sport hat oder ist der Einfluß seines Vaters doch zu groß?</p>
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		<title>Mit 70 so begehrt wie selten</title>
		<link>http://www.magazin66.de/2011/04/mit-70-so-begehrt-wie-selten/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 07:34:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>petra_nossek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alter Ego]]></category>
		<category><![CDATA[70]]></category>
		<category><![CDATA[fit Ergo direct]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Moment sind die 70-Jährigen in den Focus der Medien gerückt. Erst hat die Zeit einen Artikel veröffentlicht, über den ich mich erst vor ein paar Tagen echauffiert habe, nun entdecke ich im Südkurier eine etwas kurz geratene Hommage an die 70-Jährigen. So gesund und fit wie keine Generation vor ihr sind die heutigen Ruheständler. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Im Moment sind die 70-Jährigen in den Focus der Medien gerückt. Erst hat <a href="http://www.zeit.de/2011/15/DOS-Senioren">die Zeit</a> einen Artikel veröffentlicht, über den ich mich erst vor ein paar Tagen echauffiert habe, nun entdecke ich im<a href="http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/bad-saeckingen/Bunte-Senioren;art372588,4827000"> Südkurier </a>eine etwas kurz geratene Hommage an die 70-Jährigen. So gesund und fit wie keine Generation vor ihr sind die heutigen Ruheständler. Ja das wissen wir von sechs+sechzig schon seit längerem.<br />
Aber was bedeutet das? Die Sportvereine und Sportartikelhersteller dürfen sich freuen. Denn der Mensch strebt nach einem gesunden Lebensabend und dieser scheint geradezu grenzenlose Möglichkeiten zu bieten.<br />
Bei der Geburtstagsfeier eines frisch gebackenen 60-Jährigen überlegten einige Teilnehmer in fast demselben Alter, ob sie nicht mit 65 anfangen, Marathon zu laufen. Nun ja. Mag sein, dass es mancher schafft. Doch ich kenne etliche, deren Bewegungsapparat ist bereits mit 50 oder 60 angegriffen. Sie sind froh, wenn ihre sich verformenden Gelenke und die kaputten Füße noch mitmachen bei den Alltagsverrichtungen. Aber dieser Aspekt wird ausgeblendet.<br />
Ebenso wie die Tatsache, dass ein Senior heute viel mehr Geld aus der eigenen Tasche für die Erhaltung seiner Gesundheit berappen darf.<br />
So machte unser Sponsor, die ergo direct Versicherung im vergangenen Jahr die besten Geschäfte mit Zusatzversicherungen im Falle eines Zahnersatzes. Das zahlte früher die Krankenkasse. Da sich nicht alle Menschen solche teuren Zahnbehandlungen leisten können, legt die Versicherung jetzt eine Police auf, die im Prinzip zunächst eine Leistung umfasst, die der Versicherungsnehmer nachträglich zahlt. Gut gedacht. Der Fernsehwerbespot zeigt einen Patienten, den die Zeitmaschine in ein Kleinkind verwandelt. Genauso kommt es mir manchmal heute vor. Die Alten fühlen sich wieder wie in den ganz frühen Jahren. Allerdings ist das dann eher das Ende einer Entwicklung und nicht der Anfang.</p>
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		<title>Mit Stöcken zum Essen</title>
		<link>http://www.magazin66.de/2011/04/mit-stocken-zum-essen/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Apr 2011 06:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>petra_nossek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alter Ego]]></category>
		<category><![CDATA[Gehstöcke]]></category>
		<category><![CDATA[Senioren]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[sport]]></category>
		<category><![CDATA[walking]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonntag Mittag. Hauptessenszeit für rüstige Senioren. Was mir dabei auffällt, sind die vielen älteren Menschen, die relativ fesch gekleidet, mit zwei Walkingstöcken die Gaststätte betreten. Ich frage mich, ob die vorher erst einmal ein paar Kilometer in ihrer Sonntagskleidung gewalkt sind oder welche Gründe es geben könnte, sich mit zwei sportlichen Gehhilfen auszustatten? Natürlich ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Sonntag Mittag. Hauptessenszeit für rüstige Senioren. Was mir dabei auffällt, sind die vielen älteren Menschen, die relativ fesch gekleidet, mit zwei Walkingstöcken die Gaststätte betreten.<br />
Ich frage mich, ob die vorher erst einmal ein paar Kilometer in ihrer Sonntagskleidung gewalkt sind oder welche Gründe es geben könnte, sich mit zwei sportlichen Gehhilfen auszustatten?</p>
<p>Natürlich ist mir klar, dass ein Krückstock nicht gerade eine Zierde ist. Aber er ist doch besser geeignet, einen Senior bei der Fortbewegung zu unterstützen als Walkingstöcke.<br />
