Brauchen Senioren den Erklär-Bär?

Artikel drucken Artikel drucken 23. November 2012 | Von | Kategorie: Alter Ego

Senioren gelten weiterhin als die Hauptzielgrupep der Fernsehsender, zumindest der öffentlich-rechtlichen. Deswegen bemühen sich diese Sendeanstalten auch, Sachverhalte seriös und informativ zu verbreiten. Dass die Informationsquellen aus dem Internet für aktuelle Nachrichten-Sendungen immer wichtiger werden, ist jedem klar, der sich nur etwas mit Twitter und Co. beschäftigt. Dass sich Journalisten inwzischen diese Informationsquellen erschlossen haben, ist in Insiderkreisen spätestens seit der spektakulären Landung des Flugzeugs im Hudson River klar, als der Name des Flugkapitäns innerhalb kürzester Zeit über die Social-Media-Kanäle verbreitet wurde.

Warum die Nachrichten-Redaktionen aber davon ausgehen, dass die Generation 50 plus sich dem Internet und den genannten Diensten evrwiegert, ist mir schleierhaft. Ich kenne viele jenseits der 70, die sich täglich ihre Informationen aus dem Netz holen, zudem Zeitungen lesen, weil sie hier eine zusammenfassende Berichterstattung finden und schätzen sowie abends die Fernsehnachrichten anschalten. Sei es aus Gewohnheit, oder weil sie den Moderator so gerne sehen oder aus echtem Interesse an den Topthemen des Tages.

Eine junge Frau, die mal schnell vorträgt, was sie bei der Stichwortesuche im Internet, bei Twitter oder Facebook gefunden hat, brauchen selbst die Senioren nicht. Im Netz ist eine interessante Debatte zu dem Thema losgetreten worden. Ich kann manchen, die sich in dieser Diskussion zu Wort melden, nur zustimmen. Nicht die Quelle steht im Mittelpunkt einer Nachricht, sondern ihr Informationsgehalt. Also verschont uns bitte mit diesen Neumalklugen, gehässig auch Twitter-Tussi genannt, die meinen, das Internet sei etwas, das nur sie entdeckt haben. So zu tun,als ob Senioren einen Erklärbär benötigen, bedeutet nichts anders als die Tatsache, dass man die Zielgrupep nicht ernst nimmt.

Zur Zeit wird viel über Altersdiskriminerung geredet und publiziert. Diese Erklär-Bär-Manie ist eine ganz subtile Art davon. Oder liege ich da etwa falsch?

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Ein Kommentar
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  1. nein, selbstverständlich nicht! Ich bin genau so ein Senior, wie Sie ihn beschrieben haben. Ich beginne den Tag, indem ich kurz mein iphone öffne, den Sportteil lese (Mann!), den Rest der Zeitung überfliege, um heruaszufinden, was ich denn doch noch wissen sollte. Den Rest des Tages informiere ich mich über das Internet, die Scheibcheninfos sind allerdings immer wieder so kurz, dass ihr Informationsgehalt häufig gen null tendiert. Und abends um 20.00 Uhr sitze ich regelmäßig brav vor dem Fernseher und schaue die Nachrichten. Natürlich auch ein wenig aus Gewohnheit, aber die neuen Twitterer machen das ja schließlich auch regelmäßig aus einer Gewohnheit heraus, sie ist nur noch so lange gepflegt, wie meine?

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