Sparkasse denkt nicht an die Älteren

Artikel drucken Artikel drucken 10. September 2014 | Von | Kategorie: Alter Ego

vignette_nosseck_bockVor kurzem war ich einmal wieder mit meiner 85-jährigen Mutter bei der Sparkasse. denn Geld abheben möchte sie immer noch selber. Rechnungen darf ich inzwischen auch alleine überweisen. ich verstehe es, denn schließlich ist es ihre Rente, über die sie auch selbst verfügen möchte. Doch dies kann sich nun als ein Sicherheitsrisiko herausstellen.
Denn die Sparkasse Erlangen ist so arm, dass sie sich kein neues Kassensystem leisten kann. Das hat jedenfalls die Mitarbeiterin am Schalter der Filiale in einem Ortsteil von Erlangen zur Begründung gesagt, warum das Geld beim Abheben vom Konto nicht mehr am Tresen von der Bankangestellten ausbezahlt wird, sondern künftig nur noch am Automaten erhältlich ist.
Man gibt seinen ausgefüllten Auszahlungsschein der Mitarbeiterin, die anschließend die Summe in ihren Computer tippt. Dann geht man zum Automaten in der Schalterhalle und steckt seine Bankkarte in den Abhebeautomaten und erhält das Geld. Aber nur in Tranchen bis zu 800 Euro. Mehr Scheine kann der Automat nicht auf einmal herausgeben. Also steht man als alter Mensch völlig ungeschützt vor dem Automaten, hinter einem warten noch andere, und schiebt dann die Scheine in die Geldbörse oder ordert die nächste Tranche. Man könnte sie nachzählen, aber das in aller Öffentliichkeit.
Ich finde es wirklich schwierig. Wie schnell könnte einem dieses Geld aus der Hand gerissen werden… Am Schalter ist dies doch eher unwahrschenlich.
Auch, wenn dies nur eine Vorstellung ist, bereitet mir diese Siutation großes Unbehagen. Die Bankmanager und Filialleiter sollten sich einmal in die Rolle ihrer älteren Kundschaft versetzen. Was für Vorstellungen haben diese?
Ich meine, mehr Komfort, persönliche Ansprache und ein Gefühl der Sicherheit. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Ich hoffe, auch in der Sparkasse Erlangen bald wieder.
Und was wünschen Sie sich von Ihrer Bank?

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8 Kommentare
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  1. Vorweg: Ich bin nur fast 75 Jahre alt. Doch zum Artikel, der bei mir ein paar Fragen aufwirft? Warum benötigt ihre Mutter mehr als 800 € in bar? Ich trage aus Sicherheitsgründen nie mehr als 100 € bei mir! Warum entmündigen Sie ihre Mutter, in dem Sie deren Rechnungen überweisen? Ich rate zur Anschaffung eines iPads, in dessen Handhabung Sie ihre Mutter einweisen sollten. Sie kann dann auch mit 85 Jahren ihre Bankgeschäfte selbst erledigen – und auch sonst eigenverantwortlich am Leben teilnehmen.

  2. […] Beitrag im Weblog sechs+sechzig annimiert mich zu einem Kommentar und jetzt zu diesem Beitrag. Er löst nämlich Fragen aus: Ist […]

  3. Ich wage mal ein Zukunftsprognose, in einigen Jahren wird es gar kein Bargeld mehr geben. Die neuen Smartphones haben eine NFC Erkennung eingebaut, damit lässt sich direkt vom Bankkonto abbuchen und somit wird Bargeld irgendwann überflüssig.
    Der Computer hält immer mehr Einzug im Leben, daher sollte man sich damit beschäftigen sonst steht man irgendwann daneben !

  4. Sehr geehrte Frau Nossek-Bock. Wie überweisen Sie eigentlich die eigenen und die Rechnungen ihrer Mutter? Auch noch durch Ausfüllen und Abgeben des Überweisungsträgers? Haben Sie Ihrer Mutter die EC Karte ev. abgenommen? Oder warum gehen Sie gemeinsam mit Ihrer Mutter nicht an einen Automaten bei einer anderen Bank wo sich Ihre Mutter selbst bedienen kann? Ich wünsche ihrer Mutter dass Sie von Ihnen Hilfe erhält wo es angebracht ist, aber bitte keine Bevormundung! Oder möchten Sie im Alter, falls sie es erreichen so behandelt werden? Bin ebenfalls über 70!

  5. Vielen Dank für die Kommentare! Meine Mutter lebt sehr selbstständig, aber sie ist leider nicht mehr sehr mobil. Deswegen ist es für sie eine Erleichterung, wenn ich die Überweisungen tätige, die sie selber ausfüllt und unterschreibt. Die höhere Summe Bargeld, die sie von der Bank abgehoben hat, war eine Ausnahme. Es standen einige Sonderausgaben an.
    Ob ich meine Mutter noch für ein ipad begeistern kann, weiß ich nicht. Ich persönlich halte wegen der häufigen Sicherheitsmängel nichts vom Online- Banking. Meine Raiffeisenbank (bitte die Werbung zu entschuldigen) in unserem kleinen Ort tippt die Überweisung in den Bankcomputerund lässt mich diese elektronisch unterschreiben.
    Ob wir bald kein Bargeld mehr haben, tja, ist das erstrebenswert? Ich habe gerade den Roman „Blackout“ gelesen, in dem ein Szenario durchgespielt wird, bei dem der Strom tagelang ausgefallen ist. Das macht nachdenklich.

  6. Vielleicht lesen Sie und ihre LeserInnen einmal, was ich in meinem Blog (n)onliner zu Smartphone und Tablet geschrieben habe. Lesen, nachdenken, umdenken!

  7. Hier der Link: http://nonliner.wordpress.com/

  8. Sehr geehrte Frau Nossek-Bock, erstaunlich, dass Sie als junge Frau so denken! Das sind genau die Vorurteile die immer wieder zu hören sind, ….ich weiss nicht ob ich meine Mutter NOCH begeistern kann…. Haben Sie Ihrer Mutter einmal die Möglichkeit eingeräumt auf einem mobilen Gerät ein Konzert von Simon Rattle anzuhören, ohne dass Sie nach Berlin reisen muss, oder ein Buch auf solch einem mobilen Gerät zu lesen ? Ich muss in keinen Buchladen mehr gehen um mir ein Buch zu kaufen ! Hat Ihre Mutter schon einmal mit Ihren Enkelkindern ( vorausgesetzt sie hat welche) über Skype kommuniziert ? Beispiele gibt es viele!. Ich finde es ausgesprochen schade, wenn Sie so denken. Diese mobilen Geräte machen das Alter lebenswert, erleichtern die Kommunikation und die Teilnahme am Geschehen! Bewahren Sie sich Ihre Neugierde!!.

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