Früher gab es sehr stilvolle Gehstöcke mit silbernem Knauf. Manche hatten die Form von Tierköpfen. Auch zusammenklappbare Stöcke haben einen Reiz. Sie sind bequem in der Handtasche zu verstauen und können bei Bedarf eingesetzt werden.</p>
<p>Ich gaube, heir sind die Hersteller gefragt, Stöcke zu entwerfen, die gerne genutzt werden.<br />
Das sieht meiner Meinung nach würdevoller aus als die Walkingstöcke zum feschen Dress.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Laufen gegen Demenz: Wer macht mit?</title>
		<link>http://www.magazin66.de/2011/02/laufstudie/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 08:16:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktionen & Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Aktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
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		<category><![CDATA[Leistung]]></category>
		<category><![CDATA[Magdeburg]]></category>
		<category><![CDATA[Senioren]]></category>
		<category><![CDATA[sport]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>

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		<description><![CDATA[Bewegung ist gut für das Gehirn. Wie dieses gestärkt werden kann, das erforschen Wissenschaftler der Universität Magdeburg. Sie suchen für eine Langzeitstudie noch fitte Senioren jenseits der 70. Sie sollen sich an einem sportlichen Ausdauertraining beteiligen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p><div id="attachment_6735" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/02/Laufensenioren.jpg"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2011/02/Laufensenioren-300x199.jpg" alt="" title="303774" width="300" height="199" class="size-medium wp-image-6735" /></a><p class="wp-caption-text">Forscher der Universität Magdeburg suchen für eine Studie fitte 70-Jährige. Foto: epd</p></div>In einem mehrjährigen Forschungsprojekt wollen Neurologen, Sportmediziner und Kardiologen der Otto-von-Guericke-Universität die Auswirkungen sportlichen Ausdauertrainings auf die Neurobiologie des Gehirns, auf Lernleistungen und Gedächtnis untersuchen. „Die Forschungsergebnisse sollen Grundlage für zielgerichte Präventionsstrategien gegen Demenz-Erkrankung sein“, erklärt Studienleiter Professor Dr. Emrah Düzel von der Neurologischen Universitätsklinik Magdeburg und dem DZNE.<br />
Erst vor wenigen Jahren hatten mehrere Forschergruppen in Tierversuchen nachgewiesen, dass neue Nervenzellen nicht nur vor der Geburt, sondern auch noch lange danach entstehen können. Die sogenannte Neurogenese findet unter anderem in Teilen des sogenannten Hippocampus statt. „Diese Struktur im Schläfenlappen des Mittelhirns ist maßgeblich an Lern- und Gedächtnisleistungen beteiligt“, erklärt Professor Düzel. Es gibt Grund zu der Annahme, dass körperliche Aktivitäten in einer vielfältigen Umgebung die Neurogenese in Teilen des Hippocampus anregt und neue Nervenzellkontakte (Synapsen) dort sowie in angrenzenden Bereichen der Großhirnrinde entstehen lässt. Mutmaßlich wirkt dieser Prozess einer altersbedingten Verschlechterung kognitiver Leistungen, wie etwa dem räumlichen Arbeitsgedächtnis, entgegen. </p>
<p>Das räumliche Arbeitsgedächtnis sorgt beispielsweise dafür, dass sich Menschen sicher im Straßenverkehr oder in Räumen orientieren können. Bei Patienten, die beispielsweise an einer Alzheimer-Demenz im fortgeschrittenen Stadium leiden, ist unter anderem das räumliche Arbeitsgedächtnis sehr stark eingeschränkt. „Sie reagieren nicht selten mit Angst und Aggressivität auf ihnen unvertraute Umgebungen“, so Privatdozent Dr. Notger Müller, Oberarzt an der Uni-Klinik für Neurologie und Arbeitsgruppenleiter am DZNE. Ließe sich die Neurogenese in Teilen des Hippocampus durch sportliche Aktivitäten stimulieren und damit das Lernvermögen gezielt trainieren, könnte der kognitive Abbau im Verlauf einer Alzheimer-Demenz vielleicht verzögert werden. Alzheimer-Patienten und deren Angehörige müssten dann weniger leiden. </p>
<p>Deshalb wollen die Wissenschaftler einige grundlegende Fragen klären. Zum Beispiel: Inwieweit sind die Ergebnisse aus den Tierversuchen auf den Menschen übertragbar? Können durch körperliches Ausdauertraining auch im menschlichen Gehirn neue Nervenzellen entstehen? Welche Auswirkungen hat körperliches Ausdauertraining auf die kognitiven Leistungen wie das räumliche Arbeitsgedächtnis? Und welchen Einfluss haben genetische und kardiovaskuläre Faktoren auf den Trainingserfolg?Diese und andere Fragen soll das mehrjährige Forschungsprojekt am Magdeburger Universitätsklinikum in Kooperation mit dem DZNE Magdeburg beantworten helfen. </p>
