Eine Oma
mischt Twitter auf

Artikel drucken Artikel drucken 29. April 2013 | Von | Kategorie: Sport & Freizeit
Mit diesem Foto hat Renate Bergmann ihr Twitter- und Facebook-Profil bespielt.

Mit diesem Foto hat Renate Bergmann ihr Twitter- und Facebook-Profil bespielt.

Sie nennt sich Renate Bergmann, geborene Strelemann, ist 83 Jahre alt und vierfach verwitwet. Und seit Anfang dieses Jahres mischt sie die Blogging-Plattform „Twitter“ ordentlich auf.

Renate Bergmann bestellt Miederhosen bei QVC,  putzt um fünf Uhr früh das Treppenhaus und verlegt dann und wann schon mal ihr Gebiss. Die Gräber ihrer vier Ehemänner pflegt sie noch selbst und geht regelmäßig mit dem fast blinden Kurt zum Tanztee oder zu IKEA. Dabei kommentiert sie alles, was sie in der Kirche, an der U-Bahn-Haltestelle oder im Umgang mit ihren Enkeln erlebt. Ihre Tweets sind lustig und bedienen sich sämtlichen Großmutter-Klischees, vom Seniorenschwimmen bis zum Sonntagskaffee mit der Familie.

Auf der Bildfläche erschienen ist Renate Bergmann im Januar dieses Jahres. Moderatorin Sarah Kuttner stellte sie auf Twitter als „meine Oma“ vor. Seitdem setzt die selbsternannte „Twitteroma“ mehrmals täglich einen Tweet über ihren Alltag und ihr Leben ab. Und jeder kann es online mitlesen. Ihre Statements kommen so gut an, dass sie mittlerweile fast 8.000 „Follower“ hat – also Personen, die ihre Tweets abonniert haben und regelmäßig verfolgen. Auch im Facebook ist Rebate Bergmann aktiv und setzt dort die gleichen Beiträge wie auf Twitter ab. Beide Profilen hat sie mit dem Foto einer Seniorin bespielt.

Dass Renate Bergmann in Wirklichkeit gar keine echte Twitteroma ist, darin sind sich die Internet-Nutzer inzwischen einig. Auf ihrer Facebook-Seite tituliert Renate Bergmann sich selbst als „fiktiven Charakter“. Wer allerdings hinter diesem Fake-Account steckt, weiß bisher keiner genau. Aber es scheint auch nicht wichtig zu sein – die Zahl der von ihr begeisterten Follwer steigt bisher zumindest stetig an.

 

Hier eine Auswahl ihrer lustigsten Tweets:

 

Das Vogelgezwitscher vor dem Schlafzimmer war nicht zu ertragen. Ich habe letzte Nacht die Katze rausgelassen. Jetzt ist Ruhe.

 

Zerschneiden die mir meine Zeitung mit den Todesanzeigen….! Und wie soll ich jetzt wissen ob mein Romméabend noch stattfindet?

 

Diese Dutzerei hier mag ich gar nicht. Sind wir hier bei der SPD oder was? Ich bin 82, da habe ich doch etwas Respekt verdient.

 

Wie ist das denn jetzt mit der Adoption von Homosexuellen? Muss jeder einen nehmen oder ist es freiwillig? Und gilt das auch für Rentner?

 

Die Stiefmütterchen bei LIDL sind am billigsten. Wenn man wie ich 4 Gräber von Ehemännern zu bepflanzen hat muss man mit dem Cent rechnen !

 

Das Ballkind das vor dem Herrn Neuer läuft hat ja schon Bartwuchs?! Huch, das ist ja der Herr Lahm…. Entschuldigung aber ohne Brille…

 

Jetzt, wo es draußen nicht mehr so glatt ist, trinke ich auch gern ein Likörchen zum Tee.

 

Heute gehen Gertrud und ich zur Beerdigung von Herrn Hase. Wir kannten ihn nicht. Aber der Leichenschmaus ist im Steigenberger!

 

Burnout? Kinder. Als wir 45 Steine geklopft haben ging das 16 Stunden den Tag. Wir hatten keine Zeit für Burnout.

Der Sohn von den Nachbarn heißt Jeremy Elias. Das kann ich mir nicht merken. Ich nenne ihn Dieter.

 

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2 Kommentare
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  1. Das ist ja alles gut und schön, aber wieso ist ein Fake-Account etwas Besonderes? Wesentlich cooler und authentischer ist das schon die US-Amerikanerin „Granny“ Gladys Gibson aus dem Bundesstaat Washington. Die 83-jährige Oma des Wrestling- und MMA-Journalisten Bryan Alvarez hat einen fixen, regelmäßigen Auftritt in einer seiner wöchentlichen Shows, wo sie Leserfragen beantwortet, aus ihrem Alltag erzählt und sich regelmäßig Gewinnspiele ausdenkt und ist zudem auf Facebook (und ein wenig auch auf Twitter) sehr aktiv. Sie fährt noch Auto (ihr letztes hat sie bei einem Garagenverkauf erstanden), besucht die Urenkel beim Baseball- und Brazilian Jiu-Jitsu-Training, fäht regelmäßig zum Peanuckel-Spielen ins Seniorenzentrum (auch wenn in ihrer Runde ein Frauenschläger sitzt, den sie gar nicht mag) und fliegt außerdem zum jährlichen Website-Treffen nach Las Vegas, wo es schon Mal vorkommen kann, dass sie bis 3h morgens am einarmigen Banditen zockt. Und natürlich hat sie ihren eigenen Fan Club: Granny’s Gang. Den Leuten im Seniorenzentrum erzählt sie übrigens nichts von ihrem Online-Radio-Nebenjob, denn „diese alten Leute sind alle schon ein bisschen dämlich und denen müsste ich das eine halbe Stunde lang erklären, dazu habe ich keine Geduld“.

  2. Das dieser Character fiktiv ist ahnte ich nach 10 gelesenen Tweets ohne Infos voher zu haben.
    Macht aber nix. Lustig ist es allemal.
    13000 „Follower“ inzwischen 😉

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