<p>Bei dem Projekt werden drei Gruppen vom Probanden einer sehr genauen Diagnostik unterzogen:<br />
- gesunde Jugendliche im Alter von 18 bis 30 Jahren,<br />
- gesunde Senioren im Alter zwischen 70 bis 75 Jahren und<br />
- Menschen, bei denen Symptome und Diagnostik auf eine Alzheimer-Demenz im Frühstadium hinweisen. </p>
<p>Ein Teil der Probanden wird an einem dreimonatigen Laufbandtraining teilnehmen, das dreimal wöchentlich etwa 30 bis 60 Minuten dauert und von Sportmedizinern sowie Kardiologen unter Berücksichtigung der individuellen Fitness der Teilnehmer erstellt und begleitet wird. Auch die körperliche Aktivität außerhalb des Trainingsprogramms wird mit Hilfe eines Schrittzählers überwacht werden. </p>
<p>Mit modernster Diagnostik, wie beispielsweise der nicht-invasiven Hirndiagnostik im 3- bzw. 7-Tesla-Kernspintomographen und im Magnetenzephalographen sowie mit einer molekulargenetischen Blutanalytik inklusive einer umfangreichen herzmedizinischen Kontrolle, werden die Probanden während der wissenschaftlichen Studie überwacht. Wichtige Erkenntnisse erhoffen sie sich darüber hinaus von einer auf mindestens zwei Jahre angelegten Langzeitstudie in Zusammenarbeit mit Hausärzten aus der Magdeburger Region. </p>
<p>Kontakt: Interessenten im Alter zwischen 70 und 75 Jahren, die an der Studie teilnehmen wollen, wenden sich bitte an das DZNE Magdeburg unter Telefon: 0391/67 24 555, e-mail: info-magdeburg@DZNE.de, Internet: www.dzne.de. Teilnahmebedingungen: Keine schweren chronischen Erkrankungen</p>
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		<title>Heime haben viele Freizeit-Angebote</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 07:35:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>petra_nossek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pflege & Betreuung]]></category>
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		<description><![CDATA[Altenheime, Pflegezentren und Seniorenwohnstifte hatten lange Zeit nicht den besten Ruf. Langweilig sei es dort, man sitze nur herum, warte auf die nächste Mahlzeit, und geistig verkümmere man sowieso, hieß es oft. Doch weit gefehlt! In den vergangenen zehn Jahren haben Senioreneinrichtungen einen enormen Wandel erlebt. Heutzutage sprechen sie ihre Bewohner ganzheitlich an, bieten ihnen [...]]]></description>
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		</div>
<p><div id="attachment_4655" class="wp-caption alignright" style="width: 295px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2010/09/altenheim-vitalis.neu_.jpg"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2010/09/altenheim-vitalis.neu_.jpg" alt="" title="altenheim-vitalis.neu" width="285" height="182" class="size-full wp-image-4655" /></a><p class="wp-caption-text">Platz für Fitness-Training bietet ein Nürnberger Seniorenheim. Andere haben extra eine Bank im Fußballstadion reserviert. Das Spektrum an Freizeitaktivitäten ist inzwischen groß. Foto: Matejka</p></div>Altenheime, Pflegezentren und Seniorenwohnstifte hatten lange Zeit nicht den besten Ruf. Langweilig sei es dort, man sitze nur herum, warte auf die nächste Mahlzeit, und geistig verkümmere man sowieso, hieß es oft. Doch weit gefehlt! In den vergangenen zehn Jahren haben Senioreneinrichtungen einen enormen Wandel erlebt. Heutzutage sprechen sie ihre Bewohner ganzheitlich an, bieten ihnen Sportkurse, Kulturabende, Ausflüge und Vortragsreihen. Ein Blick in einige Einrichtungen der Region beweist, wie umfangreich und originell das Freizeitangebot inzwischen ist.<br />
Allein in Nürnberg gibt es derzeit etwa 100 Alten- und Pflegeheime. Zählt man Wohnstifte, Seniorenwohnanlagen, Betreutes Wohnen und Kurzzeitpflege dazu, kommt man auf fast 200 Häuser. Schon diese Konkurrenzsituation erklärt, warum sich Altenheime heute ganz anders darstellen als noch vor ein paar Jahren. »Sie müssen inzwischen wirtschaftlich arbeiten«, sagt Diplom-Sozialpädagogin Veronika Spreng von der Informations- und Beratungsstelle des Seniorenamtes Nürnberg. So sind in den vergangenen Jahren nahezu alle Häuser renoviert worden. Sechs-Bett-Pflegezimmer und Etagenbäder gehören der Vergangenheit an.<br />
Heute trifft man auf Einzel- und Doppelzimmer, farbenfrohes Mobiliar, gemütliche Sitzecken, schön angelegte Gärten. Und eben auf jede Menge Freizeitangebote. »Bei fast allen Einrichtungen gehören jahreszeitliche Feste, Vortragsreihen und Musiknachmittage zum Programm«, weiß Spreng.<br />
Auch eine Änderung in der Pflegeversicherung vor zwei Jahren hat ihr Übriges getan: Seither stehen demenzkranken Menschen monatlich bis zu 200 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen zu. Die Heime zahlen mit diesem Geld Betreuungsassistenten, die in speziellen Kursen mit den Betroffenen singen, backen, malen oder basteln.<br />
Man sieht: Gedächtnistrainings, Beschäftigungstherapie und Sturzprävention sind vielfach zum Standard in Senioreneinrichtungen geworden. Darüber hinaus versuchen viele, sich mit einem eigenen Profil von der Konkurrenz abzusetzen.<br />
Veronika Spreng vom Seniorenamt Nürnberg hat ein Credo: »Heutzutage gibt es keine schlechten Einrichtungen mehr, sondern nur den falschen Senior im falschen Haus.« Deshalb hält sie eine ausführliche Beratung für das A und O, bevor jemand in ein Pflegeheim oder ein Wohnstift einzieht. Man müsse die Biografie des Einzelnen betrachten und herausfinden, worauf er Wert legt, sagt Spreng. Denn inzwischen ist die Auswahl an sozialen und kulturellen Angeboten und an speziellen Profilen so groß, dass jeder ältere Mensch die für ihn geeignete Einrichtung finden kann – wobei die Freizeitgestaltung nur eines von vielen Kriterien ist. Die folgenden vier Beispiele zeigen, wie groß das Spektrum mittlerweile ist.<br />
<strong>Beispiel 1: Konzerte</strong><br />
Die Leiterin des Wohnstifts Rathsberg in Erlangen hat ein hehres Ziel: »Unser Kulturprogramm soll eine Bereicherung fürs Erlanger Kulturleben sein«, sagt Karin Thäter. Die Voraussetzungen dafür sind in ihrer Einrichtung gegeben: In dem Haus an der Rathsberger Straße, das 420 Frauen und Männern und 65 Pflegebedürftigen Platz bietet, befindet sich ein voll ausgestatteter Konzertsaal inklusive moderner Licht- und Tontechnik und Künstlergarderoben.<br />
In den vergangenen Jahren lauschten die Bewohner hier schon namhaften Künstlern wie Justus Frantz und Will Quadflieg. Im September sind die Nürnberger Philharmoniker zu Gast, im Oktober spielt die Camerata Bamberg »Perlen des Barock«. Alle Konzerte sind öffentlich. An Tagen, an denen der Saal mit knapp 400 Plätzen voll besetzt ist, kommt etwa die Hälfte der Besucher von außerhalb des Hauses.<br />
Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr, selten dauern sie länger als eine Stunde. »Unsere Bewohner sollen die Musik ja genießen und sich nicht beim langen Sitzen quälen«, sagt Bianca Seidl, die Kulturreferentin des Wohnstifts. Wer sich nicht danach fühlt, im Konzertsaal zu sitzen, dem überträgt eine Kamera die Veranstaltungen auf den eigenen Fernseher.<br />
Rund 30.000 Euro umfasst der Kultur-etat des Wohnstifts. Das Geld spenden die Bewohner; der Besuch der Konzerte ist kostenlos. Wofür das Geld ausgegeben wird – darüber entscheidet Kulturreferentin Seidl zusammen mit vier Hausbewohnern, die dem extra gegründeten Verein »Kulturkreis im Wohnstift Rathsberg« angehören.<br />
Auch sonst versucht das »Rathsberg«, seine Bewohner so weit wie möglich in die Freizeitgestaltung einzubinden. Wer sich fit genug fühlt, kann selbst Kurse anbieten. Englische Konversation, Kegeln, Schach, Chor – all das leiten die Senioren in Eigenregie. Schließlich wolle man den Bewohnern nicht alles vorsetzen, so Leiterin Thäter, »sondern sie sollen ihre Interessen weiter aktiv verfolgen«.<br />
<strong>Beispiel 2: Spiele</strong><br />
»Eine Idee kann gar nicht verrückt genug sein, dass man sie nicht probiert.« Das ist das Motto von Michael Rehnen, Leiter des Seniorenzentrums Phoenix an der Fronmüllerstraße in Fürth. Deswegen überraschen er und sein Personal die 130 Bewohner des Altenwohn- und Pflegeheims immer wieder mit neuen Projekten. Über die Wintermonate zum Beispiel haben alle zusammen eine große Modelleisenbahn-Landschaft aufgebaut.<br />
Zweimal wöchentlich wurde im Keller gewerkelt, um Bahnhöfe, Wirtshäuser, eine Post und zahlreiche Figuren entstehen zu lassen. Bei den groben Holzarbeiten halfen auch an Demenz erkrankte Männer mit; »die Fertigkeiten dazu besitzen sie ja noch«, betont Rehnen. Für die »Fiddelarbeit« hingegen waren eher die Frauen zuständig. »Jedes einzelne Fensterchen musste ausgebrochen, verfeinert und aufgeklebt werden – da haben die Damen mehr Geschick«, meint der Einrichtungsleiter. Nun steht die acht Meter lange Modelleisenbahn im Erdgeschoss des Hauses und kann von jedem genutzt werden.<br />
Für alle fußballbegeisterten Bewohner hat Michael Rehnen gerade ein neues Projekt angeleiert: eine Kooperation mit der Spielvereinigung Greuther Fürth. Seit der neuen Saison steht in der Trolli-Arena am Laubenweg eine Senioren-Bank – reserviert für Phoenix-Bewohner, die zu jedem Heimspiel mit einem Bus hingebracht und abgeholt werden. Wenn alles klappt, sollen die Kleeblatt-Spieler auch mal zu einem Fest ins Phoenix kommen und mit den älteren Menschen an der Torwand um Punkte kämpfen.<br />
»Unser Freizeitprogramm soll so familien- und lebensnah wie möglich sein«, sagt der Einrichtungsleiter. Deswegen müssen seine Mitarbeiter auch schon mal in null Komma nix eine Grillparty organisieren, wenn die Stimmung im Haus danach ist. Auch auf Urlaube müssen die Bewohner hier nicht verzichten: Wer möchte, kann eine Zeit lang in einem der 33 anderen Phoenix-Häuser in Deutschland wohnen. Noch wird das Angebot relativ wenig angenommen, gibt Rehnen zu. Doch es habe dazu geführt, dass von sechs Senioren, die im vergangenen Jahr Urlaub an der Donau machten, drei gleich ins dortige Phoenix-Haus dauerhaft eingezogen sind.<br />
Beispiel 3: Sport<br />
Früher war die unterste Etage des Nürnberger Wohnstifts Vitalis an der Fahrradstraße nichts weiter als eine Tiefgarage. Heute befindet sich dort ein Gesundheitszentrum mit einem eigenen Fitness-Center. Eveline Bertsch (73) sitzt gerade auf dem Fahrrad-Trainer, später wird sie ein paar Übungen auf dem Trampolin absolvieren. »Ich habe zwar zwei künstliche Knie, aber mein Arzt hat gesagt, es ist gut, wenn mein ganzer Körper mal durchgeschüttelt wird«, sagt Bertsch.<br />
Zwei Mal wöchentlich kommt sie herunter ins Gesundheitszentrum. Klara Tröste und Alfred Meyer besuchen es sogar täglich. »Früher war ich eher faul und habe keinen Sport gemacht. Aber er treibt mich an«, sagt Tröste schmunzelnd und blickt auf Alfred.<br />
140 Bewohner zählt das »Vitalis«, etwa 45 kommen an einem durchschnittlichen Vormittag in den Gesundheitsbereich. Bevor sie das erste Mal auf ein Fitness-Gerät steigen, werden sie ausführlich beraten. Und wenn sie 100 Stunden Sport absolviert haben, erhalten sie zehn Euro Prämie.<br />
»Unser Hauptanliegen ist es, die Gesundheit unserer Senioren zu erhalten«, sagt Kerstin Schmolke, Event-Managerin im »Vitalis«. »Sie sollen möglichst lange aktiv, fit und selbstständig bleiben.« Deswegen sind die Angestellten auch dazu angehalten, die Bewohner immer wieder zu motivieren und ins Gesundheitszentrum mitzunehmen – egal, wo es zwickt oder zwackt.<br />
Bei Beschwerden helfen schließlich die zahlreichen weiteren Geräte im Keller: Lymphdrainagen bekämpfen Wasser in den Beinen, eine Rotlichtdusche beugt Depressionen vor und die Magnetfeldtherapie baut Knochen auf und stärkt die Selbstheilungskräfte. Diese Therapiemöglichkeiten und das Fitness-Studio sind in einem großen, offenen Raum zusammengefasst – mit Absicht: »Die Senioren sollen zusammenkommen und in Gesellschaft sein«, erläutert Schmolke. Auch diese Strategie gehört zum Präventionskonzept.<br />
Wie aktiv und fit die Bewohner, die in der Vitalis-Sprache »Freunde« heißen, sind, beweisen sie auch auf anderen Ebenen: Der Senioren-Chor singt neben alten Weisen auch Gospel, Rap und Rock’n’Roll-Songs – und hat es so schon zu einem Auftritt beim Nürnberger Bardentreffen im Jahr 2009 gebracht. Bei Tanzpartys im Haus tritt schon mal ein echter Breakdancer auf, und der Eingangsbereich mutiert zur Lounge, in der Cocktails geschlürft werden und Wasserpfeife geraucht wird. Außerdem wird im »Vitalis« zwei Mal wöchentlich Bowling gespielt – allerdings nicht auf einer Kegelbahn, sondern dank einer Spielkonsole virtuell auf einem Fernseher. Als das Haus im vergangenen Jahr eine Meisterschaft austrug, mussten die Angestellten eine herbe Niederlage gegen ihre »Freunde« einstecken.<br />
<strong>Beispiel 4: Modenschau</strong><br />
Verrückte Projekte und ausgeflippte Partys passen nicht ins Profil des Pflegezentrums Hephata an der Neumeyerstraße im Nürnberger Stadtteil Schafhof. Vielmehr versucht das Haus der Nürnberger Stadtmission, seinen Freizeitangeboten das besondere Etwas zu verleihen – auch dank ehrenamtlicher Arbeit. So musiziert Stefanie Gröschel-Unterbäumer, Opernsängerin am Nürnberger Staatstheater, ein Mal wöchentlich mit den Bewohnern. Im vergangenen Dezember lasen Schüler des Willstätter-Gymnasiums russische Literatur vor. Und auch der Gospelchor oder die Kindergartenkinder der umliegenden Gemeinden sind häufig zu Gast.<br />
Zwei Mal jährlich lädt das christliche Heim Mode- und Schuhverkäufer für seine Bewohner ein. Anders als in anderen Einrichtungen wird im »Hephata« daraus ein Ganztags-Ereignis: Vormittags können neue Hosen, Mäntel, Schuhe oder Blusen gekauft werden, nachmittags folgt eine Modenschau. Dafür werfen sich einige Bewohnerinnen in Schale: Sie wählen Outfits aus dem Shop aus und präsentieren diese in der Cafeteria. »Das kommt sehr gut an«, weiß Insa van Oterendorp, Leiterin des Sozialdienstes im »Hephata«. »Unsere Models sind ganz stolz, und manche Bewohner kommen nur zur Modenschau in die Cafeteria.«<br />
Das »Hephata« versucht außerdem etwas, womit sich einige Häuser noch schwer tun: bettlägerige Senioren in die Gemeinschaft einzubeziehen. Neben Einzeltherapien direkt am Bett, die auch anderswo Standard sind, sollen die älteren Mitbewohner »unbedingt raus an die frische Luft«, so van Oterendorp. Bisher werden bei gemeinsamen Feiern oder Konzerten bis zu fünf Betten dazugeholt. Künftig sollen für die Bettlägerigen dank der zusätzlichen Betreuungsassistentinnen auch kleine Ausflüge in den Garten oder die Teilnahme an Musikstunden möglich sein.</p>
<p>Annika Peißker</p>
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		<title>Keine Zeit, uns zu besuchen</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 08:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ingrid Mielenz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine Enkelkinder (8 und 10 Jahre alt) sind total beschäftgt. Neben der Schule und den Schularbeiten, auf die schon sehr geachtet wird, füllen sie die Wochentage mit verschiedensten musischen und sportlichen Aktivitäten, die einen Terminkalender notwendig machen. Neben Fußball, Tennis und Schwimmen auch noch Geigenunterricht für den Enkelsohn, für die kleine Enkeltochter gibt es Handball, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<p>Meine Enkelkinder (8 und 10 Jahre alt) sind total beschäftgt. Neben der Schule und den Schularbeiten, auf die schon sehr geachtet wird, füllen sie die Wochentage mit verschiedensten musischen und sportlichen Aktivitäten, die einen Terminkalender notwendig machen. Neben Fußball, Tennis und Schwimmen auch noch Geigenunterricht für den Enkelsohn, für die kleine Enkeltochter gibt es Handball, Reit- und Klavierunterricht.<br />
Wir halten das alles für absolut übertrieben, zumal unseren Enkelkindern fast keine richtig freie Zeit bleibt, sie immer ein wenig &#8220;überdreht&#8221; wirken und wir sie nur höchst selten zu Gesicht bekommen. Wir finden es im Prinzip richtig, dass unsere Kinder versuchen, Anregungen zu organisieren und Fähigkeiten schon im Kindesalter zu entwickeln, haben aber Sorge, dass sich Überforderungen bei unseren Enkelkindern einstellen. Auch Interesse kann in Desinteresse umschlagen, jedenfalls mag unser Enkelsohn das &#8220;Geigespielen&#8221; überhaupt nicht und ein besonderes Talent können wir bei ihm auch nicht erkennen.<br />
Aber wir sind nun mal nicht für die Erziehung unserer Enkelkinder zuständig und müssen abwarten, bis sie doch mal für uns Zeit haben.</p>
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		<title>Deutschland bewegt sich zu wenig</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 21:04:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Deutschen bewegen sich zu wenig: 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland bezeichnen sich in einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) als Sportmuffel bzw. Antisportler. Dabei ist regelmäßige Bewegung der wichtigste Aspekt für gesundes Altern. ]]></description>
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<div id="attachment_2097" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-2097" title="211525" src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2010/04/spocht-neu.jpg" alt="211525" width="300" height="215" /><p class="wp-caption-text">Bewegung beugt Krankheiten vor. Aber fast die Hälfte der Deutschen lehnt Sport ab.Foto: epd</p></div>
<p>Die Deutschen bewegen sich zu wenig: 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland bezeichnen sich in einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) als Sportmuffel bzw. Antisportler. Die Entscheidung gegen ein bewegtes Leben fällt dabei meist schon in jungen Jahren. Wer als Kind aktiv war, bleibt es meist auch als Erwachsener. Dabei ist regelmäßige Bewegung der wichtigste Aspekt für ein gesundes Altern.</p>
<p>Bewegungsmangel hat fatale Folgen für die Gesundheit: Unsportliche Kinder leiden später doppelt so häufig unter Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes.</p>
<p><strong>Positive Effekte</strong></p>
<p>Für einen positiven Effekt sind keineswegs sportliche Höchstleistungen vonnöten. Treppensteigen, Gartenarbeit, Spaziergänge und ähnliche Aktivitäten genügten bereits, erläutert Dieter Breithecker von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung in Wiesbaden. Bewegung erhalte den Organismus jünger. Dies gelte für Körper und Geist gleichermaßen. Gleichgewichtsübungen und feinmotorische Tätigkeiten verbessern Stoffwechselvorgänge im Gehirn Die Folge: Es werden neue Gehirnzellen gebildet.<br />
Bewegung wirkt zudem stimmungsaufhellend. „Moderate Bewegung ist die Voraussetzung für eine körperliche und geistige Beweglichkeit bis ins hohe Alter“, sagt Breithecker – zumindest, solange man Freude an der körperlichen Betätigung hat.</p>
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		<title>Abenteuer auf schmalem Grat</title>
		<link>http://www.magazin66.de/2010/03/abenteuer-auf-schmalem-grat/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 10:23:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sechs+sechzig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sport & Freizeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit knapp 64 Jahren hat Friedrich Seyferth den 4228 Meter hohen Castor bezwungen, ganz allein und nur auf sich gestellt. »Ich wusste, dass es nicht einfach werden würde«, sagt der vierfache Großvater. Denn der Besteigung ging eine lange Krankheitsgeschichte voraus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<p><div id="attachment_1905" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2010/03/bergsteiger_011.jpg"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2010/03/bergsteiger_011-300x225.jpg" alt="Traumhafte Rundumsicht: Auf dem 4228 Meter hohen Castor ist Friedrich Seyferth nur noch glücklich." title="bergsteiger_01" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-1905" /></a><p class="wp-caption-text">Traumhafte Rundumsicht: Auf dem 4228 Meter hohen Castor ist Friedrich Seyferth nur noch glücklich.</p></div>Gemütlich wirkt Friedrich Seyferth auf den ersten Blick, wenn man ihn in seinem Wohnzimmer sitzen sieht und seinen Erzählungen zuhört. Ein Hüne ist er jedenfalls nicht. Sieht so einer aus, der über sich selbst hinauswachsen kann? Und doch: Mit knapp 64 Jahren hat Friedrich Seyferth den 4228 Meter hohen Castor bezwungen, ganz allein und nur auf sich gestellt. Die »Punta Castore«, wie die Italiener zu dem höheren der beiden »Zwillinge« genannten Hochgipfel in den Walliser Alpen sagen.</p>
<p>Im Wallis befindet sich mehr als die Hälfte der alpinen Viertausender. Die Region ist geprägt von den höchsten schneebedeckten Gipfeln, riesigen Gletschern, steilen Flanken und schluchtartigen Tälern. Seyferths fahren nicht zufällig seit Jahrzehnten dorthin in den Urlaub. Früher waren auch noch ihre Kinder dabei. Auf die Gletscher ist Mutter Gunda Seyferth nie mitgegangen. Ob sie um ihren Mann bei seinen Touren auf die Gipfel Angst hatte? Die 63-jährige schüttelt den Kopf. »Ich hatte ein ungutes Gefühl. Aber das hat man immer. Doch ich wusste, dass mein Mann vorsichtig sein würde.«</p>
<p><strong>Im Alleingang hinauf</strong><br />
Aber die Tour auf den Castor im Alleingang zu machen, war riskant, oder? »Auch Seilschaften können abstürzen«, antwortet Friedrich Seyferth. Im Übrigen sei es in seinem Alter nicht leicht, einen passenden Partner zu finden. »Der Einzige, der in Frage kam, war ein zehn Jahre jüngerer ehemaliger Arbeitskollege«, bedauert der langjährige Leiter des Liegenschaftsamtes der Stadt Schwabach. »Aber er hat sich das körperlich nicht zugetraut.«</p>
<p>Friedrich Seyferth blickt weiter zurück. »Ich wusste, dass es nicht einfach werden würde. Dabei mangelte es mir nicht an Erfahrung«, sagt der vierfache Großvater. Tatsächlich frönt Seyferth seinem Hobby schon seit 1980. Immerhin zehn Viertausender hat er bezwungen. Sogar auf Europas höchstem Gipfel hat der Mann aus Schwabach schon gestanden. Er brauchte drei Versuche, um den 4807 Meter hohen Montblanc zu erobern, »der Traum eines jeden Bergsteigers!«.</p>
<p>Traum hin – Traum her, Tatsache ist: Mit 55 Jahren war Friedrich Seyferth letztmals auf einem Gipfel gewesen. Im Jahr 2001, nach dem Nadelhorn (4327 m), war plötzlich Schluss. »Ich war beruflich zu stark engagiert«, erklärt Friedrich Seyferth. Zwar ging der Beamte kurz vor seinem 61. Geburtstag in Altersteilzeit. Der Weg in die geliebte Bergwelt war damit praktisch wieder frei. Allerdings kam die Sache mit dem Erbe dazwischen. »Die Tante aus Nürnberg hatte mir ihr Gebirgshaus hinterlassen. Es war mal ein Schmuckstück, aber das sah niemand mehr.« Beim Umbau hat er sich ziemlich übernommen. Anderthalb Jahre litt der Frühpensionär unter starken Rückenschmerzen. »Jemals wieder einen Viertausender zu besteigen, war unvorstellbar.« Stattdessen absolvierte er täglich gymnastische Übungen auf dem Teppich daheim.</p>
<p><strong>Ein plötzlicher Entschluss</strong><br />
Doch Anfang 2009 fühlte sich Friedrich Seyferth wieder »halbwegs fit«. Viele Fragen spukten durch den Kopf des erfahrenen Bergsteigers. Wage ich es doch noch mal? Trau ich mir das zu? Kann ich es schaffen? Nach acht Jahren Pause? »Ich könnt’s probieren«, sagte sich Friedrich Seyferth, vom Ehrgeiz gepackt. Die Vorbereitungen beanspruchten ein halbes Jahr. »Es durfte ja kein Berg sein, den ich schon mal bestiegen hatte.« Aber plötzlich ging alles ganz schnell. Kurzfristig beschloss das Ehepaar, im August in Saas Almagell im Wallis ein paar Tage Urlaub zu machen.</p>
<p><div id="attachment_1906" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2010/03/bergsteiger_021.jpg"><img src="http://www.magazin66.de/wp-content/uploads/2010/03/bergsteiger_021-300x225.jpg" alt="Aufstieg zum Gipfel: Die majestätischen Massive faszinieren Friedrich Seyferth so sehr, dass ihn das Bergfieber immer wieder packt." title="bergsteiger_02" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-1906" /></a><p class="wp-caption-text">Aufstieg zum Gipfel: Die majestätischen Massive faszinieren Friedrich Seyferth so sehr, dass ihn das Bergfieber immer wieder packt.</p></div>Am 17. August, einem Montag, um 5.30 Uhr startet Friedrich Seyferth ins Abenteuer. Hinten im Auto: sein 20 Kilo schwerer Rucksack. Nicht mit dabei ist seine Gunda, weil sie lieber im Ferienhaus auf seine Rückkehr warten möchte. »Ich hatte mir vorgenommen, dass meine Frau mich nur zwei Tage entbehren sollte«, berichtet er. Nach vier Stunden Fahrt ist Stafal erreicht. Dort nimmt Seyferth die Seilbahn, die ihn in eine Höhe von 2700 Metern bringt. Nun beginnt der Aufstieg. »Der war vor allem dort schwierig, wo ich bloß mit Seilen gesicherte Felsgrate passieren musste«, berichtet Seyferth. Nach dreieinhalb Stunden, »inzwischen herrschte die reinste Mittagshitze«, hat er die Quintino-Sella-Hütte vor sich. Seitlich beginnt der Felikgletscher. Im großen Matratzenlager auf 3585 Meter Höhe übernachtet der Franke. Nur Schlaf findet er kaum, denn »die Anspannung war groß«. Um 4.30 Uhr ist Friedrich Seyferth wieder auf den Beinen. Um 5.30 Uhr, noch bei Dunkelheit, geht er los – ausgerüstet mit Steigeisen, Pickel und Stirnlampe. Gegen sechs Uhr erlebt er den Sonnenaufgang über dem Monte Rosa. Nach etwa einer Stunde Gehzeit ist das Felikjoch (4060 m) erreicht. Hier wird die Luft dünner, das Atmen fällt schwerer. »Hier trennen sich auch die Wege der Bergsteiger. Die einen gehen nach Osten zum Lyskamm, die anderen nach Westen zum Castor«, erläutert der Schwabacher. »Ab hier beginnt auch die eigentliche Besteigung.« Hauptsächlich über Firngrate gelangt er zum Südostgipfel auf 4176 Meter Höhe. Bleibt ein letzter schmaler Grat zum Hauptgipfel. Gegen 8.30 Uhr und rund 50 Höhenmeter später: Friedrich Seyferth steht oben und ist überglücklich. Er hat es geschafft!</p>
<p><strong>Gesund und voller Pläne</strong><br />
»Der Himmel war fast wolkenlos. Ich stand auf der kleinen festen Schneefläche und wurde für all meine Anstrengungen mit einer traumhaften Rundumsicht belohnt. Ich sah im Südwesten den Gran Paradiso, im Westen den Montblanc, dann das Matterhorn, im Norden die Mischabellgruppe und unmittelbar im Osten den Monte Rosa Stock!« Wenig später: Unter gleißendem Sonnenlicht macht sich Friedrich Seyferth an den Abstieg zur Hütte. Er benötigt zweieinhalb Stunden, danach nochmals drei Stunden bis zur Liftstation. Er verspürt kaum Hunger, dafür »Durst ohne Ende«. Gegen 18.30 Uhr, 38 Stunden nach seinem Aufbruch, trifft der Schwabacher wieder in Saas Almagell ein. Erschöpft, aber gesund.</p>
<p>Einen Augenblick ist es still im Wohnzimmer. »Ich war überrascht, dass es so gut lief«, meint Seyferth. »Bis auf ein paar Dauerläufe kurz vorher und abgesehen davon, dass ich alle Wege hier in Schwabach mit dem Rad fahre, war ich ja nicht trainiert!«<br />
»Aber wissen Sie, warum ich Ihnen das überhaupt alles berichtet habe? Weil ich zeigen wollte, dass es im Alter sowohl geistig – damit meine ich die Planung meiner Tour – als auch körperlich noch möglich ist, Höchstleistungen zu vollbringen.« Gunda Seyferth lächelt ihren Mann an, mit dem sie seit fast 44 Jahren verheiratet ist. Sie ist stolz und das sagt sie auch. Sie weiß schon, was ihr Mann gleich sagen wird: »Jetzt habe ich Blut geleckt!«</p>
<p><em>Ute Fürböter; Fotos: privat</em></p>
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